Pfingstkonferenz 1931 in Horten
Von J. O. S.
1. Joh. 2, 3-17. Das ist das Kennzeichen dafür, dass wir ihn in Geist und Wahrheit kennen, dass wir gottesfürchtig leben, dass wir seine Gebote halten. Es nützt nichts, wenn wir Mal für Mal zur Konferenz kommen, wenn wir den Willen Gottes nicht tun, sodass wir seine Gebote halten und nach dem tun, was wir hören. Lasst uns Fleiß tun, das Gute zu tun, damit wir ihn kennenlernen können. Wenn wir ihn mit dem Mund bekennen, aber seine Gebote nicht halten, sind wir Lügner. Ist es Knechtschaft, Gottes Gebote zu halten, wie einige glauben, dann mögen sie so denken. Es liegt eine schöpferische Macht in seinen Geboten. Es gibt nichts anderes, was über die Welt siegt, als das, seinen Willen zu tun. Seinen Willen zu tun, heißt, seine Gebote zu halten, und davor hat man so Angst in unseren Tagen. Das ist es, was uns helfen kann! „Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen.“ Wie er hier auf Erden in den Tagen seines Fleisches gewandelt ist, so sollen auch wir wandeln, genau in seiner Fußspur. Das Größte, was wir hier auf Erden erreichen können, ist, seinen Willen zu tun, d. h. seine Gebote zu halten. Dass Gott Sieg über die Sünde gibt, ist größer, als dass er Tote auferweckt, wie damals z. B., als er Lazarus von den Toten auferweckte. Das ist mehr, als in Zungen zu reden usw. Das ist das ewige Leben. Den Willen Gottes zu tun und seine Gebote zu halten, geht immer gegen unser Fleisch. Es ist Licht im Gebot, es ist Kraft darin. Es ist für jede Seele gesegnet, wenn die Finsternis weicht; denn wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht, denn die Finsternis hat seine Augen verblendet. Denn wer seinen Bruder hasst, ist in der Finsternis. Dann bringt es nichts, wieviel Licht wir auch haben. Bedenke, dass der Bruder von Gott geschaffen ist, und wenn du das hassest, was von Gott geboren ist, bist du in Finsternis. Wenn du siehst, dass dein Bruder Mangel leidet und du verschließt dein Herz vor ihm, wie kann die Liebe zu Gott in dir bleiben? Wir müssen der brüderlichen Gemeinschaft große Bedeutung beimessen. Falls es etwas gibt, das uns im Weg steht, so ist es unser Fleisch. Sei still! Erdulde und leide, wenn du Gemeinschaft haben willst. Kommt die Sünde hervor, dann entstehen ungute Verhältnisse.
Es ist ein sicherer Beweis dafür, dass man im Licht ist, wenn man seinen Bruder liebt. Dann wird man nicht zum Anstoß. Solange man sündigt, ist man nur ein Kind; aber Er vergibt Sünden um Seines Namens willen. Die Väter sind durch mancherlei hindurchgegangen. Diejenigen, die älter sind an Jahren, d. h. eine längere Zeit mit Gott gelebt und ihr Leben gegeben haben, haben Einiges an Erfahrung; aber so ist es nicht mit einem Anfänger. Im Lauf der Jahre bekommt man mehr und mehr Erfahrung. Der Vater leitet uns zum Sohn; aber was man durchleben darf, indem man in Christi Fußspur nachfolgt, das kann jeder erfahren, der zum Sohn gekommen ist. Er führt uns zur Vollkommenheit, wenn wir uns beugen lassen und ihm nachfolgen wollen. Habt nicht lieb die Welt. Wir müssen der Welt und dem, was in der Welt ist, gekreuzigt sein, sodass wir den Herrn über alles lieben. Wenn wir an etwas in der Welt hängen, ist die Liebe des Vaters nicht in uns. Wenn wir aus Liebe zu Gott und unserem Nächsten dieses Irdische aufgeben, werden wir es bei der Auferstehung der Gerechten wiederbekommen. Dann sind wir in ein ganz anderes Reich hineingeführt worden, das in Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist besteht, und dieses Reich soll sich entwickeln, und es soll durch Glauben, durch Gehorsam, wachsen. Alles, was zu unserem Fleisch gehört, soll zunichtegemacht werden. Dann kommt die Bruderliebe von selbst. In Jesu Christi Geist gibt es Bruderliebe. Lieben wir die Brüder, wollen wir nichts mit der Welt zu tun haben. In hoffärtigem Wandel, in fleischlicher Lust usw. gibt es keine Bruderliebe. Lebe nur gekreuzigt! Da liegt dein Fortschritt, dann hast du nichts mit der Welt zu tun und dann hast du Bruderliebe. Im Fleisch gibt es jedoch keinen Fortschritt. Das Wort vom Kreuz ist genau das, was nötig ist. Dann wird die Finsternis weichen und das wahre Licht scheinen. Solange man an der Verkündigung vom Kreuz festhält, hat man Gemeinschaft, dann hat man Frieden und Freude, eben weil man ein siegreiches Leben gelebt hat. Es ist das Wort vom Kreuz, das Einheit schafft. Das ist das Schwert, das wir gebrauchen müssen. Wer die Wahrheit liebt, der liebt auch das Schwert.
