Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1929-11 - Einen Leib hast du mir bereitet

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Einen Leib hast du mir bereitet

Nur ein Leib wurde bereitet, und in diesem Leib sollte die Erlösung geschehen. Dieser Leib entstand dadurch, dass der Heilige Geist über Maria kam. Jesus wurde ein Gottesmensch. Das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Aber dem Fleisch nach war er auch Davids Sohn. Röm. 1. Jetzt sollte der Same des Weibes der Schlange den Kopf zertreten. Jesus als Mensch und als Menschensohn musste den Kampf gegen die Sünde und die Macht Satans aufnehmen. Kraft dazu bekam er von seinem himmlischen Vater. Jesus kam um der Sünde willen – nicht um seiner selbst willen. Ein Werk, das dem Gesetz unmöglich war, geschah nun durch ihn, indem Gott durch ihn die Sünde im Fleisch verdammte. Jesus als Mensch willigte ein, den Willen Gottes zu tun, und auf diese Weise wurde der Same des Weibes Sieger über die Schlange.

Es ist weiterhin nur ein Leib. Und wir, die mit dem einen Geist Jesu getauft sind, sind zu ihm getauft, um ein Leib mit ihm zu sein.

Wie ist nun unser Leib, nachdem wir zu einem Leib mit Christus gemacht worden sind? Merken wir etwas von Versuchungen? Sehen wir ein anderes Gesetz in unseren Gliedern? Merken wir etwas vom Leib der Sünde in unserem Körper? Wenn wir das tun, dann müssen wir davon ausgehen, dass Jesus dasselbe merkte, weil er versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde, d. h. ohne Missetat. In dem Leib, den Gott bereitet hat, wurde also die Sünde verdammt. Oder glaubt jemand, dass es in einem anderen Leib oder in einem anderen Fleisch geschah? Alles Fleisch war ja einem heiligen und gerechten Gesetz gegenüber kraftlos. Doch das Fleisch Christi war nicht kraftlos. Er besiegte die Sünde im Fleisch. Das hatte nie zuvor ein Mensch tun können, wenn er auch noch so gottesfürchtig war. Aber er, der Meister, schaffte es in der Kraft eines ewigen Geistes. Er gab sein Fleisch für das Leben der Welt. Der Geist, in dem er sich selbst opferte, ist daher nun der Welt geschenkt. Er hat das Opfer (den Leib) bekommen und jeder, der will, kann daher den Heiligen Geist als Gabe bekommen.

Der Geist jedoch, der Jesus das Leben nach dem Fleisch abverlangte, will auch schnellstmöglich dasselbe Werk in uns beginnen, wenn wir ihm gehorchen. Wenn nicht, wird der Geist uns verlassen. Das wird bis ans Ende der Tage so weitergehen, solange es Menschen auf der Erde gibt. Und soweit wir uns selbst in der Kraft dieses ewigen Geistes opfern, soweit werden wir auch mit ihm verherrlicht. Denn der Geist ist Leben um der Gerechtigkeit willen.

Als die Juden der Weisheit und dem Geist, in dem Stephanus redete, nicht zu widerstehen vermochten, war das deshalb, weil er sich vom Geist hatte leiten und treiben lassen. Er wurde auf diese gerechte Weise auch vollständig Sieger über sie. Ihre Raserei im Fleisch machte den Sieg von Stephanus noch offenbarer und gewichtiger. Sie konnten ihn steinigen, aber seinem Geist und seiner Weisheit vermochten sie nicht zu widerstehen. Dasselbe war bei Jesus von Nazareth der Fall, den die religiösen Leiter seiner Zeit aus Neid kreuzigen ließen. Sie vermochten der Weisheit und dem Geist, in dem er redete, nicht zu widerstehen.

Dasselbe wiederholt sich durch die Zeiten. Lebt und wandelt jemand im Heiligen Geist, wird er zuallererst Neid bei den religiösen Leitern auf sich ziehen, die Tendenzen der Pharisäer in sich tragen, die Person kreuzigen zu wollen, die sie weder an Geisteskraft noch an Weisheit besiegen können. „Wohin ich aber gehe, wisst ihr, und ihr kennt den Weg“, sagt Jesus. Warum dann nicht sofort damit beginnen, im Geist zu leben und im Geist zu wandeln? Sowohl die Kräfte als auch die Weisheit bekommt man ja gratis. Vielleicht fällt es einem so schwer, die eigenen Interessen loszulassen. Aber warum dann Neid hegen? Es ist doch dein eigener Fehler. Hier gibt es nichts zu streiten, nur zu gehorchen und zu glauben. Dann kommen die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes. Diese beiden Gaben kennzeichnen das Reich Gottes, und zeigen, dass das Reich Gottes gekommen ist.