Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Elias Aslaksen - 1926.12.06

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

(Kein Original.)

Horten, 6. Dezember 1926
Lieber Bruder E. Aslaksen,
Friede.

Danke für das Manuskript „Was ich gesehen habe“ für Skjulte Skatte und für das, was du auf Andreas Nilsens Brief vermerkt hast. Es ist wahr, dass die Widersacher weglaufen, bevor man das Schwert zieht. Das sind alles zusammen gute Zeichen. So soll es sein. Dann ist es eine Freude, ein Kriegsmann zu sein. Dies sind die Kriege des Herrn. Selbst Nabals Frau verstand sich auf diese Kriege. Deshalb bekam sie auch einen besseren Mann als Nabal.

Es gibt sehr wenige hier auf dieser Welt, die für das Himmelreich geschickt sind. Häufig ist es so, dass man sein ganzes Leben lang sich selbst und der Sünde dienen will und dann am Schluss bei der endgültigen Lebensabrechnung für alles zusammen Vergebung bekommen will. Aber wo bleiben dann: das Bauwerk Gottes, die gerechten Werke der Heiligen, das Gold, das Silber, die edlen Steine? Man verliert unendliche Werte in Form von Leben und Werken.

Lohne hat in Amerika einiges durchgemacht. Als er Br. Birkeland traf, hat er sich riesig gefreut. Vielleicht kann er noch gewonnen werden. Lass ihn noch ein Jahr stehen; ebenso die anderen. Lass uns versuchen zu retten, was zu retten ist. Ich nehme an, dass die Strafe, die sie bereits bekommen haben, eine kräftige Wirkung getan hat. Gott hat sein Urteil in diesen Dingen gefällt und das ist keine Kleinigkeit. Die Rennbahn liegt noch vor uns und wir wissen ja nicht, wo sich jeder Einzelne auf der Bahn befinden wird, wenn sein Lauf beendet ist. Aber das wissen wir, dass die Barmherzigkeit sich wider das Gericht rühmt, deshalb wollen wir, solange wir selbst noch im Fleisch sind, allen Menschen alle Barmherzigkeit erweisen. Doch Gottes Urteil in den verschiedenen Dingen – wer kann es verhindern?

Br. Oldeide hat sich nach vielen Streitereien aus den Versammlungen zurückgezogen. Eine Schwester traf ihn eines Tages auf der Straße und sagte: Wir vermissen dich in den Versammlungen. Dies wirkte so auf ihn, dass er zu Tränen gerührt wurde. Dass ihn – den Unruhestifter – jemand vermisste! Gott hat auch die Störrischen unter uns gesetzt, damit wir durch sie geprüft werden und Geduld lernen. Das endgültige Urteil über sie ist in Gottes Hand.

Josua eiferte für Mose und wollte das Volk am Weissagen hindern, aber Mose sagte: „Ach, dass doch das ganze Volk des Herrn weissagen würde!“ Die Jünger eiferten für Jesus. Sie wollten, dass Feuer seine Widersacher verzehren sollte, aber Jesus sagte: „Wisst ihr nicht, welches Geistes ihr seid?“ Petrus hieb in seinem Eifer für den Meister dem Malchus das Ohr ab, aber Jesus heilte es wieder. Wir sollen nicht um die Personen (die Heiligen) eifern, sondern um die Gesinnung eifern, die die Menschen bis zum Äußersten erlösen will.

Grüße Br. Andreas Nilsen sowie die anderen Geschwister. Sei selbst herzlich gegrüßt von deinem Bruder und Mitdiener

J. O. Smith