Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Elias Aslaksen - 1926.11.29

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

(Kein Original.)

Horten, 29. November 1926
Lieber Bruder Elias Aslaksen,
Friede.

Herzlichen Dank für deinen lieben Brief von heute mit den beigelegten Briefen von den Brüdern Bekkevold und Andreas Nilsen. Ich habe auch Briefe aus Drøbak und Oslo bekommen, sowie durch andere etwas über Fredrikstad gehört. Überall sind sie gestärkt worden und darüber freue ich mich sehr. Gott hat dir einen herrlichen Dienst gegeben, lieber Bruder, und das hat er gemäß seiner Vorsehung und seiner Berufung von Ewigkeit her getan.

Ich habe auch, wie du schreibst, viel an Demut gedacht. Der Wunsch und das Begehren meines Herzens ist es, hinab zu gehen, während gleichzeitig die Gemeinden heranwachsen. Jesus erniedrigte sich, als er in Menschengestalt war. Dies ist das Geheimnis allen Fortschritts: „Verborgen sein“ und „hinabgehen“. Die Gemeinden sollen und müssen hervorkommen. Die Gesetze des Sauerteigs und des Senfkorns müssen erfüllt werden. Hieran führt kein Weg vorbei. Gottes Wort soll und muss haargenau erfüllt werden. Aber alles geht weiter in der Richtung und auf die Weise, in der es angefangen hat. Es ist, wie du auf der Konferenz gesagt hast, ein Bauwerk.

Br. Th. Ellefsen berichtet davon, dass in Westnorwegen sehr viel zu tun ist. Möglicherweise wird es in den Sommerferien eine Konferenz in Molde geben.

Schw. N. N. hatte am Freitag eine schwere Prüfung. Wir beide sprachen zuhause im Wohnzimmer über die Schmach Christi. Sie zitterte und bebte förmlich bei dem Gedanken daran, an dieser Schmach Anteil zu bekommen. Als sie am Abend nach Hause ging, wusste ich nicht, ob sie wiederkommen würde. Bei ihr stand alles auf der Kippe. Doch sie wollte gerne wieder hierher kommen und sie kam gestern, Sonntagabend. Da hatte sie beschlossen, immer nur einen Tag nach dem anderen zu nehmen und es auf sich wirken zu lassen, sagte sie. Jetzt kann man mit ihr, so viel man will, über alles Mögliche sprechen. Während dieser Arbeit mit ihr ist es mir so lebendig geworden, was es bedeutet, in einem Menschen den Grund zu legen. Paulus hat den Grund gelegt als ein weiser Baumeister. Menschen, die nicht mehr als Sündenvergebung suchen, haben in ihrem Leben nicht den Grund gelegt bekommen. Darum entsteht auch kein Bauwerk. Der Grund muss mit dem vollen Verständnis von der Schmach Christi gelegt werden. Ich glaube, Schw. N. N. ist eine sehr aufrichtige Seele. Ich merke, dass die Liebe des Geistes zu den Geschwistern sie ergriffen hat.

Wenn in einem Menschenherzen der Grund gelegt werden soll, bleiben dem Menschen weder Wurzeln noch Zweige übrig. Das ist eine harte Behandlung, wenn sie gründlich gemacht werden soll. Und ohne Gründlichkeit hinkt alles und ist nur eine halbe Sache.

Grüße Andreas Nilsen und die Geschwister. Liebe Grüße, Ps. 104, 10.

Dein

J. O. Smith