Um den Herrn stürmt es gewaltig
„Der Mächtige, Gott der Herr, er redet und ruft die Erde vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. Aus Zion, der Schönheit Vollendung, erscheint Gott im Lichtglanz. Unser Gott kommt und schweigt nicht; verzehrendes Feuer geht vor ihm her, und rings um ihn stürmt es gewaltig.“ Ps. 50, 1-4.
Wenn Gott zu den Bewohnern der Erde redet, dann tut er das aus Zion, der Schönheit Vollendung. Verzehrendes Feuer geht vor ihm her; denn Gesetz geht von Zion aus, und es verbrennt alles, was seinen Befehlen widerstreitet. Alles Unreine wird verzehrt. Gott nahe zu kommen, bedeutet, ins Feuer zu kommen. Rings um ihn stürmt es gewaltig. Wenn eine Seele zu Gott umkehrt, fängt der Sturm an. Die Gedanken kreisen um die Sünde, die man begangen hat. Zucht und Sturm pfeifen einem um die Ohren. Herz und Sinn kommen in Aufruhr. Wir spüren den Sturm aus allen Richtungen, bis wir uns dem Willen des Herrn ergeben und das Opfer vom Feuer verzehren lassen.
Als Abraham auf den Berg Morija ging, um Isaak, seinen Sohn, den einzigen, zu opfern da stürmte es in seinem Sinn und seinen Gedanken. Hier stürmte es auch auf der Tenne Ornans, des Jebusiters, als der Engel des Herrn das Schwert über Jerusalem ausstreckte, um die Stadt zu verderben. Und eben an diesem Ort in Jerusalem baute Salomo das Haus des Herrn. 1. Chr. 1 ff.
Wir haben auch unser Zion, wo das Feuer das Opfer verzehrt, einen Berg Morija, wo Isaak, den wir von Herzen lieb haben, geopfert werden soll. Das ist der Ort, an dem der Herr wohnt. Hier wird uns die Vollendung seiner Schönheit geoffenbart. Doch ach, wie sehr es dort stürmt, wenn der Herr den Schmutz der Töchter Zions abwäscht und die Blutschuld Jerusalems durch den Geist des Gerichts und den Geist der Vertilgung (Feuer) aus seiner Mitte hinwegtut. Jes. 4, 4. Erst wenn das geschehen ist, sind wir imstande, den Platz einzunehmen, der in Hebr. 12, 22 erwähnt ist: „Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln, und zu der Versammlung [...], zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesus.“
Es ist ziemlich einfach, hiervon zu lesen; doch wie hat es in Herz und Sinn gestürmt, ehe wir diesen Ruheort auf Gottes Berg fanden! Wie doch Gottes Feuer alles Unreine in unserem Herzen zerstört und verbrannt hat, ehe wir rein genug wurden, um bei Gott und allen seinen Heiligen wohnen zu können, ohne uns zu fürchten und zu zittern. „In Zion sind die Sünder erschrocken, Zittern hat die Heuchler befallen, und sie sprechen: «Wer ist unter uns, der bei verzehrendem Feuer wohnen [dort sein Zuhause und seinen Ruheort haben] kann? Wer ist unter uns, der bei ewiger Glut wohnen kann?» Wer fühlt sich dort wohl, sodass er nie mehr von dort weg will? Das ist derjenige, der in Gerechtigkeit wandelt und redet, was recht ist; wer schändlichen Gewinn hasst usw. Jes. 33, 14 ff. Der wird in der Höhe wohnen, und Felsen werden seine Feste und Schutz sein. Sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser hat er gewiss. Deine Augen werden den König sehen in seiner Schönheit; du wirst ein weites Land sehen.
Doch bevor du dorthin kommst, hat der Herr gewaltig gestürmt. Das Feuer brachte dir Furcht und Zittern. Doch nun ist alles still. Hebr. 4, 3. Du bist zu Gottes Ruhe gekommen. Du bist am Ende mit all deinen Werken, die dir den Sturm des Herrn einbrachten. Und nun wandelst du in den Werken, die Gott für dich von Ewigkeit her zuvor bereitet hat. Du gehörst nicht mehr dir selbst, sondern du bist ein Werk Gottes. Eph. 2, 10.
Doch wie sieht Zion aus für die Gottlosen, für diejenigen, die nicht in den Sturm und das Feuer hineinwollen, für diejenigen, die sich selbst und ihr Leben in dieser Welt schonen?
Ja, über der ganzen Stätte des Berges Zion und über ihren Versammlungen wird der Herr eine Wolke schaffen am Tage und Rauch und Feuerglanz in der Nacht. Ja, es wird ein Schutz sein über allem, was herrlich ist. Jes. 4, 5.
Jene stehen auf Abstand und warnen vor den Einwohnern und der Versammlung Zions, indem sie sagen: Hütet euch, seht, was für eine Wolke und ein Rauch; das müssen die Hölle und der Abgrund selbst sein, dorthin zu kommen. Man kann den Sturm ja schon aus meilenweiter Entfernung hören. Und wenn es in einer Seele Nacht ist, dann sieht der Berg Zion aus wie Feuerglanz. Wie schrecklich, dorthin zu kommen! Erspare dir Wolke und Rauch und Feuer. Und so kommen sie selbst nicht zu der Ruhe auf Zion, und diejenigen, die dorthin unterwegs waren, versuchen sie mit aller Macht, daran zu hindern. Dies ist das Gesetz über den Berg Zion und die Decke, die das Herrliche verbirgt. Doch diejenigen, die glauben, sind wie der Berg Zion. Sie lassen sich nicht von Schmach abschrecken oder von Ehre locken; denn sie haben gelernt, dass das Fleisch nichts nütze ist. Doch denen, die glauben, steht die Ehre zu. Aber für die Ungläubigen ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses geworden, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar ist. Er ist der Eckstein, der lebendige Stein, zu dem wir eingeladen sind, um selbst lebendige Steine zu werden, erbaut zu einem geistlichen Haus – einem Bauwerk Gottes. Dies ist der geistliche Tempel Jerusalems. Er steht auf dem Berg Morija, auf dem du deinen Isaak geopfert hast. 1. Petr. 2, 4 ff.
