Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1926-01 - Wird die Sünde im Fleisch durch die Geistestaufe weggenommen?

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Wird die Sünde im Fleisch durch die Geistestaufe weggenommen?

Vom Glauben der Römer sprach man in aller Welt, Röm. 1, 8, dennoch fand Paulus es nötig zu schreiben: „So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe.“ Röm. 6, 12. Wenn die Sünde aus dem sterblichen Leib weggenommen worden wäre, wäre die Ermahnung des Apostels, diese nicht herrschen zu lassen, völlig überflüssig. Wenn man lehrt, dass die Sünde nicht mehr im Leib existiert, dann liegt es auf der Hand, dass man ihretwegen auch nicht wachsam sein muss. Darum gibt es so viele, die abfallen. Aber Jesus sagt: Eines sage ich euch allen: Wachet!

Wenn man darüber wacht, dass die Sünde im Fleisch nicht herrschen darf, dann ist man mit ihm gekreuzigt. Dazu haben wir durch den Heiligen Geist Kraft bekommen, deshalb braucht sich niemand von der Sünde knechten zu lassen. Die Sünde im Fleisch (auch Sündenleib genannt), Röm. 6, 6, wird dabei zunichtegemacht. Wenn die Sünde im Fleisch keine Nahrung bekommt, dann stirbt sie. Das Leben, das wir in Gott bekommen haben, nimmt währenddessen an Stärke zu und nimmt den Platz ein. Bei diesem Heiligungsprozess bewahrheitet sich: „Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch.“

Es gibt keine Verdammnis dafür, Sünde in seinem Fleisch zu haben, denn sie ist ererbt. Aber es gibt Verdammnis dafür, Sünde zu tun, das heißt, die Sünde im Fleisch herrschen zu lassen.

Die Sünde lauert vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. 1. Mos. 4, 7.

So wir aber im Licht wandeln wie er im Licht ist (Beachte, dass nur die Heiligen im Licht wandeln), so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 1. Joh. 1, 7.

Welche Sünde kann gemeint sein, wenn davon die Rede ist, dass man von ihr gereinigt wird, wenn man im Licht wandelt? Das können unmöglich sündige Werke sein, die Werke des Fleisches genannt werden. Gal. 5, 19. Denn von Unzüchtigen und Mördern kann man nicht sagen, dass sie im Licht wandeln. Wenn aber jemand über Gottes Gesetze nachsinnt, Ps. 1, wird er herausfinden, dass es die in uns wohnende Sünde bzw. der Sündenleib ist, an dem durch die reinigende Macht des Blutes gezehrt wird, wenn man im Licht wandelt. Satan verliert alle seine Macht, denn er ist nur der Fürst derjenigen, die in der Finsternis wandeln.

Nun sagt Johannes weiter: „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ 1. Joh. 1, 8.

Ist das nicht genau das, was alle tun, die sagen, dass die Sünde durch die Geistestaufe weggenommen sei? Sie betrügen sich selbst. Persönlich habe ich seit Jahr und Tag so viele Kämpfe mit Menschen ausgefochten, die diese Lehre verteidigten, dass ich mich mehr als einmal krank, ja todmüde an Leib und Seele fühlte. Aber ich bin auch Zeuge davon geworden, dass eine ganze Menge von ihnen in Hurerei, Saufen, Betrügereien aller Art und Ehescheidung gefallen sind. Einzelne von ihnen landeten sogar in Irrenanstalten, der Allgemeinheit zur Last.

Wenn es heißt, dass jeder versucht wird, wenn er von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt wird, dann müssen wir verstehen, dass in unserem Fleisch etwas existiert, das man Begierde nennt, und dass es möglich ist, mit seinem freien Willen diese Begierde zufriedenzustellen, dass es aber auch möglich ist, der Begierde zu widerstehen. Wenn nun Menschen, die sagen und lehren, die Sünde sei aus ihrem Fleisch weggenommen worden, trotzdem in Hurerei fallen, dann beweist das ja, dass die Lust dennoch dort war. Denn es ist wohl für jeden sonnenklar, dass man zuerst eine Frau ansehen muss, sie zu begehren, bevor man Hurerei mit ihr treibt. Ist das schwierig zu verstehen??? Ach und weh, dass Leiter von Gottes Volk so schwer von Begriff sind.

Das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch, sodass wir nicht tun, was wir wollen. Hier haben wir wieder dasselbe. Was bedeutet es, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen, wenn nicht dies, dass man aufmerksam und willig auf den Geist hört und so den Kampf des Glaubens gegen sein eigenes Fleisch führt? Manche sagen – und die, die hingingen und sündigten, sagten allesamt: Das ist Knechtschaft!!! Ich persönlich preise Gott für diese Knechtschaft, wenn man sie so nennen will; denn sie hat mich durch allerlei Versuchungen hindurch bis zu diesem Augenblick bewahrt. Meinerseits habe ich einen schöneren Namen für diesen unablässigen Kampf zwischen Fleisch und Geist. Ich nenne ihn den „guten Kampf des Glaubens“ und ich will jedem raten, diesen genauso zu nennen; denn das ist schriftgemäß. 1. Tim. 6, 12.

Die Korinther waren eine Gemeinde Gottes, die in allen Stücken reich gemacht war, in aller Lehre und in aller Erkenntnis, und es mangelte ihnen an keiner Gnadengabe, 1. Kor. 1. Aber dennoch hatten sie Dinge widereinander und sie gingen so weit, dass sie weltliche Gerichte, ungläubige Menschen, beauftragten, ihnen Recht zu verschaffen. 1. Kor. 6, 7. Den Raub ihrer Güter erduldeten sie keineswegs mit Freuden. Was war der Grund??? Selbstverständlich die Sünde im Fleisch, die Habsucht!!! Ist dies schwer zu verstehen??? Was lehrt man in den heutigen Bibelschulen über solche Dinge??? Gehört es zum Unfassbaren, zum Mystischen??? Persönlich glaube ich, dass es der Kinderlehre angehört. Ja, sogar draußen in der Welt versteht man ganz klar, dass solche Männer und Frauen, die offensichtlich nach ihren Lüsten im Fleisch leben, nichts mit Christus zu tun haben.

Wer die schwierige Aufgabe auf sich nimmt, an der Spitze der einen oder anderen christlichen Schar zu stehen, um Dienst in der Gemeinde auszuführen und ein Diener der Gemeinde zu sein, soll zuerst selbst geprüft sein. 1. Tim. 3, 10. Ebenso soll er durch ein persönliches Jüngerverhältnis dazu imstande sein, diese letzten Worte Jesu zu befolgen:

„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Mt. 28, 19-20.

Wenn man selbst darauf achtet, das zu halten, was Jesus befiehlt und danach andere dasselbe lehrt, dann werden wir zu Recht von einem solchen sagen: Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn.