Die Abgötterei unserer Zeit
„Kinder, hütet euch vor den Abgöttern!“ 1. Joh. 5, 21.
Die Heiden haben Götter aus Holz und Stein. Aber es sind nicht nur diese an sich so wertlosen, sichtbaren Dinge, die so viel Elend mit sich bringen. Die Sache ist die, dass Abgötterei die Menschen mit bösen Geistern und den Mächten der Finsternis in Verbindung bringt. Diese haben nur das eine Ziel, nämlich Menschenseelen zu verderben. Neulich sprach ich mit einem Missionar aus Indien, der mir einiges darüber erzählte, wie die Götzenpriester in direktem Kontakt mit bösen Geistern stehen, und dass sie diese Geister aus Furcht anbeten, weil diese böse sind. Sie wussten, dass Gott gut ist, daher meinten sie, dass es unnötig wäre, zu ihm zu beten, da er ihnen sowieso nichts Böses antun würde.
Das ganze Verderben in der Welt kommt von der Begierde. Die Begierde liegt durch den Sündenfall in jedem einzelnen Menschen verborgen, denn jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. Die bösen Geister bekommen Nahrung, wenn der Mensch seiner Begierde folgt. Zwischen Abgötterei und Sünde besteht daher ein direkter Zusammenhang, und es ist für böse Geistesmächte ein Sieg, wenn sie den Menschen dazu bringen zu sündigen. Deshalb heißt es, dass wir nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen haben, sondern mit den bösen Geistern unter dem Himmel.
Wenn Johannes uns ermahnt, uns vor den Abgöttern zu hüten, dann denkt er nicht nur an Abgötter aus Holz und Stein, sondern an Habsucht, Hurerei, Wohlleben usw., was alles Abgötterei ist.
Der Gaumen des Schlemmers verursacht hohe Kosten, er wirft Speise weg, die gut und nahrhaft ist, wenn sie nicht seinem Geschmack entspricht. Er sieht sich überall nach Leckerem um und holt von weit her, was seinen Gaumen erfreuen kann. Er isst nicht, um zu leben, sondern er lebt, um zu essen und seinen Bauch zufriedenzustellen. Seine Zeit verschwendet er mit Fürsorge für den Bauch, und seine Tage lebt er in Wohlleben dahin. Er hat keine Zeit, um dem lebendigen Gott zu dienen. Die Götzenopfer der Heiden waren auch aufs Wohlleben ausgelegt, denn wer den Priesterdienst ausübte, mästete sich damit, und die gutgläubigen Heiden meinten, sie würden damit etwas Gutes tun.
Der Trinker lebt auch, um den Bauch zufriedenzustellen. Je mehr er jedoch trinkt, desto stärker schreit die Lust in ihm nach mehr. Er opfert sein ganzes Einkommen und bekommt als Gegenleistung dafür einen Körper, der völlig untauglich zur Arbeit wird. Seine Frau rackert sich ab in Arbeit und Mühe für ihre Kleinen. Mit der Zeit laufen die Kinder in Lumpen und halbnackt herum, aber die Lust fordert immer mehr. Es kommt zur Scheidung, und das Sozialamt muss die Fürsorge für die Familie übernehmen, aber die Lust fordert das ihre. Der Mann verliert seine Arbeit und muss um sein Brot betteln. Der Wurm aber, der nicht stirbt, ist nie zufrieden. Er fordert Leib und Seele, alles muss auf den Altar des Abgottes. Von solchen gibt es Tausende hier und dort in unserem Land und in anderen Ländern. Hier ist wahrhaftig eine kräftige Warnung nötig: „Meine Kinder, hütet euch vor den Abgöttern!“ Der Altar dieses Abgottes wird umgeworfen, indem man sich auf das Allernotwendigste beschränkt.
Der Habsüchtige hat keine Zeit, um dem lebendigen Gott zu dienen. Er kann alles gebrauchen zwischen Himmel und Erde, vom kleinsten Zwirn und Nagel bis zu den schönsten Villen und Autos. Er ist überall unterwegs und sieht sich rastlos nach Gewinn um. Nie findet er Gelegenheit zur Ruhe, in der Gott zu ihm in Stille reden kann. Die Extremsten sparen sogar am Allernotwendigsten, um desto mehr Geld auf die Bank bringen zu können. In der Zeitung kann man recht oft von reichen Bettlern lesen, die in Lumpen gekleidet verhungert sind. Die Habsucht ist eine böse Geistesmacht, die der Person, die ihr dient, das Leben nimmt.
Man kann wohl mit Recht sagen, dass alles Abgötterei ist, was unsere Gedanken und unseren Sinn von dem lebendigen Gott abwendet.
Der Sport unserer Zeit fordert Körper, Seele und Zeit. Der Sport wird wie ein Abgott angebetet. Die Fußballspieler denken Tag und Nacht an Fußball und reden Tag und Nacht von Fußball. Bei großen Fußballspielen, wenn sich die Zuschauer zu Tausenden ums Spielfeld scharen, werden selbst ältere Menschen so vom Spiel ergriffen, dass sie, obwohl sie nur Zuschauer sind, einander unwillkürlich in die Beine treten, wenn der Spielstand kritisch ist. Niemand hat Zeit, etwas Zeit dafür zu opfern, an sein ewiges Wohl zu denken, nein, sie wollen Fußball spielen.
Für sie ist es notwendiger zu wissen, welche Fußballmannschaft gesiegt hat, als etwas über das Heil zu hören, das jeder Einzelne von ihnen mehr als alles andere so notwendig braucht.
Meine Kinder! Hütet euch vor diesem Abgott! Lauft lieber, um einen unvergänglichen Kranz zu gewinnen.
Kinder lernen so klein und nett, einen Gott anzubeten. Es ist so unschuldig. Jede Sünde hat ja in ihren Anfängen so unschuldige blaue Augen. Sie sollen nur zur Tanzschule gehen. Nun ist aber die Sache die, dass man in dieser „unschuldigen“ Tanzschule die Hoffart des Lebens teelöffelweise in sich hineinbekommt. Den Kleinen werden die Augen für stilvolle Kleidung, elegantes Auftreten und feine Manieren geöffnet. Man fängt an, das Große und Feine zu bewundern und auf das Gewöhnliche mit einer gewissen Verachtung herabzusehen. Das ist das ABC der Abgötterei, und ist man richtig tüchtig, kommt man auf der vorgesehenen Laufbahn rasch voran. Was der Tanzlehrer im Äußeren unterrichtet, darüber hält der Seelenfeind drinnen in der Menschenseele seinen stillen Vortrag. Er erzählt, dass man etwas ist und etwas wird und dass man lernen muss, die Person anzusehen, sodass man sich einfachen Leuten gegenüber ein bisschen überlegen vorkommt und alles, was groß ist, bewundert.
Meine Kinder! Hütet euch vor diesem Abgott!
