Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Johan O. Smith

Brief an Ragna Thorsrud, 21. November 1934

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936
Nesbyen, 21.11.1934
Liebe Schwester Ragna Thorsrud,
Friede!

Danke für den Brief, der mir hierher nachgeschickt wurde.

  • 1) In der Gemeindeversammlung soll die Frau selbstverständlich ihr Haupt bedecken, wenn sie betet. Es steht geschrieben: „um der Engel willen“. Die mannigfaltige Weisheit Gottes soll den Mächten und Gewalten im Himmel durch die Gemeinde kund werden. Eph. 3, 10. Es sieht so aus, als ob die Engel die Gemeinde von außen betrachten und dadurch einen Einblick in die mannigfaltige Weisheit Gottes bekommen. Sie begehren, in Christi Geheimnisse hineinzuschauen, aber sie vermögen es nicht. Sie müssen daher das Ganze von außen begleiten und betrachten. Dies kommt wohl daher, dass die Engel nicht Fleisch und Blut wie wir haben und dass Jesus nicht Engelnatur angenommen hat. Siehe 1. Petr. 1, 12 und Hebr. 1, 5 ff., Hebr. 2, 5 und 16.
    Darum soll die Frau auf ihrem Haupt ein Zeichen der Unterordnung haben.
  • 2) Wenn man in der Familie betet (Andacht), würde ich, wenn ich Frau wäre, mein Haupt bedecken. Hierüber soll man nicht streiten. Die Engel sind wohl auch da anwesend.
  • 3) Wenn man in der Kammer allein betet, muss jeder seinem Gewissen folgen.
  • 4) Wir sollen ja ohne Unterlass beten, und dann kann man ja nicht immer mit bedecktem Haupt umhergehen, das wäre ja sinnlos.
  • 5) Wahre Gottesfurcht wird uns in jedem Fall zeigen, wie wir es halten sollen.
  • Wenn ich bete und vor dem Angesicht Gottes und der Engel stehe, nehme ich immer den Hut ab, selbst wenn ich alleine bin. Anders ist es, wenn ich arbeite oder auf der Straße gehe, da lasse ich den Hut auf, weil ich es als ein „Betet-ohne-Unterlass-Gebet“ ansehe.

    Viele Grüße an Br. Thorsrud, eure Kinder und die Geschwister. Hier halten mein Sohn Aksel und ich jeden Abend Versammlung. Alle sind ganz still und hören zu. Samstag und Sonntag fahren wir zu Løken nach Hemsedal.

    Herzliche Grüße in Christus

    J. O. Smith