(Kein Original)
Friede.
Vielen Dank für deinen lieben Brief und die Manuskripte. Nun geht es auf die Osterkonferenz zu. Die Jahre fliegen so schnell dahin. Dieses Mal haben wir vor, den Gründonnerstag und Karfreitag zu einer Gebetskonferenz für Brüder zu benützen. Auf diese Weise werden die Brüder Gelegenheit bekommen, in Gottes Nähe vorzudringen, und das brauchen wir so sehr. Dies wird Auswirkungen auf die Konferenz und auch bis hin zu allen Gemeinden an den verschiedenen Orten haben.
Über drei Wochen lang hatten wir jetzt täglich Gebetsstunden hier in Horten. Welche Wirkung das auf uns selbst hatte und wie es auf andere wirken wird, weiß Gott allein. Wir haben jedenfalls das Beten lieb gewonnen, sodass es leichter fällt. Die jungen Brüder haben große Kraft in ihrem Gebet. Mehrere von ihnen reden in Zungen und legen aus.
Einer der Brüder aus Sandefjord kam eines Abends mitten während der Gebetsstunde nach Horten. Er wurde mächtig vom Geist des Gebets ergriffen und fing an, so lange und kräftig in Zungen zu reden, dass es uns allen wie ein reines Wunder erschien.
Wenn man anfängt zu beten, dann kommt zum Vorschein, wie es sich mit einem Menschen verhält, ob man ungläubig oder gläubig ist, ob man sich ganz Gott übergeben will oder nicht.
Am nächsten Sonntag ist Konferenz in Brevik, aber das ist ein zu weiter Weg und zu kurze Zeit. Während der Konferenzen sind die jungen Männer oft nur Zuhörer, weil die älteren Brüder beinahe die ganze Zeit in Anspruch nehmen. Dies sind die Sünden der „Prediger“ gegenüber der heranwachsenden Generation, wo doch die Ältesten wie die Jüngsten sein sollten. Daher soll der Prophet, der für die Gemeinde zur Ermahnung und zum Trost redet (was im Laufe von 15 bis 20 Minuten geschehen kann), mehr zum Vorschein kommen; und die Prediger, von denen jeder ein bis zwei Stunden redet, soll man zurechtweisen, wenn sie anfangen, sich zu wiederholen. Dies ist nicht schwer zu verstehen. Am allerbesten versteht man es als Zuhörer. Was über die Erbauung der Gemeinde hinausgeht, ist außerhalb der Gesetze der Weisheit, auch wenn sich der Redselige selbst im siebten Himmel befindet. Etwas mehr Freiheit zum Reden hat man ja möglicherweise, wenn man fast ausschließlich zu Sündern spricht. Sind jedoch mehrere Brüder da, die ein Wort an Sünder haben, dann darf nicht jeder Einzelne von ihnen eine feierliche Sonntagspredigt halten, denn sonst sind die Predigenden selbst Sünder – ohne Weisheit und Verstand. Daher muss der Sieg, den man im täglichen Leben hat, zunehmen, sodass er auch „Sieg im Dienst“ umfassen kann.
Herzliche Grüße von deinem dich in vielerlei Hinsicht sehr bewundernden
J. O. Smith