Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Elias Aslaksen - 1928.11.29

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931
Molde, 29. 11. 1928
Lieber Bruder Elias Aslaksen,
Gottes guter Friede.

Herzlichen Dank für deinen lieben Brief vom 23. 11. nach Langevåg. Er diente mir gestern als Empfehlungsschreiben; denn nachdem ich einen Brief von G. W. an Bolsønes gelesen hatte, in dem sie mich nach bestem Vermögen schlecht macht, ließ ich die Geschwister hier deinen Brief lesen und er wurde ihnen zum Trost. Sie stehen auf der Kippe. Heute Abend werden wir nun unsere erste Versammlung in einem kleinen Saal in der Stadt haben.

In Måløy kam es mir so vor, dass die Geschwister etwas beklommen waren. Frau Strand hat ihrer Reise nach Ostnorwegen den Anschein gegeben, dass ich dahinter stünde und sie in Ostnorwegen haben wollte, was die Geschwister in Måløy auffällig fanden. Aber die Sache ist, dass Frau Strand selbst froh war wegzukommen, da sie sich so verhalten hatte, dass niemand mehr Vertrauen zu ihr hatte. Das Verhältnis zu Strand war nämlich sehr schlecht, während das Verhältnis zu Ivar Halnes intimer war, als es sein sollte. Halnes ist mit nach Ostnorwegen. Der Bruder, Steindal, der mit Strand zusammenarbeitet, berichtete mir das Ganze, ebenso P. Skram. In deren Beisein schrieb ich dann an Frau Kvalheim und sagte, dass Frau Strand augenblicklich einen anderen Sinn fassen und Halnes abschütteln muss. Auch schrieb ich, dass Frau Kvalheim selbst sich frei von den Sünden ihrer Schwester halten muss. Ich las den Brüdern den Brief vor, die das Ganze für gut befanden.

Die zwei letzten Hausversammlungen in Måløy waren besonders gesegnet. Ein dritter Bruder Ferestrand drang durch zu Licht, sagte Skram. Die Geschwister fassten Mut, und Br. Skram wurde im Beisein aller nach Kvalheim als Ältester eingesetzt. Dies war wohl im Sinne aller. Hiernach sollte jetzt in Måløy alles in Ordnung sein. Schlechter sieht es allerdings mit denen aus, die nach Ostnorwegen zogen. Doch ist beachtenswert, wie Gott es gelenkt hat, dass er sie von der Gemeinde entfernte, um dann Gericht zu halten.

Am Sonntagabend waren wir im Versammlungshaus in Ålesund, wo Jugendstunde war. Wir gaben auch Zeugnis und niemand widersprach. Aber als wir später das Versammlungshaus mieten wollten, lehnte der Vorstand dies ab. Wir versuchten, einen Saal in der Stadt zu mieten, aber der war belegt. An zwei Abenden hielten wir uns dann ruhig in Langevåg auf. Eine Schw. Vesta kam mit ihrer 13 ½ Jahre alten Tochter als Überläuferin von G. W. zu uns. Sie konnte diese herrschende Leitung nicht mehr ertragen. Nun wurde sie froh und sie war am Kai, als wir abfuhren. Hier gibt es auch starke Tendenzen in Richtung Ålesund, aber sie erkennen doch, dass der Herrscherstab in der letzten Zeit sehr oft verwendet wird. Wir müssen sehen, wie sich alles regeln wird. Wir versuchten, den Geschwistern in Langevåg Mut zum Krieg zu machen. Sie waren von einer gewissen Furcht und Knechtschaft geprägt. Doch war ja Sara Widell frei hiervon und Lotte Johansen hatte viele Jahre dagegen angekämpft. Inga Eltvik war schwach, aber sie war wie eine Heldin, als Schw. Vesta dazu kam. Wir werden voraussichtlich am Montagmorgen hier abfahren, vermutlich direkt nach Bergen. In Ålesund trafen wir Br. Madsen. Er bat uns, in Bergen Halt zu machen.

Wir haben vor, in Næsbyen einen Zwischenstopp einzulegen. Grüße die Geschwister.

Br. Ellefsen lässt grüßen.

Liebe Grüße von deinem immer ergebenen Bruder

J. O. Smith