Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1929-01 - Konferenz am Buß- und Bettag 1928 – Horten

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Konferenz am Buß- und Bettag 1928 in Horten

J. O. S. Überall, wo Gott Worte gebraucht, da ist Gott. Und Gott kann nicht zu den Menschen reden, ohne Worte zu gebrauchen, sodass er verstanden werden kann. Aber Christus ist das Wort, durch das alles geworden ist. Johannes bezeugt: „Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.“ Jesus hatte seine Lust an den Menschenkindern. Diese Lust wollte Gott zufriedenstellen, weil alles durch ihn und zu ihm geschaffen ist. Wir können aus allem, was wir in der Natur sehen, eine Lehre ziehen. „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“ Es strahlte Licht hervor aus Jesus Christus. So wie die Erde ihr Licht von der Sonne bekommt, bekommt der Mensch sein Licht von Christus. Das Licht scheint in der Finsternis, d. h. in das verfinsterte Herz und in den verfinsterten Sinn des Menschen hinein, doch die Finsternis nimmt es nicht an. Johannes kam, um von dem Licht zu zeugen, aber er selbst war nicht das Licht. Er zeigte auf das Licht und sagte: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ Das wahre Licht war dabei, in die Welt zu kommen; denn Jesus trug das Licht in sich selbst. Und das ist das Zeugnis des Johannes: „Ich bin nicht der Christus.“ „Was dann? Bist du Elia?“ „Nein!“ „Wer bist du dann?“ „Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!“ „Ich taufe mit Wasser zur Vergebung der Sünden.“ Diese Stimme war es, die auch uns rief, als wir unsere Sünden vergeben bekamen. Johannes war der Größte unter allen, die von Frauen – von Menschen – geboren wurden, aber der Kleinste im Himmelreich ist größer als er. Johannes steht als ein von Gott begnadeter Mensch dennoch außerhalb des Himmelreiches, denn der Kleinste in diesem Reich ist größer als er. Jesus trug das Reich im irdenen Gefäß und dasselbe tun wir; denn das Reich Gottes ist inwendig in uns hineingekommen. Jesus opferte sich selbst in der Kraft eines ewigen Geistes. Das Fleisch wurde ans Kreuz genagelt. Das Reich kam in Jesus Christus – innerhalb des Vorhangs. „Der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ Nachdem er in den Himmel gefahren war, sandte er den Geist, der mit dem Himmelreich kam. Es muss ein Unterschied gemacht werden zwischen der Taufe des Johannes und dem Himmelreich. Apg. 19, 1 ff. Die allermeisten Christen heute kennen nur die Taufe des Johannes. Apollos war gelehrt in der Schrift. Er war unterwiesen im Weg des Herrn und redete brennend im Geist und lehrte richtig von Jesus, wusste aber nur von der Taufe des Johannes. Als Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus. Apg. 18, 24-28. Danach widerlegte er die Juden öffentlich mit großer Kraft, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Messias ist. Auch die Christen heute benötigen eine genauere Auslegung vom Weg Gottes. Sie kennen Christus nur als ein Sühnopfer für Sünden. Es wird beinahe ausschließlich darüber geredet, zu sündigen und Gnade, womit sie Vergebung meinen, zu bekommen. Christus als Kraft, um über die Sünde zu siegen, ist äußerst unbekannt. Das Himmelreich bringt den Geist Gottes und den Zerbruch des Fleisches mit sich. Das kostet einen etwas, man muss leiden, und so wählt man lieber, bei der Taufe des Johannes zu bleiben; denn leiden will man nicht. Aber versuche, in das Reich hineinzukommen! Reiße es an dich mit Macht! Lass die Leiden kommen, lass das Zeugnis des Blutes in deinem Leben hervorkommen, gib das Leben hin!

Mose verließ den Reichtum Ägyptens. Er erwählte, zusammen mit dem Volk Gottes zu leiden und zog dies dem Genuss der Sünde vor. Hebr. 11, 25. Das Himmelreich trägt die drei Zeugen in seinem Schoß: den Geist, das Wasser und das Blut. Die Taufe des Johannes hatte zwar das Zeugnis des Blutes vor sich, aber nicht in sich. Doch das Himmelreich hat es in sich und dieses Reich ist inwendig in uns. Jesus spricht in vielen Gleichnissen über das Himmelreich. Es wird verglichen mit gutem Samen, der auf den Acker gesät wurde, aber dann kommt der Feind und sät Unkraut. Beides sollte zusammen wachsen bis zur Ernte. So ging es Jesus, er musste zusammen mit einem Judas leben, und er ertrug ihn und nannte ihn Freund. Ja, in seiner unermesslichen Treue hielt er ihn so verborgen, dass die Jünger nicht wussten, wer ihn verraten würde. Das Himmelreich gleicht auch einem Senfkorn, das kleiner ist als alle anderen Körner; doch es wächst zu etwas Großem heran. Seine Wurzeln zehren am Leib der Sünde, und es wächst ein Baum heran, in dem die Vögel des Himmels Nester bauen können. Jesus musste vom Himmelreich in Gleichnissen reden, weil niemand dieses Reich von früher her kannte. Sie kannten nur die Vergebung der Sünden. Das Himmelreich gleicht auch einem Sauerteig, den eine Frau nahm und in drei Scheffeln Mehl verbarg, bis es ganz durchsäuert war. Der Sauerteig wurde also im Mehl verborgen und durchsäuerte so den ganzen Teig. So gehen die Ausbreitung und das Wachstum des Himmelreiches vor sich. Der Wille Gottes ist in sich selbst das Himmelreich, und das fordert unser Leben in dieser Welt. Viele werden danach trachten, ins Himmelreich hineinzukommen, aber werden es nicht können. Sie wollen hineindringen, aber das Fleisch und der Eigenwille sind wie eine Mauer. Der Preis ist zu hoch, und so fällt man zurück in die Taufe des Johannes, die Vergebung der Sünden. Das Himmelreich fordert, dass das Fleisch mit seinen Lüsten und Begierden am Kreuz ist.

Johannes zeugte von dem Licht, aber er war nicht das Licht. Beleuchtet zu werden ist etwas anderes, als selbst ein Licht zu sein. Wir müssen wie Fixsterne selbstleuchtend werden und dürfen nicht nur ein kalter Planet wie der Mond sein. Doch niemand wird selbstleuchtend, der sich nur an die Taufe des Johannes hält. Jesus hatte Licht und Leben in sich selbst. Daher gib deinen eigenen Willen auf und setze stattdessen den Willen Gottes ein, dann ergreifst du das Himmelreich.