Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Elias Aslaksen - 1927.03.29

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

(Original fehlt)

Horten, den 29. März 1927
Lieber Bruder E. Aslaksen,
Gottes Friede in Christus Jesus.

Am Sonntagabend hatten wir eine gesegnete Versammlung in Oslo. Am Vormittag hatten wir ein beeindruckendes Gespräch über Werke durch Glauben. N. N. wurde hiervon so ergriffen, dass sie den Rest des Tages darüber sprach. Sie wollte auch das Ihre dazu beitragen, diese Lehre bekanntzumachen.

Geistlicher Krieg ist leider wenig bekannt, auch unter unseren Geschwistern. Dies ist ein großer Verlust, denn Satan kann sich auf diese Weise einschleichen und zerstören, und große Wölfe können in die Schafherde hineinkommen. Ich weiß beinahe nicht, wie man den Geschwistern das Kriegführen beibringen soll, wie man sie lehren soll, Satan zu „wittern“, wenn er in die Versammlung eindringen will, sodass man ihn in einem frühen Stadium hinausbekommt. Es ist eine wirkliche Betrübnis darüber in meinem Herzen, weil in der Gemeinde in dieser Beziehung große und wesentliche Mängel bestehen. Als Beweis hierfür möchte ich Folgendes anführen: Br. T. bat in einer Sache um Rat. Ein Telegrafist schloss seine Decken und andere Gegenstände mit einem Vorhängeschloss ein. Zu den anderen sagte er, er fürchte, T. würde diese Gegenstände während der Schicht benutzen. Br. T. fragte ein paar Geschwister, was er tun solle, und bekam zur Antwort, dass er nur schweigen und leiden solle. Nun ging dieser Telegrafist noch einen Schritt weiter, weil T. schwieg, und jetzt ist es für ihn bald nicht mehr auszuhalten, sagt T. Ich riet ihm dann, auf die genau entgegengesetzte Weise zu siegen: Wenn möglichst viele versammelt sind, dann frage ihn geradeheraus, was er sich dabei denkt, wenn er seine Decken deinetwegen einschließt. Auf diese Weise wird er vor den Ohren aller anderen gründlich entwaffnet werden und du wirst einen dauerhaften Frieden und bei den anderen Respekt bekommen! Br. T. freute sich hierüber und will es jetzt so machen. Ich selbst habe Ähnliches versucht und es hat große Furcht bewirkt. Br. E. habe ich in dieselbe Richtung geraten und er hat vor Siegesfreude gestrahlt. Dass man nicht für seine eigene gerechte Sache kämpfen soll, ist auch ein Meisterwerk Satans, womit er Gottes Volk betrügt. Man meint nämlich, man würde sich selbst nach dem Fleisch verteidigen. Aber wir sind nicht im Fleisch, sondern im Geist. Und von da aus können wir das scharfe Schwert des Herrn gegen die Geister Satans richten, die bei Weitem nicht so stark sind wie der Geist, der in uns wohnt.

Ich bin sehr froh für den Besuch in Oslo; doch es gibt so gut wie keine Kriegsleute dort, wir müssen also ein paar rekrutieren. Kein Wunder, dass Satan sowohl die irdischen als auch die geistlichen Kriegsleute verflucht.

Solange sich eine Geschwisterschar nicht auf Krieg versteht, kann sie nicht allein zurechtkommen, sondern braucht Hilfe bis ins Unendliche. Aber wie soll man es ihnen beibringen? Das ist die große und wesentliche Frage.

Liebe Grüße von deinem Bruder

J. O. Smith