Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Edvin Bekkevold - 1927.05.04

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931
Horten, 4. 5. 1927
Lieber Bruder Edvin Bekkevold,

danke für deinen lieben Brief, den ich neulich bekommen habe. Es war eine Freude, von den Brüdern M. Jensen, Halvorsen, Johnsen usw. zu hören, von der Reise nach Oslo und dass ihr es gut zusammen habt. Ja, das Wort vom Kreuz schafft Einheit und Frieden. Nichts anderes vermag das. Alles Fleisch „am Kreuz“ – und dann ist der Friede da. Wundersames Wort vom Kreuz: Gottes Kraft, Gottes Weisheit, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit. Aber für uns, die wir glauben, ist es eine Gotteskraft, um Satanas außer Reichweite zu halten – ob er es durch Fleisch oder Geist versucht.

Schw. Elisabeth Eriksen ist nun durch gewaltige Leiden zu großen Resultaten gelangt, nämlich sich von einem verdorbenen Geist innerhalb des Familienlebens fernzuhalten. Möge dies vielen zur Lehre werden und viele lehren, dass Gottes Wort und Gesetze unweigerlich feststehen und nicht übertreten werden dürfen und können, ohne die schwerwiegendsten Folgen zu haben.

Nun ist es nur noch ein Monat bis zur Pfingstkonferenz. Ich hoffe, viele von euch haben Gelegenheit zu kommen. Es ist so verwunderlich auf diesen Konferenzen, Gott ist so nah und segnet das Ganze. Du musst auf Br. Hågensen achtgeben, dass er sich nicht mit zu späten Versammlungen überanstrengt. Als er während der Osterkonferenz die ganze Nacht wach war, hat das sein Nervensystem so angestrengt, dass er am Tag danach nicht er selbst war. Versuche, ihn daran zu erinnern, dass er auf seinen schwachen Leib achtgibt!!!

Dem Chef der Freya Schokoladenfabrik (ich weiß nicht, wie er heißt) gefiel es gut auf der Konferenz, doch ich weiß nicht, ob er eure Versammlungen besucht. Ebenso die zwei Schwestern aus den Versammlungen von Storm-Monsen und die Schwester von Sara in Fredrikstad (die große Lange mit den geschnittenen Haaren).

Ich glaube, dass Oslo die Zukunft vor sich hat, oder besser gesagt, dass ihr in Oslo Zukunft vor euch haben werdet. Geht nur unbeirrbar weiter in derselben Spur. Ob es ihnen gefällt oder nicht, verkündigt werden muss es; denn Gottes Wort ist lebensspendend und lebendig in sich selbst. Hat Gott dir deine Berufung verordnet und deine Aufgabe in der Gemeinde in Oslo gegeben, dann stehe unerschütterlich fest; denn du wirst immer mit der Unterstützung der Ältesten rechnen können, sofern nicht die Sünde herrschen darf und bewiesen werden kann. Und diese verabscheust du ja selbst von ganzem Herzen. Die neuen Brüder kennen jetzt den Jubel; aber sie dürfen nicht verzagen, wenn das Feuer kommt. Es ist mir immer eine Freude, von der Arbeit zu hören, und besonders jetzt nach der Konferenz war ein Brief sehr willkommen.

Grüße deine Frau und die Brüder Jensen, Hågensen und Bratlie. Achte immer darauf, dass die Brüder in Oslo, die bereits längere Zeit treu waren, zu ihrem Recht kommen und als „die Älteren“ behandelt werden. Auf diese Weise bekommt jeder seinen Platz und sein Lob als vom Herrn selbst.

Liebe Grüße von deinem an der Arbeit, an den Widerwärtigkeiten, am Fortschritt und an der Furcht des Herrn teilhabenden und darin ruhenden Bruder

J. O. Smith