Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1931-09 - Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind

„Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott.“ 1. Joh. 4, 1-2.

Der Apostel Johannes gibt uns ein Kennzeichen von einem jeden Geist, der von Gott ist, ein Zeichen, das nicht irrt, und dieses Zeichen ist: Christus im Fleisch geoffenbart.

Beinahe alle religiösen Menschen in der Welt sind einig darin, eben dieses Zeichen zu verwerfen. Sie können wegen vielerlei Fragen Parteiungen bilden und sich aufspalten. Doch wenn es um „Christus im Fleisch geoffenbart“ geht, dann sind sich alle einig, dies zu verwerfen. Sie glauben schon, dass Jesus einmal zur Welt kam, und dass er der Erlöser der Welt ist, wenn man an ihn glaubt. Aber dies, dass er im Fleisch geoffenbart ist, nein, das wagt man nicht zu glauben. Dass er Fleisch und Blut wie wir, wie die Kinder, bekam, und dass er in Fleisch und Blut versucht wurde wie wir, und schließlich durch seinen allezeit ganzherzigen Gehorsam getötet wurde nach dem Fleisch, nein, das darf man nicht glauben; denn das wäre ja vermessen. Aus demselben Grund hat man auch keine Garantie dafür, dass solche Menschen den Geist Jesu Christi haben. Prüfet daher die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Man darf sich nicht darüber wundern, dass in unserer Zeit auch falsche Propheten unterwegs sind. So wie die wahren Propheten über alle Zeitalter gleichmäßig verteilt sind, so ist es auch mit den falschen. Ein gutes Kennzeichen der falschen Propheten muss daher sein, dass sie gegen „Christus im Fleisch geoffenbart“ eifern. Christus im Fleisch geoffenbart, in seinem eigenen Fleisch vor 1900 Jahren, und Christus in unserem Fleisch geoffenbart – im Fleisch der Kinder, muss sich auf die gleiche Art äußern. Der Kampf gegen dieselben Mächte, gegen dieselbe Sünde, gegen dieselben religiösen Pharisäer, erweist sich als genau derselbe.

Wir sehen ja deutlich, dass bei vielem von dem, was viele religiöse Leiter unserer Zeit veranstalten, nicht Christus im Fleisch geoffenbart wird, dass die Leitung und der Geist Christi keineswegs die treibende Kraft sind. Sie haben daher allen Grund, jede Person zu fürchten, die Christus im Fleisch geoffenbart bekennt. Denn von dieser Seite können sie erwarten, dass ihre bösen Werke beleuchtet werden. Ihr seid das Licht der Welt! Es kann die Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen sein. Wo Christus im Fleisch geoffenbart wird, muss notwendigerweise das Fleisch gekreuzigt sein, sodass es nicht lenkt und leitet. Doch diejenigen, die in unreiner Lust dem Fleisch nachlaufen, sollen zur Bestrafung aufbewahrt werden für den Tag des Gerichts. 2. Petr. 2, 9-10. Wir sehen, dass es möglich ist, in unreiner Lust dem Fleisch nachzulaufen, doch bei einem solchen Wandel kann Christus nicht im Fleisch geoffenbart werden. Daher ist auch Christus im Fleisch geoffenbart ein Geheimnis der Gottesfurcht. 1. Tim. 3, 16.

„Diese aber lästern alles, wovon sie nichts verstehen; was sie aber von Natur aus kennen, wie die unvernünftigen Tiere, daran verderben sie.“ Jud. V. 10.

Es ist ein gefährliches Spiel, das zu lästern, wovon man nichts versteht. Es ist also möglich, sich mit dem zu zerstören, „was man von Natur aus kennt.“ Urteilt man auf diese Weise über Christus im Fleisch geoffenbart, dann kommt das Verderben notwendigerweise in der einen oder anderen Form von selbst.

Der Geist, der „Christus im Fleisch geoffenbart“ bekennt, hat zum Ziel, ihn noch einmal im Fleisch zum Vorschein zu bringen. Denn es heißt: „Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.“ 2. Kor. 4, 10-11. Also wird „Christus im Fleisch geoffenbart“ der Maßstab für die Werke eines jeden Menschen. Daher ist er auch der Richter aller Menschen, weil er der Menschensohn ist, vom selben Fleisch und Blut wie wir. Hebr. 2, 14 und 17. Er überwand und wir sollen überwinden. Er opferte sich durch den ewigen Geist, und dieselbe Möglichkeit liegt für uns offen, wenn wir unseren Leib als ein Gott wohlgefälliges Opfer hingeben. Röm. 12, 1.

„Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.“ Joh. 12, 26.

