(Maschinengeschrieben, kein Original.)
Wo soll der Versammlungssaal in Oslo liegen?
An Br. Elias Aslaksen
Dank für den Brief, den ich empfing.
In Oslo ist’s ein schwierig Ding,
Zu handeln auf die rechte Art.
Doch Gottes Rat sich offenbart,
Wenn wir hier dem verschlossen sind,
Was unserm eignen Sinn entspringt.
Es geht um ein Versammlungshaus,
Wir strecken uns‘re Fühler aus –
im Zentrum und auch mehr am Rand –,
man so in Grefsen etwas fand.
Doch ist die Kommission dagegen,
Sobald den Bauplan wir vorlegen.
Jetzt fragt man und man wissen möcht,
Ob nicht das Zentrum wäre recht
Als Platz für dies Versammlungshaus
Und jeder ist so wie im Rausch.
Es tastet vor, so gut man’s kann,
Wie Blindekuh sich Frau und Mann.
Ein Tempel ist doch im Herzen drin,
Wozu nach Furukoll nur hin?
Ich will es mir ersparen,
Den weiten Weg zu fahren,
Ist nichts für Kinder, nichts für Frauen,
Nichts für die Schwachen, Alten, Grauen.
Nein, wo ich wohn, gleich nebenan,
für so ein Haus der Platz sein kann,
so sagt man in der Rostedsstraße.
Nein, Furukoll ich nicht verlasse!,
ruft eine Stimm aus Bergeshöhen,
Hochrot der Kopf ist, kann man sehen
Was meinst nun du, man fraget mich.
Im Handumdrehn will sagen ich,
im Grand Hotel, im Karl Johan,
wir werfen raus dort jedermann.
Das Zechen jetzt ein Ende finde,
Zigarren keiner mehr anzünde.
Und wollen sie nicht geh’n ad hoc,
Dann werden wir mit Stab und Stock
Kellner und Koch vertreiben.
Kein einz’ger darf hier bleiben,
Denn hier wird sauber ausgefegt.
Wenn jemand andre Pläne hegt,
Dann lasst uns Kräfte messen.
Jetzt niemand darf vergessen,
Dass in dem Saal so groß und fein
Am Sonntag soll Versammlung sein.
Mit einer Schar sie findet statt,
Die ja im Reisen Übung hat.
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Jetzt hör’n wir auf mit diesem Streit
Ich bin es längst schon gründlich leid,
Fast der Verstand will stehen still,
Weil nur das Fleisch regieren will.
Die Weisen aus dem Morgenland
warn drei, sie zogen wie ein Mann
Nach Bethlehem; der Stern dort stand
Und neunzig Grad man messen konnt.
Der Weg wurd durch Berechnen klar.
Vom Kind schon lang geweissagt war.
Sie Ihn in seiner Krippe* schauen,
wo jeder darf sein Haus erbauen.
Von all den Sternen großer Zahl
Nur einer wies zu diesem Stall.*
Von all den Knaben, die im Land,
Man so hin zu dem Richt’gen fand.
Der Geist selbst konnt‘ sie lenken,
Sie Myrrhe konnten schenken.
Herodes mit dem Sternenhimmel
Sie ließen tasten im Gewimmel.
Doch er fand weder Kind noch Stern,
Das war zu hoch dem Königsherrn.
So sammelt dieser kluge Mann
Die Knaben ein im ganzen Land;
Tötet alle, wollt‘ nach einem fahnden.
Doch dabei wird er ganz zuschanden.
Denn während das Blut in Judäa fließt,
In Ägypten der Kleine in Sicherheit ist.
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Wenn du in Oslo willst bauen ein Haus,
tu nicht wie Herodes, nein, tu’s nicht, o Graus!
Nach allen Sternen zugleich greife nicht,
Du auf den Einen nur dein Fernglas richt.
Gebet entfernt Wolken, der Stern wird dir weisen
Gerade den Ort, wo der Segen verheißen.
Durch Demut lässt sich dein Morgenstern
Am Himmel des Geistes finden gern.
Er leuchtet immer, wo‘s Kind sich befindet,
Hier ohne Schmeicheln das Recht man findet.
Wo dieser Stern leuchtet im Zenit,
Vor nichts in der Welt man schreckt zurück.
Der Stern zum richtigen Ort direkt führt,
Zum Ort, an dem Gott sich erbarmen wird.
Dort bau du das Haus, pack tüchtig mit an,
Denn über dir Lächeln vom Himmel ruht dann.
Willst fragen du, wer den Platz soll finden?
Ihr müsst selbst dafür sorgen, dies zu ergründen.
Ich war nur ein Fingerzeig in diesen Dingen,
der nun davonfliegt auf leichten Schwingen.
Horten, den 17. Januar 1925
Herzliche Grüße an dich und alle Geschwister.
Dein ergebener
J. O. Smith*Das Bemerkenswerte ist, dass es ein Stall war, der zu einem Versammlungssaal umgebaut wurde.
