Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1934-12 - In die Tiefen der Erde

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

In die Tiefen der Erde

Eph. 4, 9

Nun können wir Jesus Christus preisen als das Zentrum, um das sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft drehen. Mose und die Propheten zeugten von ihm, bevor er zur Erde gekommen war und der Heilige Geist gibt nach seinem Weggang Zeugnis von ihm.

Doch wer kannte ihn wohl in den Tagen seines Fleisches? Und wer kennt ihn wohl jetzt in unserer Zeit, wenn er in der einen oder anderen Person im Fleisch geoffenbart wird?

Sein Erkennungszeichen, wo immer er sich im Fleisch offenbart, zuallererst in seinem eigenen irdischen Leib, danach in dem Fleisch, das mit ihm verbunden wird, ist dieses:

„Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg.“ Jes. 53, 3.

Das sind die Tiefen der Erde. Dort hinunter kommt niemand ohne wahre Gottesfurcht.

Der Abgrund

Ein Landstreicher kann sich in dem Morast der Sünde wälzen, sodass er in den Abgrund stürzt; er weiß nicht, wie er dort wieder herauskommt. In denselben Abgrund kann jeder abstürzen, der ein Herz hat, das in Habsucht geübt ist, sodass diese Krankheit ihn zu Mord und Raub treibt, sodass er sich schließlich selbst unerlösbar macht. Das Gewissen wird Jahr für Jahr auf dem Weg zum Abgrund getötet. Zum Schluss hat er kein Gewissen mehr, sondern er hat den Grund, den Abgrund, erreicht.

Aber das sind nicht die Tiefen der Erde. Das sind die tiefsten Tiefen der Gottlosigkeit, die Todeskammer und der Abfallkübel der Unterwelt.

Zwischen den Tiefen der Erde und dem Abgrund bewegen sich alle und alles.

Laodizea

„Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.“ Offb. 3, 17.

Der Gemeindeengel in dieser Stadt hatte das Seine gesucht. Als Mensch war er ein Diplomat darin, irdische Vorteile aus seiner Stellung als religiöser Leiter zu ziehen. Doch nun steht er dem Meister gegenüber und bekommt sein Urteil, dass er blind und nackt ist. Er hatte seinen Lohn schon bekommen. Er hatte niemals einen Schritt in die Tiefen der Erde getan; denn sein Ansehen in der Gemeinde nahm von Tag zu Tag zu. Geschenke, die blind machen, machten ihn so gänzlich blind, dass er zum Schluss nichts sehen konnte. Wenn er sagt: „Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!“, dann bestand all dieser Reichtum in fleischlichem Reichtum und Wohlergehen. Die Gemeinde in Laodizea war durch die Arbeit der Apostel entstanden, doch dieser Mann erntete den Ertrag.

Paulus sagt von sich selbst: „Denn ich denke, Gott hat uns Apostel als die Allergeringsten hingestellt, wie zum Tode Verurteilte. Denn wir sind ein Schauspiel geworden der Welt und den Engeln und den Menschen.“ 1. Kor. 4, 9.

Vergleiche jetzt ihn mit dem Engel der Gemeinde in Laodizea, mit dem, der genug hatte und nichts brauchte, der wohlgenährt, blind und jämmerlich und elend war. Doch auf eine Weise war er nicht blind, nicht untüchtig: Er war tüchtig, aus der Gemeinde Geld herauszupressen. Und leider hat er heute viele Nachfolger: Dicke, Wohlgenährte, Blinde und Nackte, die jedoch von sich selbst sagen, dass sie reich und satt sind und Überfluss haben.

Indem wir in den Fußspuren des Meisters zu den Tiefen der Erde folgen, werden wir immer einsamer, brauchen immer weniger von den Gütern und der Ehre dieser Welt. Wir werden einfacher in Wort und Lehre, Lebensweise und Manieren. Der Charme der Welt, der dem Gott dieser Welt angehört, verschwindet. Die Hoffart verschwindet und damit auch das Ansehen. Auf diese Weise bekam Jesus eine Gestalt, die niemandem gefiel. Jes. 53, 2. Genauso ging es den Aposteln. Paulus arbeitete mit seinen eigenen Händen, um den Korinthern nicht zur Last zu fallen. Ich gehe davon aus, dass auch die anderen Apostel auf ihren Reisen allerlei entbehren mussten. Doch der Engel der Gemeinde in Laodizea war reich und satt und hatte Überfluss. Er war an diesem Ort ansässig und konnte die Gelegenheiten ausnützen. Er hat sich sicherlich davor gehütet, Jesus in die Tiefen der Erde zu folgen. Dazu war er viel zu beschäftigt damit, das irdische Leben zu genießen.

Überall, wo ein großer und wesentlicher Teil der Arbeit in Geldbettelei besteht, kannst du sicher sein, dass ein Engel (Prediger) von Laodizea dahinter steht. Er sagt immer von sich, dass er reich und satt sei, doch ach, wie jämmerlich, elend, arm, blind und bloß er ist!

Lasst uns heute und in der Zukunft auf der Hut sein, dass nicht auch unter uns solche „Laodizeaengel“ großgezogen werden. Es waren die Apostel, die unter den Bedrängnissen ihrer Zeit Gemeinden gründeten. Sie waren es, die leiden mussten. Die Pioniere bekamen die Schläge ab. Andere lassen es sich gerne nach „Laodizea-Manier“ auf deren Kosten gutgehen.

Ein wenig Augensalbe wird die Sicht klarmachen, sowohl bei den Engeln (dem Vorsteher) selbst wie auch bei denen, die ihn umsorgen.

„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an!“ Jesus stand außerhalb der Gemeinde von Laodizea. Lasst uns zusehen, ihn innerhalb zu behalten. Jesus selbst hatte nichts, wo er sein Haupt hinlegen konnte. Aber wie sehr haben doch Päpste, Kardinäle und Prälaten jeder Art sich auf seine Kosten Verdienstmöglichkeiten und einträgliche Ämter geschaffen, ebenso Staatskirchen und Kleinkirchen wie auch freie Versammlungen und Prediger. „Laodizea“ blüht überall und seine Engel sind zahlreich geworden. Deshalb ist der Schein der Gottesfurcht in unseren Tagen groß, aber wo ist die Kraft?

Die gibt es nur bei den Nachfolgern Jesu Christi, die mit ihm auf dem Weg zu den Tiefen der Erde sind.