Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Margrethe Wøllo - 1929.02.14

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

(Abgeschrieben, kein Original.)

Horten, den 14. Februar 1929
Liebe Schwester Margrethe Wøllo,

herzlichen Dank für den Brief vom 10. des Monats mit dem beiliegenden Brief von N. N. Ja, nun versteht man, worauf sie hinauswill. Solche Leute wollen Freiheit haben. Eine Last ist ihnen eine Plage, die möglichst auf andere abgewälzt werden soll. Und nach all diesem Elend glauben sie, dass sie von aller Sünde im Fleisch freigemacht sind. Das Beste für einen selbst und andere wird sein, sich von solchen Leuten rein zu bewahren.

Ja, ich verstehe so gut, dass Schw. F. euch zur Freude ist. Sie ist eine Person, die augenblicklich den Kampf in ihrer Umgebung und an ihrem Heimatort aufgenommen hat. Von solchen Leuten gibt es sehr wenige – auch unter unseren Geschwistern. Eben darum hinken so viele vorwärts und rückwärts.

Nach der Dänemark-Reise war ich sechs Tage lang in Fredrikstad. Ich erklärte ihnen u. a. die Finsternis, die sich während der Einweihung über Salomos Tempel senkte, und bei der Salomo sagt: „Der Herr hat gesagt, er wolle im Dunkeln wohnen.“ Gott lässt sein Licht nicht in unserem Licht leuchten. Er lässt es dunkel und finster werden, und hierin lässt er sein Licht leuchten, damit das Licht von ihm und nicht von uns sein soll.

Ja, Gottes Wege sind verwunderlich. Alles wirkt gemeinsam auf das große Ziel hin: Die Errettung der Seele und deren größtmögliche Erlösung.

Grüße die Geschwister und sei selbst herzlich gegrüßt von Br.

J. O. Smith