Heilung des Leibes
„Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei.“ Kol. 1, 18.
Was bedeutet es, dass Jesus das Haupt des Leibes ist? Das bedeutet, dass unser Verhalten in allen Belangen mit ihm übereinstimmen muss – wir dürfen ihn in keiner einzigen Sache übergehen. Bist du krank, dann wende dich an das Haupt des Leibes. Lass deine Zuversicht auf ihn gerichtet sein; denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare. Kol. 1, 16.
Du wirst fragen: Sollen wir uns denn nicht an den Arzt wenden?
Doch, du kannst dich seiner bedienen; doch er soll sich nicht deiner bedienen. Dein Sinn soll nicht vom Haupt, Christus, weichen, sodass der Arzt dein Haupt wird. Du kannst dich mit ihm beraten, doch du selbst musst wählen, was in deinen Augen recht ist. Denn es ist dein Leben und nicht das des Arztes. Wenn du dich ganz dem Arzt auslieferst, weicht dein Sinn von Christus als Arzt. Asa wurde im neununddreißigsten Jahr seiner Herrschaft krank an seinen Füßen, und seine Krankheit nahm sehr zu; und er suchte auch in seiner Krankheit nicht den Herrn, sondern nur die Ärzte. Zwei Jahre darauf starb Asa. 2. Chron. 16, 12. Was war nun die Sünde von König Asa? Nun, er glaubte blind an die Ärzte und vergaß den Herrn. Die Ärzte wurden das Haupt Asas. Er lieferte sich ihnen vorbehaltlos aus.
So soll es in der Gemeinde nicht sein. Unser Haupt, Christus, ist für den Leib über alle Macht und Herrschaft eingesetzt; hiermit auch über jede Art von Wissenschaft. Damit sind auch wir als Glieder des Leibes Christi über alle Macht und Herrschaft eingesetzt. Ein Arzt darf nicht unser Haupt werden und so unsere „Sonne der Gerechtigkeit“ verdunkeln; denn dann kommen wir in Finsternis und wandeln nicht im Licht.
Sirach sagt: „Gib dem Arzt die gebührende Ehre, damit du Hilfe von ihm bekommen kannst, wenn es nötig ist; denn der Herr hat ihn geschaffen. Denn Heilung kommt von dem Höchsten und von Königen erhält der Arzt Geschenke.“ Sir. 38, 1-2 (norw. Übers.).
Hier sagt Sirach, dass wir vom Arzt Hilfe haben sollen, wenn es nötig ist. Das ist das rechte Verhältnis. Du sollst jedoch dein Leben nicht blind in seine Gewalt geben; denn Heilung kommt vom Herrn. Das verstehen die Ärzte selbst.
Der Arzt kann operieren, doch er kann es nicht heilen lassen. Das kommt vom Herrn. Der Arzt kann Arzneien geben, doch vom Herrn kommt die Heilung.
Nun gibt es Christen, die in ihrem blinden Eifer dafür, den Herrn als ihren Arzt zu bekommen, verächtlich über unsere irdischen Ärzte reden. Sirach jedoch sagt: „Denn der Herr hat ihn geschaffen.“ Eine Stadt mit vielen Menschen braucht allerlei Handwerker und allerlei Ärzte. Wenn man den Arzt verachtet, warum dann mit seinen Zähnen zum Zahnarzt gehen? Jede wahre Wissenschaft ist vom Herrn; denn es ist des Herrn Ehre, eine Sache zu verbergen; aber es ist des Menschen Ehre, Gottes Werke zu erforschen. Einen Leib, der aus Fleisch und Blut besteht, kann man erforschen. Wir holen die Hebamme, wenn ein Kind zur Welt kommt – und gehen zum Zahnarzt, wenn ein Zahn gezogen oder behandelt werden soll. Doch brechen wir Arme und Beine, dann gehen wir zum Arzt. Niemand kann alles alleine tun; wir brauchen einander.
Doch sich der Behandlung des Arztes auszuliefern, wenn es um Tod oder Leben geht, ohne den Herrn um Hilfe anzurufen, das ist eine ganz andere Sache.
Wenn Gott unseren Verstand erleuchtet, dann sollten wir ja nicht dümmer sein als die Kinder dieser Welt. Wenn man dies dennoch ist, dann muss die Ursache Hochmut sein. Denn manche prahlen mit ihren Träumen, andere mit ihren Gesichten, und wieder andere damit, dass sie nie den Arzt zu Rate ziehen. Doch durch solche fleischliche Großtuerei macht man niemals Gott groß. Gott wird dadurch groß, dass wir als seine Kinder in allen Dingen Weisheit und Verstand bekommen. Dadurch wird unser himmlischer Vater geehrt.
