Die sieben goldenen Leuchter
„Die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.“ Offb. 1, 20. Der Leuchter wurde aus feinem Gold gemacht in getriebener Arbeit. Sein Fuß und sein Schaft, seine Kelche, seine Knäufe und seine Blumen sollten aus einem Stück mit ihm sein.
Sechs Arme sollten von dem Leuchter nach beiden Seiten ausgehen, und er sollte mit Kelchen wie Mandelblüten, mit Knäufen und Blumen geschmückt werden.
Alles sollte in getriebener Arbeit in einem Stück mit den Leuchtern aus lauterem Gold sein.
Oben auf dem Leuchter wurden sieben Lampen angebracht und man sollte die Lampen am Leuchten halten. 2. Mos. 25, 31 ff.
Jeder Leuchter war eine Gemeinde und die sieben Leuchter stellten sieben Gemeinden dar.
Die Kinder Israel sollten von 20 Jahren an und darüber jeder dem Herrn ein Lösegeld für seine Seele geben.
Jeder von ihnen sollte einen halben Taler geben nach dem Münzgewicht des Heiligtums. Der Reiche sollte nicht mehr geben als der Arme und der Arme nicht weniger. Alle sollten einen halben Taler geben. 2. Mos. 30, 11 ff.
Der goldene Leuchter besteht aus Menschen. Der Arme ist genauso wertvoll wie der Reiche und der Reiche genauso wertvoll wie der Arme.
Sie alle sind durch das teure Blut Christi erlöst. Sie sind mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt. Aber nach dieser Versöhnung sollen sie nun durch sein Leben selig werden. Röm. 5, 10. Der Leuchter war aus getriebenem Gold. Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Sie sind eine getriebene Arbeit. Der ganze Leuchter ist mit Blüten und Knospen des Mandelbaums geschmückt.
Diesen Baum nennt man auch den erwachenden Zweig, weil er früher als alle anderen Bäume blüht und Knospen trägt. „Und es geschah des Herrn Wort zu mir:
Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig. Und der Herr sprach zu mir:
Du hast recht gesehen; denn ich will wachen über meinem Wort, dass ich’s tue.“ Jer. 1, 11-12.
Hieraus verstehen wir, dass der goldene Leuchter überall mit wachen Menschen geschmückt ist; denn mit den Blüten und Knospen des erwachenden Zweiges war der ganze Leuchter geschmückt. Dies geht auch aus Offb. 2, 5 im Brief an den Gemeindeengel in Ephesus hervor: Wenn er nicht wach sein, Buße tun und die ersten Werke tun wollte, dann wollte Jesus, der mitten unter den sieben goldenen Leuchtern wandelt, dessen Leuchter wegrücken von seiner Stätte.
Wie viele Gemeinden wurden nicht von einem wachen und geistlichen Mann angefangen? Nach ihm kamen eine ganze Reihe von Blumen und Knospen des erwachenden Zweigs. Aber – mit den Jahren drang der gewöhnliche weltliche Geist in die Gemeinde ein. Man wurde gleichgültig und der Leuchter wurde weggerückt. Die fleischlichen Elemente wurden zur Mehrheit und die Knospen und Blüten des erwachenden Zweigs verschwanden. Gott musste neue Gemeinden ins Leben rufen, die seiner Nähe würdig waren; während die alten dahinsterbenden Gemeinden von ihren längst entschwundenen „ehrenvollen Erinnerungen“ träumten, und von dem, was ihre wachen, aufmerksamen Vorväter ausgerichtet hatten.
„Gebiete den Israeliten, dass sie zu dir bringen das allerreinste Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter, dass man ständig Lampen aufsetzen könne.“ 2. Mos. 27, 20. Aaron und seine Söhne sollten den Leuchter zurichten, dass er brenne vom Abend bis zum Morgen vor dem Herrn. Das sollte eine ewige Ordnung sein für ihre Nachkommen bei den Israeliten.
Zerstoßene Oliven bedeuten: zerstoßener Eigenwille, zerstoßener Egoismus, zerstoßener Geiz, zerstoßener Stolz, zerstoßene Unkeuschheit, zerstoßener Ehrgeiz.
Zunächst sollte die Olivenfrucht zerstoßen werden, später sollte ihr Öl verbrannt werden. Dies ist das Feuer, von dem Jesus sagte, dass er gekommen war, es anzuzünden auf Erden; und von dem er wünschte, dass es schon brennen würde! Es ist dieses Feuer, das vor dem Angesicht des Herrn von den Lampen in den sieben goldenen Leuchtern leuchtet. Will man nicht zerstoßene Oliven für den Leuchter besorgen, dann kann der Leuchter nicht vor dem Menschensohn Bestand haben, vor ihm, der selbst alle seine Oliven für den Leuchter gab. Denn solange er in der Welt war, war er das Licht der Welt. Wir sehen ja auch klar vor unseren Augen, dass niemand Licht bekommt, der versucht, sein Leben zu erhalten. Aber den Aufrichtigen geht ein Licht auf in der Finsternis. Ps. 112, 4.
Und du sollst Lichtscheren und Löschnäpfe aus feinem Golde machen. 2. Mos. 25, 38.
Den Docht in der Lampe kann man mit dem Sündenleib vergleichen, der zunichtewerden soll. Röm. 6, 6.
Je mehr die Lampe leuchtet, umso mehr Docht gibt es abzuschneiden. Die Schere sollte aus reinem Gold sein und es ist eine kundige Hand erforderlich, um den Docht zu schneiden. Alles muss in Reinheit und mit Weisheit geschehen. Darum waren es Aaron und seine Söhne, die die Lampen instand halten sollten. 2. Mos. 27, 20-21.
Alles Öl muss den Docht in der Lampe passieren und vom Feuer im Leuchter verzehrt werden. Öl in der Lampe und in der Kanne muss man selbst herbeischaffen, wenn man zu den klugen Jungfrauen gehören will. Möchte man seine Oliven für sich selbst behalten und sie nicht opfern und zerstoßen, dann gibt es kein Öl für die Lampen, kein Licht, und man wird eine von den törichten Jungfrauen. Die Gnade wird vergeblich und die Gestalt der Lehre hilft uns nicht, wenn wir ihr nicht gehorchen.
„Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ Röm. 8, 29.
Wie der Leuchter aus Gold und getriebener Arbeit war, so müssen auch wir bearbeitet werden, um dem Bild des Sohnes gleichgestaltet zu werden. Und nun ist die Zeit für diese Bearbeitung. Durch Gehorsam des Glaubens, durch Gottes Gnade und Kraft geschieht das Werk. Röm. 1, 5; 15, 18; 16, 26.
