Gottes guter Friede.
Deinen sehr lieben Brief vom 6. dieses Monats habe ich erhalten. Danke für die unbeschreiblich guten Nachrichten, die ich gestern in der Versammlung den Geschwistern laut vorlas. Deine Arbeit im Herrn ist keineswegs vergeblich, sondern im Gegenteil äußerst notwendig und nützlich. Du kannst mir glauben, mein Geist war in diesen Tagen in Oslo, aber auf eine merkwürdig seufzende und betende Weise. Möge Gott das Ganze reichlich segnen. Das Wort vom „Kreuz“ soll und muss weiter verbreitet werden. Du kannst gut dein Leben lang predigen „Ans Kreuz“ mit allem Fleisch, aller Menschenweisheit, aller Vernunft und Spitzfindigkeit, allem Fressen und Saufen usw. usw. usw. Wenn du einen Namen von Wert haben sollst, dann könntest du keinen besseren Namen bekommen als diesen, aber das ist ihre Sache. Das, was wir für Gott tun, soll und muss vorangebracht werden. Oslo, ja ganz Norwegen hat es nötig, „Hinauf ans Kreuz“ zu hören. Wenn ich es so empfinden würde, dann würde ich alles tun, um am nächsten Samstag nach Oslo zu kommen; aber vorläufig glaube ich zu verstehen, dass Gott dich für diese Arbeit auserwählt hat, und deswegen will ich Gott innig für dich bitten, dass er dich mit dem Geist der Weisheit, der Kraft, der Liebe und der Stärke erfüllen möge, um die angefangene Arbeit zu vollenden. Wenn Gott mich sendet, dann werde ich gehen.
Br. Oscar Hansen kam gestern von Fredrikstad, wo sie ein überaus gesegnetes Beisammensein hatten. Martha L. kam von Sarpsborg. Sie erzählte von Schw. Leonhardsen. Ihr Mann kaufte einen Bauernhof, um, wie ich verstehe, seine Frau von den Versammlungen fernzuhalten. Er verbot ihr, zu den Versammlungen zu gehen, und sie blieb zuhause. Als sie ganz damit aufhörte, in die Versammlungen zu gehen, fragte er sie, ob sie nicht zur Versammlung gehen würde. Nein, antwortete sie, ich darf nicht. So bekam er die Verantwortung dafür, und das empfand er so stark, dass er jetzt seine Frau mit dem Pferdewagen zu den Versammlungen fährt und selbst darauf achtet, dass sie pünktlich ist. Dies war wieder eine schöne Auswirkung davon, dass Schw. Leonhardsen ihr „Kreuz“ auf sich nahm. So konnte Gott in ihrem Mann wirken.
Gestern sprachen wir miteinander über „Leib“, „Seele“ und „Geist“. Es ist ausgesprochen gesegnet, dies zu erörtern. Dass man diese drei auseinanderhält, bringt große Klarheit und Frieden; doch hier gibt es viel zu erörtern und noch mehr zu schreiben. Bei dem „Fleischlichen“ finden die Begierden durch die Sinne Eingang und reißen „Seele“ und „Geist“ mit sich. Bei dem „Geistlichen“ kommt das Licht von oben in unseren „Menschengeist“ hinein. „Die Seele“ gibt ihre Zustimmung und „der Leib“ wird als Werkzeug der Gerechtigkeit hingegeben – trotz der Lüste und allem, was sich im Leib befindet. Dieser ist tot um der Sünde willen. Man wird entweder von unten durch „die Sinne“ oder von oben durch „den Geist“ regiert. Hier bekommen wir es gründlich mit „dem Kreuz“ zu tun. Das Kreuz gebietet aller weltlichen Weisheit Einhalt, ja allem, was durch die Sinne von unten kommt. Aber es macht auf für die Erkenntnis von oben. Es wirkt wie ein Ventil, das für die Kraft von unten zumacht, aber die Kraft von oben hineinlässt.
Liebe Grüße an dich und euch alle von deinem ergebenen Bruder
J. O. SmithIch glaube, es lohnt sich, in Oslo viel Arbeit zu investieren, da dort ein so großes Arbeitsfeld ist.
