Die Neujahrskonferenz in Oslo
Es waren etliche Geschwister aus allen Gegenden versammelt, und es gab viele gesegnete Zeugnisse. Gottes Weisheit dringt überall hinein. Mehrere waren auch betrübt nach Gottes Willen und wünschten Fürbitte, nicht öffentlich, sondern einzeln in Stille. Möge Gott ihnen geben, was ihr Herz begehrte. Hier sollen nur einige der Gedanken, die auf der Konferenz hervorkamen, erwähnt werden:
Wenn einem Menschen seine Sünden vergeben wurden und er mit dem Heiligen Geist getauft wurde, dann ist er von Gottes Seite her voll ausgerüstet, um anzufangen, in Christi Leib zu graben, in dem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind. Beachte, dass sie verborgen, aber vorhanden sind.
Lasst uns ein Bild gebrauchen. Die Indianer in Amerika saßen jahrhundertelang unter ihren Palmen. Sie hörten die Niagarafälle über die Felskanten rauschen. Sie lebten vom Wild und kümmerten sich ansonsten um nichts anderes, als dass der eine Stamm gegen den anderen Krieg führte.
So ist es bei jedem, der nichts tun will, nachdem er in Christus gekommen ist. Er gleicht den eingeborenen amerikanischen Indianern. Die Ölquellen liegen in der Erde, doch die Indianer bohren nicht. Silber und Gold liegen im Gebirge, aber sie suchen nicht. Die Erde hat von Gott den Befehl, allerlei Arten Früchte und Getreide hervorzubringen, aber die Indianer bestellen ihr Land nicht. Sie wollen nichts tun. Gott hat alles getan.
Genauso lebt heute die Mehrzahl der Christen. Sie wollen nichts tun, denn Gott hat alles getan. Dadurch betrügen sie sich selbst. Ebenso wie alle Herrlichkeiten in Amerika in der Erde und in den Bergen verborgen liegen, so liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis in Christus verborgen.
Als die Europäer nach Amerika kamen, fingen sie an, in der Erde und in den Bergen zu graben. Sie entdeckten Ölquellen, Gold und Silber. Die Wasserfälle dienten als Antrieb für Fabriken und elektrisches Licht erleuchtete überall das Land. Die indianischen Ureinwohner mussten immer weiter ins Landesinnere ziehen, denn die Siedler kauften ihr Land. Sie wurden weniger und ihr Mangel an Wissen machte sie zu jeglicher Art von Wettbewerb untüchtig.
Die Indianer in Amerika erkannten nicht die Zeit ihrer Heimsuchung. Ebenso die Christen heute. Faulheit, Mangel an Lust, etwas anzupacken, die Unterweisung durch falsche Lehrer, dass es Knechtschaft sei, in Christus wirksam zu sein und nach verborgenen Schätzen zu graben, führen dazu, dass sie in einem Land, das von Milch und Honig fließt, zugrunde gehen. Sie sitzen das ganze Leben lang in ihrem Zelt auf einem Stück Land, auf dem ein paar Meter unter der Erde die reichsten Ölquellen hervorsprudeln würden, wenn sie es nur fertigbrächten, den Spaten in die Erde zu setzen. Aber die Unwissenheit hält sie in Armut.
Wie ungeheuer viele Male haben wir doch gehört, dass wir garnichts tun können. Doch Paulus sagt: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“
„Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles.“ Eph. 1, 22. Wir müssen hieraus verstehen: Wenn Jesus Christus zum Haupt über alles gesetzt ist, dann hat er Verstand in allen Dingen. Und wenn wir zu ihm, dem Haupt über alles, hinwachsen, dann werden auch wir Verstand in allen Dingen bekommen. Daher weg mit dieser Dummheit, dass wir nichts wissen sollen und nichts tun sollen. Das ist, als ob sich Adam und Eva und das Menschengeschlecht in all ihrer Unwissenheit zur Ruhe hätten setzen sollen. Wie wäre es dann mit der Nutzung der Erde und deren Fülle gegangen? Der Wille Gottes ist, dass wir uns alles, was er in der Erde und in der Luft geschaffen hat, zunutze machen sollen, denn auch dadurch wird die mannigfaltige Weisheit Gottes offenbar, und er wird groß in unseren Augen. Wenn wir im Leib Christi graben, in dem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen liegen, dann wird Christus groß und Gott sehr groß, der ein so mächtiges Weisheitswerk in Christus verwirklichen konnte.
