Das Vorbild der Taufe, die jetzt auch uns rettet
In den Tagen Noahs war die Bosheit der Menschen groß auf Erden und es reute den Herrn, dass er den Menschen gemacht hatte und es betrübte ihn in seinem Herzen. 1. Mos. 6, 6-7. Und er entschied: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen an bis zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels. Noah aber fand Gnade vor den Augen des Herrn.
„Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist bei mir beschlossen; denn die Erde ist durch sie mit Frevel erfüllt, und siehe, ich will sie samt der Erde vertilgen!
Mache dir eine Arche aus Tannenholz; in Räume sollst du die Arche teilen und sie innen und außen mit Pech überziehen. […] Und Noah machte alles genauso, wie es ihm Gott geboten hatte.“
„Und der Herr sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus! Denn dich allein habe ich unter diesem Geschlecht gerecht erfunden vor mir.“ Und der Herr befahl, dass er von allem Vieh, von den Vögeln des Himmels samt den wilden Tieren und dem Gewürm des Erdbodens, zwei von jeglichem in die Arche bringen sollte, um Nachkommen am Leben zu erhalten.
Und dann sandte Gott vierzig Tage lang die Sintflut über die Erde. Und die Wasser wuchsen sehr und hoben die Arche empor, sodass sie auf den Wassern fuhr. Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen fünfzehn Ellen über die Berge, sodass sie ganz bedeckt wurden und alles Lebendige verschied.
Nun sagt Petrus: Einst, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, wurden acht Seelen gerettet durchs Wasser hindurch. Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. 1. Petr. 3, 20-21.
Die Gottlosen in den Tagen Noahs starben im Wasser; aber der gerechte Noah wurde durch die Arche gerettet, die auf den Wassern fuhr.
Die Arche ist ein Bild auf Christus hin. Unser gottloses Wesen, der Leib des Fleisches, der durch die Beschneidung Christi abgelegt wurde, wurde durch die Taufe im Wasser begraben, genauso wie die Gottlosen zur Zeit Noahs. Kol. 2, 11-12. Wenn wir mit Christus begraben sind und mit ihm auferweckt worden sind durch den Glauben an die Kraft Gottes, die ihn von den Toten auferweckt hat, dann sind wir in die große Rettungsarche Christus hineingegangen, die über die Wasser dahinfährt, auferstanden durch die Kraft Gottes. Ebenso wie Noah in seinem Geschlecht Gnade vor den Augen Gottes fand, so hat jedes Geschlecht ein paar Gerechte, die Gott für würdig erachtet, in seine Arche hineinzugehen. Die Gottlosen sind im Tod, im Wasser, wozu sie verurteilt wurden, was ein Bild für das Gericht ist – während die Gerechten von den Toten auferstanden sind und sich in der Arche Christus Jesus befinden. Deshalb sollen wir in einem neuen Leben wandeln und uns nicht dieser Welt gleichstellen. Denn was hat wohl Noah mit denen zu schaffen, die außerhalb der Arche im Wasser liegen? Er hat genug innerhalb zu tun. Die sich außerhalb befanden, waren unter dem Gericht Gottes. Soviele nun auf Christus getauft sind, haben Christus angezogen. Wir sind durch die Taufe unter dasselbe Gericht gegangen wie die Gottlosen, aber weil wir uns freiwillig selbst gerichtet haben, werden wir nicht zusammen mit der Welt verdammt. Dies ist das vollendete Gericht über alles Fleisch. Hiervon sind wir mit Christus auferstanden und haben Christus angezogen, indem wir Glieder an seinem Leib wurden – durch Glauben. Durch die Taufe wird nicht die Unreinheit des Fleisches weggereinigt. Der Sündenleib, die sündliche Natur oder, wenn man so will, die „Wurzel der Sünde“ wird durch die Taufe nicht weggenommen, sondern der Mensch, der nach der Sünde im Fleisch lebte, wird begraben. Auf dem Grund der Auferstehung kommt dann ein Mensch hervor, der zwar die Wurzel der Sünde in sich hat, aber nicht nach ihr lebt. Gottes Geist und Gottes Kraft übernehmen die Führung, und durch diese wird er davor bewahrt zu sündigen. Dieses Leben ist durch die Taufe (das Begräbnis des Alten) der Bund eines guten Gewissens mit Gott durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Beachte, dass wir auferstanden sind von den Toten. Deshalb ist unser Glaube der Sieg, der die Welt überwunden hat; denn wir haben in ihm durch den Glauben gesiegt und wir sind auferstanden von den Toten. Es gibt also im Wesentlichen zweierlei Menschen in der Welt: Das sind die Toten in Sünden und Übertretungen und das sind die Menschen, die von diesen Toten auferstanden und in Christus Jesus lebendig geworden sind. Äußerlich kann man keinen