Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1927-01 - Kampf gegen das Geisterheer der Bosheit

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Kampf gegen das Geisterheer der Bosheit

Oft kann man von weniger gut gelaunten Menschen hören, dass sie „den Wolfspelz“ anhaben. Mörder können vor Gericht erklären, dass sie nicht zurechnungsfähig waren, als die Straftat geschah. Saul wurde von einem bösen Geist geplagt, der eine zeitlang von ihm wich, wenn David auf der Harfe spielte, aber andere Male brachte der böse Geist Saul dazu, den Speer nach David zu werfen und ihn zu verfolgen. Der Teufel kommt einzig und allein, um zu töten, zu stehlen und zu verderben.

Nun sagt Paulus, dass wir nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen haben, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Eph. 6, 12.

Jeder, der sich befleißigt hat, Christus nachfolgen zu wollen, hat mehr oder weniger Erfahrung damit, dass wir wirklich Kampf gegen ein Geisterheer der Bosheit und gegen die Herren der Welt haben, die in dieser Finsternis herrschen. Als Jesus gefangen genommen wurde, um gekreuzigt zu werden, sagte er: „Dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“ Nun steht, dass wir uns von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott bekehrt haben. Eben darum haben wir auch diesen Kampf, für den man Gottes ganze Waffenrüstung braucht. Gerade wenn alles in bester Ordnung zu sein scheint, kommt ein Unwetter der Bosheit von der einen oder anderen Seite dahergebraust, von der einen oder anderen Person, die Satan als Werkzeug für sich gebrauchen konnte. Seine Absichten sind uns nicht unbekannt, sagt der Apostel, und wir sollten wohl dasselbe sagen können. Das Unwetter kommt in Form von bösen Verdächtigungen, Herrschsucht, Eifersucht oder Neid auf den einen oder anderen. Solange dieser Sturm andauert, muss man wie ein Seemann den Südwester tief ins Gesicht ziehen und das Ölzeug eng um den Leib gürten, seine Kräfte in Gott sammeln und Satan fest im Glauben widerstehen, so wird er von uns fliehen. Fürchterliche Unwetter. Die Geistesmächte, die in der Luft herrschen, führen Krieg gegen die Heiligen. Gott deckt uns in seiner Hütte zur Zeit des Unheils. Seine Hütte besteht darin, dass man sich im Felsen Christus verbirgt, bis der Sturm vorüber ist, dass man im Gebet auf den Herrn harrt, bis der Sturm abgeklungen ist.

Wir haben Kampf gegen die Mächte im Reich der Bosheit. Warst du nie dem ausgesetzt, dass man dich in Bosheit und mit Macht angefallen hat? Woher hat der Mensch diese Macht, wenn nicht vom Geistesheer der Bosheit? Die Herren dieser Welt finden es nicht ausreichend, dass du deine Arbeit sorgfältig für sie machst, sie wollen die Oberhand über deinen Geist haben. Bekommen sie die nicht, dann hilft es nicht, wie sorgfältig du ansonsten alle Dinge machst. Nun ist der Geist, der in uns ist, stärker als der Geist, der in ihnen ist. Diese Stärke können sie nicht ausstehen, und dann beginnt der Kampf, bei dem die Herren der Welt immer den Kürzeren ziehen, wenn wir treu sind und an unserer Würde in Christus Jesus festhalten. Die Folge davon ist wiederum, dass man isoliert wird. Die Herren der Welt wollen mit solchen Seelen nichts zu tun haben. Am liebsten mögen sie Leute, die ihnen schmeicheln und etwas vorheucheln. Solche erreichen hohe Stellungen und werden schließlich selbst Herren der Welt, die dieselbe Vorgehensweise von ihren Untergeordneten fordern. Eine Seele, von der man sagen kann: „Wahrlich, es ist kein Falsch in ihr“, kommt in dieser Welt kaum vorwärts, wo die Herren der Welt die Macht haben.

Über allem Herrlichen liegt eine Decke. Was Gott als herrlich ansieht, hat niemals Ansehen in der Welt. Daher hatte auch Jesus keine Gestalt, die einem gefallen hätte. Doch der Vater hatte Gefallen an ihm; denn er gab ihm in der Gegenwart von Zeugen das Zeugnis: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Das Ansehen der Welt bekommt ihren Glanz von den Mächten der Bosheit. Diese waren es, die Daniels Gebete hinderten. Doch schließlich drangen die Gebete hindurch; der Engel sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, Daniel! Denn von dem ersten Tage an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, Verständnis zu erlangen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden; und um deiner Worte willen bin ich gekommen. Aber der Fürst des Königreichs Persien stand mir einundzwanzig Tage entgegen; und siehe, Michael, einer der ersten Fürsten, kam, um mir zu helfen, und ich trug daselbst den Sieg davon bei den Königen von Persien.“ (ELB)

Als Daniel sein Herz darauf gerichtet hat, Verständnis zu erlangen und sich vor seinem Gott zu demütigen, sind seine Gebete erhört worden; aber es mussten große Fürsten unter dem Himmel im Geisterheer der Bosheit überwunden werden, bevor der endgültige Sieg zu Daniel gelangte. Auch wir müssen auf den Herrn harren und im Gebet ausharren, wenn wir zum endgültigen Sieg gelangen wollen. Wenn wir für einen Sünder beten, der in Satans Netz gefangen ist, dann muss Gott auf die eine oder andere Weise in die Geisterwelt der Bosheit eingreifen und diese Seele befreien. Dies kann Zeit in Anspruch nehmen, aber durch Gebet und Glauben erhalten wir Gottes Arbeit mit der Seele aufrecht, bis die Seele schließlich frei und los ist. Gott ist nicht langsam zu hören; denn Daniels Gebete wurden von dem ersten Tag an erhört, und von dem ersten Tag an fing Gott mit der Arbeit an, die zur Gebetserhörung Daniels führte. Gott handelt in allem nach bestimmten Gesetzen, daher braucht es Zeit. Aber Daniel hatte sich hingegeben, um Einsicht zu suchen, daher verstand er, dass er erhört werden würde, wenn er nur geduldig und beharrlich im Gebet sein würde.

Es gibt heute viele, die sich Gott zugewandt haben, um Vergebung ihrer Sünden zu bekommen, und sie haben bekommen, was sie suchten. Aber wie wenige sind es doch, die ihr Herz darauf richten, Verständnis zu erlangen, sodass ihre Gebete im Dienst für Gott erhört werden können und sie verstehen können, was ihren Gebeten im Weg steht und was entfernt werden muss, damit die Seelen befreit werden können.

Es ist Kraft nötig, um übermütig und stolz zu sein. Diese Kraft bekommt der Mensch vom Geisterheer der Bosheit. Ebenso bekommt man von dort Kraft umzubringen, Hurerei zu treiben, zu lügen, ein falsches Zeugnis abzulegen usw. Es sind Mächte und Gewalten, gegen die wir Kampf haben. Wie übel ist es doch, wenn diese Mächte durch die eine oder andere unachtsame Seele in Gottes lebendige Gemeinde hineinkommen. Das ist, als würde man eine Schlange in einen Ameisenhaufen hineinlassen. Alles konzentriert sich auf dieses Böse, bis es wieder hinausgetrieben ist. Daher wird jeder von uns zu diesem ermahnt: „Gebt nicht Raum dem Teufel!“ Eph. 4, 27.

Nun fuhr Jesus in die Tiefen der Erde hinab. Dort kam er mit dem Geisterheer der Bosheit in Berührung, das den Menschen dazu trieb, ihn zu kreuzigen. Aber er siegte in seinem Geist über alle Mächte und Gewalten und hat sie öffentlich zur Schau gestellt und einen Triumph aus ihnen gemacht am Kreuz. Er brach hindurch und ist aufgefahren über alle Himmel, damit er alles erfülle. Eph. 4, 9-10. Am Kreuz können auch wir über die Geistesmächte siegen, aber ohne Kreuz kann nie die Rede davon sein zu siegen. Der Apostel ermahnt uns, in diesem größten Kampf des Lebens die ganze Waffenrüstung Gottes anzuziehen: Umgürtet an den Lenden mit Wahrheit, angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, an den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium des Friedens, mit dem Schild des Glaubens, dem Helm des Heils und dem Schwert des Geistes. Gleichzeitig ist es erforderlich, allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für die eigene Person und für alle Heiligen zu beten. Nur so gerüstet kann von Sieg die Rede sein.

Wir haben in Gottes Gemeinde eine ständige Mühe mit Niederlagen an so gut wie allen Fronten, weil weder die Rüstung noch die Wachsamkeit im Gebet so in Ordnung sind, wie sie sein sollen. Böse Geister grinsen uns von fast allen Seiten entgegen. Würde nur die Mauer vollständig! Gäbe es doch viele, die die Lücken zumauern könnten! Es gibt genug von denen, die laut ihre Stimme darüber erheben, wie viele Löcher in der Mauer sind, durch die Satan eindringen kann, aber wie viele gibt es, die darüber Leid tragen und ständig mit dem Zumauern beschäftigt sind? Komm her, sieh dort, schwirrt es überall um die Ohren. Br. N. N. hat das und das gesagt und Schw. N. N. tut das und das. Es ist beinahe eine Freude, etwas zu finden, worauf man zeigen kann. Man ist schadenfroh. Das ist in keinster Weise Christi Gesinnung. Er sagt: Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden – Leid tragen über die schlechten Zustände, sei es beim Einzelnen oder bei der Gemeinde als Ganzes. Diese sollen getröstet werden. Mögen viele von uns an diesem Leidtragen und an diesem Trost teilbekommen.