In unseren Tagen hören wir so oft davon, Jesus zu dienen und Jesus etwas zu geben. Wenn jemand Lust auf ein, zwei oder drei Gebäude bekommt, dann heißt es sofort: „Gib Jesus dein Scherflein! Trage dazu bei, ihm große Häuser aus Holz und Stein zu bauen, denn er benötigt diese.“ Als Jesus in den Tagen seines Fleisches hier wandelte, trat ein Schriftgelehrter herzu und sprach zu ihm: „Meister! Ich will dir folgen, wohin du gehst.“

Jesus sagt zu ihm: „Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.“ Mt. 8, 19-20. Wie kann es dann damit zusammenpassen, dass er nun in unserer Zeit so sehr viele Häuser benötigt? Ist Jesus nicht auch gestern und heute derselbe, ja in alle Ewigkeit? Oder hat er sich verändert, oder sollte es wider Erwarten „ein anderer Jesus“ sein, der für alle diese Häuser Bedarf hat? 2. Kor. 11, 4. Jesus von Nazareth zog umher und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. Mt. 4, 23. Er hatte nichts, wo er sein Haupt hinlegen konnte. Jetzt aber werden ganze Gebäudekomplexe gebraucht, um für Kranke zu beten, die meistens nie geheilt werden. Könnte man nicht für den Kranken in dessen Bleibe beten, auf dem Dachboden, im Keller, im Saal, im Freien oder wo auch immer? Warum muss man Haus an Haus reihen, um für Kranke zu beten? Ich verstehe gut, dass man die Lehre von „Jesus im Fleisch geoffenbart“ hasst, denn diese Lehre verwirft all diese großen Gebäude und bringt Licht in die Finsternis, damit die Leute geöffnete Augen dafür bekommen können, dass viele Betteleien für große Häuser der reine Wahnsinn in diesen knappen Zeiten sind, in denen Leute an vielen Orten kein Brot zu essen haben.

Jesus gab seinen Leib als Opfer hin und eben deshalb brauchte er so wenig. Er war über alle Bettelei erhoben, denn er suchte zuallererst das Reich Gottes, und so fiel ihm alles andere (Nahrung und Kleidung) zu. Jesus zu folgen heißt, ihm auch darin zu folgen. Wenn das, was wir anfangen, nicht ohne diese unendliche Bettelei bestehen kann, dann hör auf damit; denn Gott ist mächtig, das, was er anfängt, auch aufrechtzuerhalten. Denn er erhält alles aufrecht, was sonst vergehen würde. Es ist natürlich, dass der Gesunde zum Kranken geht; doch hier sollen die Kranken zu den Gesunden gehen, um meistens gleich danach genauso krank nach Hause zu gehen.

Ja, man hat guten Grund, gegen „den Geist, der Christus im Fleisch geoffenbart bekennt“, zu rasen, denn der verdirbt das ganze Geschäft. Aus demselben Grund findet er überall Widerstand; denn an einem solchen Leben und einer solchen Lehre kann man ja nichts verdienen.

Wehe ihnen, denn sie sind den Weg Kains gegangen! Das heißt, es gibt kein Blut in ihrem Opfer. In Geld und in großen Häusern gibt es kein Blut. Das ist das Opfer Kains. Doch in Liebe, Geduld, Verträglichkeit und Bruderliebe, welche Früchte des Geistes sind, da finden wir das Blut; denn man muss dann seine Ungeduld, Unverträglichkeit und Lieblosigkeit verleugnen. Das ist ein besseres Opfer.

Wehe ihnen! Sie haben sich um Gewinnes willen völlig dem Betrug Bileams hingegeben! Bileam schmeichelte und ging um Gewinnes willen Umwege. Er betete die Personen an und bewunderte die Personen, die ihm Reichtum und Ehre verschaffen konnten. Es war viel von Judas in Bileam, denn auch Judas liebte das Geld und verkaufte unseren Herrn Jesus Christus um Geld. Ob nicht Bileam und Judas bei der ganzen Geldbettelei mitmischen und den Geist hassen, der Christus geoffenbart im Fleisch bekennt. Bei alledem drängt sich auf, dass auch Kaiphas mitmischt. Prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen. 2. Joh. 7. An ihren Früchten soll man sie erkennen. Trägt der Baum nur Geld, Geld und nochmals Geld, hat man guten Grund, sich Gedanken zu machen und zu untersuchen, ob Jesus, der das Vorbild, der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, es auf dieselbe Weise hatte. Ich weiß, dass Judas es so hatte, und dass auch Josefs Brüder Geld mehr liebten als ihren Bruder. Doch bei Jesus habe ich das nie gefunden.

Wir haben Brüder unter uns, die arm sind und 8 bis 10 Kinder haben. Diese Brüder arbeiten viel im Herrn. Doch nie habe ich sie um eine einzige Öre bitten hören, und doch erhält der Herr sie. Das ist fürstlich.

Diejenigen, die wirklich Gottes Mitarbeiter sind, werden ihrem Herrn und Meister keine Schande bereiten, indem sie betteln. Gott ist mächtig, seine Diener, die ihm in Geist und Wahrheit dienen, zu versorgen. Wenn sich aber jemand eine Stellung anmaßt, dann übernimmt Gott es auch nicht, ihn zu versorgen. Eine Folge davon wird Bettelei.

Schau es dir an! Höre! Denn in der Finsternis betreiben die falschen Propheten ihren Broterwerb, und viele Menschen sind schon ziemlich an der Nase herumgeführt worden.

Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind. „Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist.“ 2. Joh. V. 7.