Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Aksel J. Smith - 1931.07.05

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931
Oslo, 5. 7. 1931
Lieber Aksel,
Friede!

Heute (Sonntag) bin ich in Oslo, um dich wenn möglich zu treffen. Gestern bist du nicht gekommen, vielleicht kommst du heute. Morgen (Montag) kommen Sandvik, Johanne, Erling und Kirsten mit der „Holmestrand“. Sie haben jetzt Ferien und wollen ein paar Tage hier sein.

Danke für deinen lieben Brief. Mama und alle zu Hause grüßen dich herzlichst. Sie sind alle gesund und munter. Es war beeindruckend, dich zu Hause in Uniform zu sehen, aber es war ja so kurz. Soeben kam David Myhre hier zu Skarin herein. Er erzählte, dass der Schwiegersohn von Frau Kind aus Hønefoss, Brekke, gestorben ist. Brekke war einmal auf der Konferenz in Horten, fiel dann aber ab und fing an, auf allerlei Weise ein gottloses Leben zu führen. Es ist schwerwiegend, den Weg der Wahrheit erkannt zu haben und dann abzufallen. Möge Gott uns vor so etwas bewahren, sodass wir jeden Tag in seiner Gnade leben können und Jesu Christi Leben an unserem sterblichen Fleisch offenbart werden kann. Es liegt ein Ernst darin zu leben.

Ich bin dankbar, lieber Sohn Aksel, dass du dich nahe zu Gott hältst. Eine kurze Zeit Leiden im Fleisch und danach eine ewige und gewichtige Herrlichkeit. Lass uns in dieser kurzen Zeit, in der wir leben, in uns und in anderen so viel wie möglich für Gottes Reich tun. Das ist der Dienst der Herrlichkeit. Dann wird die Freude beständig.

Ich erwarte jetzt Br. Aslaksen hier zur Versammlung um 11.00 Uhr, es ist jetzt 10.15 Uhr. Ich schicke dir diesen Brief, ob du heute hierher kommst oder nicht. Es ist immer gut, einen Brief zu bekommen.

Ich habe kürzlich mit Schreiner Andersen gesprochen und ihn gefragt, wie es mit deiner Gesellenprüfung ging. Er antwortete, dass du wie alle anderen die Note „Gut“ bekommen hättest. Sie geben normalerweise keine andere Note, sagte er. Aber es war besser als das, was nötig war, sagte er.

Ich fand, dass das Möbelstück ein „Ausgezeichnet“ verdient hätte; aber ich war ja nicht in der Bewertungskommission. Ja, lieber Aksel, du bist tüchtig gewesen und ich gratuliere dir zur Möbelschreiner-Gesellenprüfung. Möge Gott dich segnen und dir Gelingen in deinem Handwerk geben!!!

Jetzt muss ich den Brief einwerfen, bevor die Versammlung anfängt.

Sei herzlich gegrüßt von uns allen. Dein Vater

J. O. Smith

Mannakorn: Offb. 22, 14.