Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1931-09 - Konferenz in Hallingdal 1931

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Konferenz 1931 in Hallingdal

Die Zeit vergeht schnell in guter Gesellschaft. Obwohl wir diesmal drei Tage lang zusammen waren, ging es so schnell vorbei. Nesbyen ist wie geschaffen für Treffen zwischen Ost- und Westnorwegen. Der große Saal, der einer Jugendorganisation gehört, bietet bei voller Belegung wohl Platz für an die 300 Menschen. Außerdem gibt es eine Küche, einen großen Speisesaal und ein Foyer.

Es war gesegnet, viele Geschwister aus Molde, Måløy, Bergen und vom Hardangerfjord zu sehen. Sie sind richtig zahlreich gekommen. Außerdem waren welche aus Sarpsborg, Fredrikstad, Drøbak, Oslo, Horten und Sandefjord da. Br. Sigurd Bratlie und sechs dänische Geschwister kamen sogar von Kopenhagen. Sie freuten sich über das Verhältnis der Brüder untereinander und über die Versammlungen, ebenso bewunderten sie Gottes herrliche Natur dort oben in den Bergen. Am Fuß einer der großen, mächtigen Berge liegt ein kleines Haus, in dem Br. Ole M. Roen schon 16 Jahre lang krank und bettlägrig ist. Er liegt einbandagiert auf dem Rücken. Die dänischen Geschwister kamen mit, ihn zu besuchen. Wir sangen und spielten Orgel in seiner Stube. Ich sah Tränen, während wir sangen. Gottes Zeugnis war kräftig – durch den Kranken und durch die Natur sowie durch Gottes guten Geist. Eine der Schwestern sang ein Lied von O. M. Roen auf Deutsch. Er befasst sich auf seinem Krankenlager nämlich mit Sprachen und Mathematik. Möge Gott ihn segnen!

Es war gut, die vielen Zeugnisse zu hören. Es beweist sich, dass es wahr ist, was Br. E. Aslaksen in seinem Lied Nr. 182, Strophe 4 in „Wege des Herrn“ schreibt: „Das Kreuz, es schreibet uns alle ein, Eines Sinnes wir sind im Geist. Gleiche Schmerzen uns machen eins, Niemals gab’s solche Einigkeit.“

Das Wort vom Kreuz schmelzt uns zusammen zu einer Einheit. Dieses ist die sammelnde Kraft der Einheit. Am Kreuz besiegte Jesus das ganze Heer des Feindes. Dort siegen auch wir. Halte das Fleisch durch Glauben gekreuzigt, und die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens bindet uns zusammen. Dies können hier in Norwegen nun Hunderte bezeugen und wir wünschen, glauben und hoffen, dass es Tausende werden. Jede Konferenz ist ein Plus in diese Richtung, und niemand vermag, den Wasserströmen des Geistes Einhalt zu gebieten. Für die Aufrichtigen ist Licht ausgestreut, und es ist nicht möglich, dieses Licht auszulöschen. Je mehr Trübsale, desto mehr zerstoßene Oliven für den Leuchter.

Nach dem dreitägigen Zusammensein fuhr jeder nach Hause. Die dänischen Geschwister blieben noch ein paar Tage in Oslo und fuhren dann mit „Kong Håkon“ heim nach Kopenhagen. Br. Otto Baltzersen, der Lotse in Drøbak ist, war mit dem Boot draußen und grüßte die Geschwister, als der Dampfer an Drøbak vorbeifuhr. Mehrere Geschwister aus Drøbak waren an Bord des Bootes. Die Zeit reichte nur zum Winken, aber die dänischen Geschwister warfen eine

Flaschenpost

mit folgendem Inhalt über Bord:

„Einen lieben Gruß von den Geschwistern aus Kopenhagen, die in Norwegen gewesen sind und die Geschwister besucht haben.

Wir möchten uns hiermit für alle Liebe, Geduld, Sanftmut und für alles, was wir an Zeitlichem und Geistlichem genießen durften, bedanken.

Ein besonderer Dank an alle, die physisch nicht anwesend sein konnten, aber im Geist nahe waren, und an alle, die an der Küste standen und winkten, und an dich, Br. Otto Baltzersen, der du mit dem Boot hinauskamst.

Euer ergebener Bruder S. Bratlie, J. Gerhardt, Kristine Gerhardt, Ellida Kjeldsen: Kol. 1, 10-13, Anna Bæklund, Maren Bach, Sofie Kobbeltvedt.

Zuletzt seid alle gegrüßt mit dem Mannakorn: Sach. 12, 16.“

* * *

In Horten waren viele zur Anlegestelle gekommen. Ich fragte die dänischen Geschwister, ob sie mit der Reise zufrieden waren, und alle strahlten und antworteten mit einem schallenden „Ja“. Wir winkten, solange wir sie sehen konnten, und sie winkten uns, bis sie in der Ferne verschwanden. Verschwunden sind sie jedoch nicht. Br. Bratlie fuhr mit nach Kopenhagen, wo er trotz seiner jungen Jahre ein großes Arbeitsfeld hat.

Habt herzlichen Dank alle zusammen, die ihr zur Konferenz gekommen seid. Ich glaube, auch dieses Zusammensein wird sich in die vielen anderen Zusammenkünfte einreihen, in denen man Licht bekommt, die Gemeinschaft mit den Heiligen zunimmt und der Glaube gestärkt wird, um weiter zu laufen.

Liebe Grüße.