Unterschied sehen. Sie sind so ähnlich, dass bei Jesu Wiederkunft zwei an einer Mühle mahlen werden, die eine wird mitgenommen, die andere zurückgelassen; zwei werden auf einem Bett liegen, der eine wird mitgenommen, der andere zurückgelassen, und doch hatte niemand eine Ahnung davon, wer von ihnen mitgenommen und wer zurückgelassen würde. Aber die Sache ist die, dass die eine Person mit Christus auferstanden war und die andere nicht. Die eine, die zurückblieb, war von den Toten, die andere war auferstanden von den Toten. Über diese Auferstehung hat Gott eine Decke gelegt und diese Decke ist nichts anderes als der Leib unseres Fleisches. Der eine gleicht dem anderen und einer scheint gleich gut zu sein wie der andere. Jesus lebte sein ganzes Leben als jemand, der auferstanden war von den Toten, und dennoch meinten die Pharisäer, sie wären viel besser als er. Sie kannten ihn nur nach dem Fleisch und hielten ihn für einen Galiläer, den Sohn Josefs und Marias. Sie erkannten nicht wie Petrus, dass er „der Messias Gottes“ war, denn dies konnte Fleisch und Blut nicht offenbaren. Die Menschen, die zur Zeit Noahs lebten, hielten Noah natürlich auch für einen nicht ganz normalen Mann, der mehr als hundert Jahre lang damit beschäftigt sein konnte, diese Arche zu bauen. Doch sie verstanden nicht, dass er einer der Auferstandenen war. Die Wasser konnten ihn nicht begraben.
Selig sind die „mit Christus Auferstandenen“, die sich in der „Rettungsarche“ über dem Wasser des Gerichts befinden. Sie haben Gott Recht gegeben in seinem Gericht und haben den alten Menschen begraben durch die Taufe in den Wassern, die in den Tagen Noahs fünfzehn Ellen über die höchsten Berge reichten. Niemand kann sich selbst aus diesen Wassern retten, denn im alten Menschen existiert keine Auferstehungskraft – er muss zugrunde gehen. Nur der Glaube an die Kraft Gottes, die Christus von den Toten auferweckte, vermag, uns am Leben zu erhalten. So wie Noah Paar für Paar in die Arche mitnahm, um Nachkommen am Leben zu erhalten, so hat auch Christus Leben in sich selbst, um alle, die mit ihm auferstanden sind, am Leben zu erhalten. Denn in ihm und durch ihn leben und sind wir. Deshalb sollen wir uns nun nicht mehr richten lassen wegen Neumondfesten und Sabbaten, denn der Leib gehört Christus. Ebenso wie von Noah, als er aus der Arche stieg und auf der neuen Erde an Land ging, gesagt werden konnte, ein Repräsentant des Menschengeschlechts aus der Zeit vor der Sintflut zu sein, so ist auch Christus der erste, der zur Auferstehung von den Toten gelangte, nachdem er die Schmerzen des Todes aufgelöst und dem die Macht genommen hatte, der des Todes Gewalt hatte, dem Teufel. Diejenigen, die in Sünden und Übertretungen tot sind, können nun zusammen mit Christus auferweckt werden, um vom Tod zum Leben zu gelangen. Weil Christus die Kelter alleine getreten und sich einen Weg gebahnt hat durch alle Wasser des Gerichts hindurch zur Auferstehung von den Toten, kann er mit Recht „der Menschensohn“ genannt werden. Diesen Namen liebte Jesus, und er hat einen ehrenvollen Klang in den Herzen derer, die ihn als solchen ein wenig zu sehen bekommen haben.
Gleichwie Gott es in den Tagen Noahs festgelegt hatte, dass der, der sein Leben erretten wollte, auf ihn hören und ihm gehorchen musste, hat er auch in diesen Tagen dasselbe für Christus bestimmt. Jeder, der auf ihn hört und ihm gehorcht, wird leben; er kommt auf den Grund der Auferstehung und es gibt keine Verdammnis mehr für ihn.
Die mit Christus Auferstandenen werden leben, selbst wenn sie sterben. Sie entschlafen in Christus – in seinem Leib, aber werden in seiner Wiederkunft mit verherrlichten Leibern auferstehen.
Die anderen Toten, die sich außerhalb der Rettungsarche befinden, wird Gott richten. Von diesen sagte Jesus: Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Diese Gesinnung sollen auch wir haben.
Als mit Christus von den Toten Auferstandene werden wir von den Toten verfolgt, weil wir eines anderen Geistes sind. Dies hat Jesus vorhergesagt, als er sagte: In der Welt werdet ihr Bedrängnisse haben, aber in mir Frieden. Seid getrost, denn ich habe die Welt überwunden.
„Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.“ Kol. 3, 1. „Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.“
Ja, es ist in Wahrheit verborgen, denn über allem Herrlichen liegt eine Decke. Aber wenn Christus sich offenbaren wird, da werdet auch ihr offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.
