Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Johan O. Smith

Brief an N. N., 23. Mai 1934

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

(Empfänger nicht bekannt)

Horten, den 23. Mai 1934
Lieber Bruder N. N.,
Gottes guter Friede.

Mit großer Freude habe ich deinen lieben Brief aus dem „Grand Hotel“ bekommen. Es war eine Offenbarung Gottes, die du dort bekommen hast, und auf diese sollst du dich ganz und gar verlassen. Lies 1. Petr. 1, 13.

Nachdem du die Gebetsversammlung verlassen hattest, entstand eine seltsame Verstimmung unter allen, die zurückblieben. Ich hatte eine große Arbeit damit, das Ganze wieder in eine gesegnete Spur zu bringen. Aber es gelang und wir setzten die Gebetsstunde fort. Schw. Asta Wøllo redete eine seltsame und schöne Sprache in Zungen. Wir haben alle eine Sorge um dich empfunden. Aber nun glaube ich, dass alles gut werden wird.

Wenn ein Mann gerne eine Arznei haben will, und man sie ihm gerne geben will, es aber nicht klappen will, dann muss eine dritte Macht vorhanden sein, die das verhindert. So auch hier. Gott will den Heiligen Geist geben, und du willst ihn von Herzen haben, dann muss eine dritte Macht da sein, die hindert. Nun bekamst du von Gott selbst Licht darüber, wer diese dritte Macht war. Du warst von einem Geist des Missmuts und des Unglaubens besessen, der dich niedergedrückt, überdrüssig und argwöhnisch gemacht hat. Dieser Geist oder diese Geister sind nun ans Licht gekommen und dort können sie nicht bestehen bleiben. Gott sagte dir mit deutlichen Worten in Lk. 8, 39, dass du heim zu deiner Familie fahren und erzählen solltest, welch große Dinge Gott für dich getan hat. Ich hoffe, dass du das bereits getan hast.

Heute Morgen sprachen wir hier zuhause darüber, was am Vortag passiert war. Wir dachten mit Schmerzen an dich und sahen nicht, wie du da herauskommen würdest. Aber dann kam der Postbote mit deinem Brief. Das kam wie eine Offenbarung Gottes und Befreiung für uns. Ich wusste ja, dass du aufrichtig warst und Aufrichtigkeit gesucht hast, aber dieses Verzweifelte war immer im Weg. Aber nun ist es ans Licht gekommen. Der Fürst der Finsternis wurde offenbar und verlor seine Macht. Preise darum Gott, lieber Bruder.

Es würde mich und andere freuen, wenn du mir möglichst bald ein paar Worte über all die Freude und Herrlichkeit senden würdest, die Gott über dich und dein Haus ausgeschüttet hat. Deine Erlösung wird eine befreiende Wirkung auf deine ganze Familie haben.

Viele Grüße an alle in deinem Haus und an die Geschwister.

Meine Frau und Br. S. Bratlie lassen grüßen.

Dein in Christus und seinem Werk dankbarer Bruder, mit lieben Grüßen

J. O. Smith