Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Skjulte Skatter 1932-07 - Wirklich frei

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Wirklich frei

„Wenn euch nun der Sohn freimacht, so seid ihr wirklich frei.“ Joh. 8, 36. Wollen wir wirklich frei werden, dann müssen wir von allen irdischen Banden gelöst werden; denn es heißt: „Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; das ist unsre Mutter.“ Gal. 4, 26.

In der Welt haben wir Bedrängnis, deshalb kann von Freiheit für das Fleisch keine Rede sein. Aber soweit wir durch Leiden durch das Fleisch gekommen sind, sind wir im Geist wirklich frei geworden. Es gibt Tausende von Banden, die uns an die Welt binden wollen, und unsere Natur ist ja darauf eingestellt, in der Welt zu leben, deshalb sind göttliche Kräfte nötig, um uns wirklich frei zu machen. Wenn es steht, dass das Jerusalem, das droben ist, die Freie und unsere Mutter ist, dann verstehen wir, dass das Jerusalem dort droben die Mutter der neuen Kreatur, der göttlichen Natur, ist. Daher sollen wir uns an unsere neue Mutter klammern und das suchen, was droben ist, dann fängt das Gesetz der Freiheit an, befreiend zu wirken. Es ist ein langwieriger Prozess durchzumachen, um wirklich frei zu werden, und wir müssen unsererseits Bereitwilligkeit und Geduld aufbringen. Dann kann es dem Sohn vielleicht gelingen, uns wirklich frei zu machen.

Nun gibt es eine Zeit, nachdem man den Geist empfangen hat, in der man sich wirklich frei fühlt; aber das ist nur im Gefühlsleben. Sobald der Geist anfängt, uns in die Wahrheit zu leiten, spüren und erfahren wir, dass wir viel haben, von dem wir gelöst werden müssen. Denn nur durch den Tod werden wir wirklich frei. Freiheit und Sünde können nie vereint werden. Sobald man sündigt, ist man der Sünde Knecht, und das Gewissen ist gebunden. Frei von der Sünde wird man erst, wenn man der Sünde widersteht und das Fleisch samt den Lüsten und Begierden kreuzigt. Aber das geht nicht ohne Leiden; denn der Mensch will lieber sündigen (genießen) als leiden. Daher wurde der Urheber unseres Heils, unser Herr Jesus Christus, durch Leiden vollendet. Auch wir erreichen unsere Vollendung durch Leiden, indem wir das Gebot halten und danach leben und wandeln.

Alle Freiheit außerhalb des Leidensweges und des Kreuzesweges ist nichts anderes als falsche Freiheit; aber zu einer solchen Freiheit sind wir nicht berufen. Wir sind zur Freiheit berufen; aber in dieser Freiheit darf man nicht dem Fleisch Raum geben. Denn das Fleisch will auch gerne frei sein. Aber Freiheit für das Fleisch bedeutet dasselbe, wie Satan loszulassen. Also ist Satan in dem Maß los, wie das Fleisch frei ist. Jedoch haben wir kein Verlangen danach, dass Satan Freiheit bekommen soll, ganz im Gegenteil sehnen wir uns danach, dass er gebunden wird. Christus ist durch das Gebundenhalten seines Fleisches frei geworden und zu seiner Freiheit sind wir berufen und in diese Freiheit gehen wir Schritt für Schritt hinein, durch Glauben.