Ein neues Jahr, 1929
Jede Maschine hat ihren Hebel zum Abstellen und ihre Bremse, doch die Zeit kann man weder anhalten noch bremsen. Sie geht unweigerlich ihren stetigen Gang. Die Uhr an der Wand versucht, so gut wie möglich Schritt zu halten, doch dann muss sie aufgeben, und der Uhrmacher muss sie reinigen und schmieren. Doch die Zeit läuft ohne irgendeine Schmierung. Und wir werden älter. Neue Generationen wachsen heran, und die Alten gehen den Weg alles Irdischen. Die Sonne macht unermüdlich ihre Runden am Himmelsgewölbe und bringt Licht, Wärme und Leben mit sich. Sie hat die Menschenkinder von den Tagen Adams und Evas an begleitet und gesehen.
Doch gibt es eine andere Sonne, die auch scheint und wärmt. Das ist die „Sonne der Gerechtigkeit.“ Sie wärmt und erleuchtet Herz und Sinn. Beide Sonnen brauchen wir. Die erste bringt zeitliche Güter, doch die letztere ewige. Wir sind Gott sehr dankbar dafür, dass er dieses ewige Sonnenlicht in unseren Herzen hat aufgehen lassen. Es bringt Heil und Frieden mit sich.
Wenn nun die Sonne 1929 ihre täglichen Runden läuft, dann lasst uns darauf eingestellt sein, auch Licht und Heil von der Sonne der Gerechtigkeit anzunehmen, die ebenso ihre täglichen Runden macht, und die nicht nur am Tag scheint, sondern auch in der Nacht; auch erzeugt sie keinen Schatten, wenn man einen Gegenstand hinstellt. Nur die Sünde verdunkelt ihre Strahlen und verfinstert ihren Glanz, sodass sie schließlich aus unserem Blick entschwindet. Doch als von der Sünde Freigemachte sind wir in den Dienst der Gerechtigkeit getreten. Röm. 6, 18.
Mit Sonnenlicht und Frieden für diesen Dienst wünschen wir jedem Einzelnen von den Geschwistern ein:
„Gutes Neues Jahr.“
