Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1934-07 - Gebet

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Gebet

Wir müssen über einen längeren Zeitraum beten, bevor man sagen kann, dass wir wirklich beten.

„Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“ Joh. 14, 14.

In Jesu Namen zu bitten bedeutet, nach dem Willen Jesu Christi zu bitten, der wiederum der Wille Gottes ist. Den Namen Jesu findet man nur auf dem Weg, den er ging. Wenn wir nach eigenem Wunsch um alles Mögliche bitten und dazu Jesu Namen nennen, dann ist das nicht bitten im Namen Jesu. Das ist wohl eher ein Bitten im eigenen Namen; denn gewöhnlich bekommt man nicht, worum man bittet. Bitten wir aber um etwas nach dem Willen Gottes, so wissen wir, dass wir das haben, worum wir gebetet haben.

Gebet nach dem Willen Gottes steht in Verbindung damit, Gottes Gebote zu halten; denn Jesus hielt Gottes Gebote und wurde erhört um seiner Gottesfurcht willen. „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“ V. 15. Gebetserhörung können wir nur erwarten, wenn uns das, worum wir bitten, zu Christus hin oder weiter auf dem Weg, der Christus ist, führen kann. Gebet, das nur zur Vergeudung in Lüsten dient, wird nicht erhört.

Gebet um den Heiligen Geist ist nach dem Willen Gottes, ebenso Gebet um Weisheit. Jak. 1, 5. Wenn wir nicht bekommen, was Gott uns so gerne geben will, kommt das daher, dass es Dinge in unserem Leben gibt, die wir nicht aufgeben wollen. Oder auch ist man von bösen Geistern besessen, die einen fest an die Erde binden. Gott will gerne geben und du willst gerne bekommen; wenn es dennoch nicht gelingt, dann gibt es eine dritte Macht, die zurückhält. Diese dritte Macht muss entfernt werden, dann kommt die Gebetserhörung.

Gebetserhörung geschieht immer durch Glauben. Dieser Glaube liegt tief in unserem inneren Wesen begraben. Wir haben ihn in uns selbst, daher konnte Jesus immer wieder seine Jünger um ihres Unglaubens willen tadeln. Wenn du krank bist und du glaubst, dass du weiterhin krank sein wirst – obwohl du darum betest, dass du gesund wirst – dann bleibst du weiterhin krank. Aber glaubst du, dass du gesund wirst, wenn jemand für dich betet, dann wirst du gesund. Jesus sagte immer: Dir geschehe, wie du geglaubt hast.

Das Himmelreich ist inwendig in euch. Hieraus können wir verstehen, dass auch die Gnadengaben, die vom Himmelreich stammen, inwendig in uns liegen müssen. Daher können wir auch oft von Menschen, die diese speziellen Gnadengaben noch nicht bekommen haben, hören: Ich rede nicht in Zungen, aber ich verstehe gut, dass ich es inwendig in mir habe. Ebenso dies: Ich habe noch nie geweissagt; aber ich kann gut verstehen, dass ich es in mir habe.

Wenn es sich mit mehreren Gaben so verhält, dann muss es mit allen Gnadengaben so sein – auch mit der Gnadengabe der Heilung. Die Gnadengaben kommen nicht vom Himmel herabgeschwebt; sondern sie müssen aus unserem inneren Wesen hervorgebetet und hervorgeglaubt werden. Dies kommt wiederum daher, dass wir durch einen Geist zu einem Leib mit ihm getauft sind, worin alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen liegen.