Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1931-07 - Der Gott dieser Welt

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Der Gott dieser Welt

Unser Evangelium ist denen verdeckt, die verloren werden, und die Ursache ist, dass der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi. 2. Kor. 4, 3-4.

Weltliche Bildung ist ein Gott, der in einem solchen Maß angebetet wird, dass man ganz und gar die Sicht für die Herrlichkeit Christi verliert. Die Herrlichkeit der Bildung verdunkelt Christi Herrlichkeit. Und wie viele taumeln doch hier im Nebel umher und träumen davon, dass sie in ihrer Bildung groß und überlegen sind, oder sie bewundern Menschen, von denen sie glauben, dass diese gebildet sind. Die eine Sünde zieht die andere nach sich, und der Bildung folgen hoffärtiges Leben und Ansehen der Person dicht auf den Fersen. Daraus wiederum entsteht allerlei anderes teuflisches Wesen: Habsucht, Geldgier, Eitelkeit, Verachtung der Geringen, Hochmut und alle andere Dummheit, die den Menschen in Finsternis hinabführt und ihm einen ungebildeten Sinn und ein ungebildetes Herz gibt. Anstatt von seiner Umgebung geliebt und geschätzt zu werden, wird man gehasst und verabscheut.

Die Herrlichkeit Christi liegt verborgen in der Kraft Gottes, die Dinge umzukehren, sodass das für das Fleisch Herrliche ein Ekel wird. Diese Abscheu geht in Hass über und der Hass bringt Tod und Trennung. Wer in diesen verlorenen Weltgeist hineingerät, verliert sich selbst darin und geht mit ihm verloren. Die Herrlichkeit Christi bedeutet ihnen nichts mehr, auch nicht die Menschen, die diese Herrlichkeit und Ehre suchen. Man legt den Maßstab der weltlichen Bildung an Gottes geliebtes Volk an und findet heraus, dass sie den Ansprüchen nicht genügen, was richtige Aussprache, Schrift, Manieren oder weltlich gebildetes Auftreten betrifft. Dann schüttelt man den Kopf und sagt: Nein, diese Art von Christentum wird den Ansprüchen nicht gerecht.

Habsucht verblendet. Die Gottesfurcht wird an dem gemessen, was man spendet. Die Habsucht verblendet in einem solchen Maß, dass man Spenden als „den Weg“ bezeichnet. Wir brauchen eine Kuh, Geld für ein Haus, wir brauchen Kartoffeln, Gemüse, Laken, Kissen – alles für die Kranken, nichts für uns selbst. Dies ist der Weg, den geht! Die Habsucht macht dumm, sodass sogar weltliche Augen und gesunder Menschenverstand nicht umhinkommen, die Ursache zu sehen und zu verstehen. Jesus ging umher und heilte alle, die zu ihm kamen. Dies ist einem zu mühsam. Es ist leichter, die Kranken in seine Villa einzuladen, dann kann man im Namen Jesu die Bettelei bis ins Unendliche treiben, denn die Kranken brauchen ja alles zwischen Himmel und Erde. Es ist eine ehrliche Sache, dass man um Brot und Geld für einen Kaffee bettelt, wenn man Hunger hat. Man bettelt dann für sich selbst, und erweckt nicht den Anschein, dass es für die Kranken sei. Dies geht im Kleinen. Wenn aber die Großbettler im Namen Jesu Hunderte von Kronen erbetteln und das als „den Weg“ bezeichnen, den man gehen soll, dann ist so ein Elend einfach ekelerregend. Jesus hatte nichts, wo er sein Haupt hinlegen konnte, und er ist ja „der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Somit ist der Maßstab, den die Habsucht anwendet, nicht der Weg zu Leben und Frieden, sondern zu mehr Habsucht, welche Abgötterei ist.

„Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott.“ 1. Joh. 4, 1-2.

Wenn Christus in das Fleisch gekommen ist, dann herrscht er über die Lüste des Fleisches und bringt all dies ans Kreuz. Das tat er, als er in seinem eigenen Fleisch war, Hebr. 2, 14, und das tut er in unserem Fleisch. So wie er lebte, werden wir auch leben, denn er ist „das Vorbild“ und er ist „der Weg“. Wer einen anderen Weg verkündigt, verkündigt einen Weg zur Habsucht und zur Geschäftemacherei. Um Gewinnes willen fielen einige in den Irrtum Bileams. Jud. V. 11. „Ihr Mund redet übertriebene Worte, wenn sie aus Eigennutz ins Angesicht schmeicheln.“ V. 16. Lasst uns uns an die Bibel halten, denn Gottes Wort prüft alles. Es prüft in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. „Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.“ „Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werden wir auch nichts hinausbringen.“

Fresserei, Sauferei und Wohlleben verblenden. Man sieht das Wohlleben als etwas Herrliches an und studiert die Menüs. Die Herrlichkeit Christi wird dadurch verdunkelt, und der Bauch wird der Gott für einen. Ja, was hat die Welt an Herrlichkeiten zu bieten, die nicht verdummen und verblenden, sodass die Herrlichkeit Christi verborgen wird??? Das Leben in der Welt soll ja sterben, wie kann dann das Leben Christi hervorkommen, wenn man aus allen Leibeskräften versucht, das Fleisch zu nähren, damit es leben und sich wohlfühlen kann?

Weg mit allem, was die Augen verblendet und die Herrlichkeit Christi verdunkelt! Dies ist der Weg, den geht!!!