Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Johan O. Smith

Brief an Frau und Kinder, 21. oder 28. September 1935

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Brief aus „Fra slekt til slekt“, Band 5, Seite 84.
Wahrscheinlich am 21. oder 28. September 1935 geschrieben. Siehe voriger Brief.

Meine liebe Frau, liebe Kinder,

herzlichen Dank für den Brief, den ich gestern hier erhalten habe. Während wir in Kristiansund waren, war unser Gepäck in Molde. Wir hatten zwei öffentliche Versammlungen in Kristiansund. Zu beiden Versammlungen kamen ca. 14 bis 15 Personen. Sie waren still und hörten zu. Frl. Offenberg war in der letzten Versammlung. Sie sagte, dass sie noch nie etwas annähernd so Hartes gehört hätte. Wir haben ihr die Dinge genauer erklärt und dann abonnierte sie das Monatsblatt für 1936. Marie Offenberg, Kristiansund N. Nehmt sie bitte von jetzt an auf die Abonnentenliste.

Auf der Rückreise hatten wir Versammlung in Molde bei Bolsønes. Wir fuhren um 7 Uhr mit der „D/S Lofoten“ von Molde ab und kamen gestern Nachmittag um 16 Uhr hier an. Um 20.30 Uhr hatten wir Versammlung. Drei Brüder: Old-Eide, Gangsø und Johs. Solheim. Sie gaben mit einer solchen Kraft und Einsicht Zeugnis, dass ich fand, dass wir geradezu überflüssig waren. Heute bekamen wir Besuch von P. Skram, Old-Eide und einem neuen Bruder aus Ålesund, der Ola Håndlykken heißt und 27 Jahre alt ist. Das ist einer von den Seltenen mit einem guten Verständnis. Es war beeindruckend, mit ihm zu sprechen. Er versteht sich auf Gottesfurcht. Er kam aus Ostnorwegen und war auch in der Vogts gt. 35 gewesen, hatte jedoch nur ein paar wenige Worte mit ein paar Brüdern gewechselt. Es sieht danach aus, dass aus ihm ein Diener werden könnte; denn auch als Mensch ist er intelligent und verständnisvoll. Er hat noch zwei Brüder, die mit ihm einig sind, aber darin nicht so gegründet sind wie er. Zwanzig Kilometer von hier entfernt, in Rugsund, haben die Brüder Versammlungen gehalten, und Gott hat ihnen dort eine Tür geöffnet.

Gerade jetzt war der Vater von Waldemar Hammer hier. Er ist ein über 70–jähriger Mann. Wir wohnen bei Chrf. Gangsø, dessen Frau die Schwester von W. Hammer ist. Ola Håndlykken bleibt den Sonntag über hier. Das Schiff, mit dem er unterwegs war, hätte an Måløy vorbei nach Ålesund fahren sollen, wohin er seine Fahrkarte gelöst hatte. Aber aus irgendeinem Grund legte das Schiff hier an, und er ging an Land, ohne zu wissen, dass wir hier waren. Gottes Wege sind verwunderlich. Heute Abend und morgen (Sonntag) werden viele zu den Versammlungen kommen, weil Skram und Steindal aus Florø kommen.

Ich bin froh über die Reise nach Kristiansund und Molde. Wir waren zwei Stunden lang in Ålesund und haben Frau Westad besucht, weil zwei Schwestern aus Ålesund in Molde waren und jetzt zu ihr nach Hause reisen wollten. Frau Westad hat eine Hirnblutung und soll nach Oslo ins Krankenhaus.

Es war gut, den Brief von Aksel zu lesen. Ich hoffe, dass er inzwischen wieder geschrieben hat, sodass ich in Bergen etwas von ihm hören kann.

Liebe Grüße an euch alle von eurem

J. O. Smith