Aber Satans Lehre breitet sich weiterhin aus: „Du sollst nichts tun. Das ist Knechtschaft.“ Doch Christi Lehre lautet so: „Schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist‘s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Phil. 2, 12-13.
Des Weiteren wurde über Salz gesprochen
Jedes Opfer soll mit Salz gesalzen werden und jede Person soll mit Feuer gesalzen werden. Mk. 9, 49.
Salz bedeutet „alles“: Deine Gabe soll gesalzen sein, es soll ein Ganzopfer sein. Wir salzen das, was aufbewahrt werden soll. Das Herz muss von der Gabe gelöst sein, dann ist sie gesalzen.
Wenn wir etwas salzen, dann reiben wir es an allen Seiten mit Salz ein. Danach bewahren wir es auf. Die Gaben, die wir nach der Anweisung des Herrn geben, werden gesalzen. Sie werden auf den Tag der Offenbarung Gottes und Christi aufbewahrt, an dem jedem nach seinen Werken vergolten werden wird.
Jede Person soll mit Feuer gesalzen werden. Sie soll mit Salz eingerieben werden, um für das ewige Leben aufbewahrt zu werden, und sie soll mit Feuer eingerieben werden, damit die letzten Reste der Bosheit verzehrt werden sollen.
Die Braut
„Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes. Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die Heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott.“ Offb. 21, 9-10.
Das neue Jerusalem ist also die Braut. Das Jerusalem, das droben ist, das ist unsere Mutter. Wir sind von oben geboren aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt. Wir sind zu dem Berg Zion gekommen und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem. Hebr. 12, 22. Wir sind also hineingeborene Einwohner der Stadt, die vom Himmel herniederkommt. Sieh, wie groß die Weisheit und die Kraft Gottes ist an uns, die wir glauben!
Die Stadt hatte eine große und hohe Mauer. Niemand konnte über diese Mauer kommen. Nichts Unreines soll in sie hineinkommen. In der Mauer gab es zwölf Tore, und jedes Tor war eine Perle. Die Stadt ist viereckig angelegt, die Länge, die Breite und die Höhe sind gleich. Die Stadt ist also kubisch. Das Brautchristentum ist ebenfalls kubisch. Es geht in die Tiefe. Darin liegt eine Bedeutung und das kann man verstehen, denn Christus will keine oberflächliche Braut haben, die ihn nicht versteht. „Ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.“ Hier sehen wir wieder die Gesinnung der Braut. Sie hat keinen Gebrauch für diese hohen, kostbaren Tempelbauten. Gott und das Lamm sind ihr genug in Zeit und Ewigkeit. Aber der alte, religiöse, eitle Mensch muss Kirchen haben, schöne Kirchen, hohe Kirchturmspitzen, große Glocken und schöne Glasmalereien an den Fenstern. Dies zeigt deutlich, was man bewundert und anbetet. Die Braut dagegen hat eine ganz andere Gesinnung. Gott und das Lamm sind ihr Tempel, sei es auf dem Dachboden oder im Keller.
Die Völker werden im Licht der Stadt wandeln. Ja, so ziemt es sich. Die Menschen, die das Licht Gottes und des Lammes nicht ertragen, brauchen ein schwächeres Licht, und das bekommen sie: Sie werden wandeln im Licht der Stadt, dem Licht der Braut.
In der heutigen Zeit verachten sie das Licht der Braut. Wie groß wird dann ihr Erstaunen in der Ewigkeit sein, wenn sie notgedrungen in dem Licht wandeln müssen, das sie hier verachteten. Das wird dann ungefähr so wie bei den Juden, die Jesus verachteten, doch dann in alle Ewigkeit eingestehen müssen, dass er ein Herr ist zur Ehre Gottes, des Vaters. Gott kehrt die Dinge um. Was der Mensch von Natur aus kennt, daran verdirbt er. Jud. 10.
Es kamen auch viele andere Dinge auf der Konferenz hervor; doch dies hier ist niedergeschrieben, um die Geistesrichtung – die Brautrichtung – zu zeigen.
