Pfingstkonferenz 1928 in Horten
Wir sehen mit eigenen Augen und verstehen, dass Gott reichlich segnet, mehr als wir fassen und begreifen können. Das Wort vom „Gehorsam des Glaubens“ treibt tiefe Wurzeln und ergreift die Seelen. Viele kommen hungrig zu den Konferenzen, aber wir verstehen und sehen, dass sie fröhlich wieder nach Hause reisen. Wir haben das außergewöhnlich große Glück, mehrere Brüder unter uns zu haben, die wirklich Gottes Wort reden. Dieses öffnet die Augen, und der Glaube kommt durch das, was man hört. Diese Brüder sind auch die tragenden Kräfte. Wenn sie unter der Leitung des Geistes ihre Zeugnisse ablegen, dann spüren wir, dass die göttliche Kraft und Unterweisung unseren Geist berührt und befruchtet.
Dieses Mal war der Saal brechend voll, sodass man sich beim Herein- und Hinausgehen in den Türen drängte. Immer wieder neue Leute, die wir nie zuvor gesehen haben. Der eine nimmt den anderen mit. Wenn es so weitergeht, müssen wir für unsere jährlichen Zusammenkünfte andere Lösungen finden. Horten ist ja ein zentraler Ort und der Saal ist ausgezeichnet, solange der Platz reicht. Wir sehen diesen großen Zulauf zu den Konferenzen daher sowohl mit Sorge als auch mit Freude. Mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet; aber wenn Gott uns gebrauchen will, um ihnen zu dienen, so geschehe sein Wille.
Das Wort vom Kreuz ergreift die Seelen. Wir merken, dass es dieselbe Kraft in sich hat wie in den Tagen der Apostel. „Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ Dieses Zeugnis ist das Geheimnis aller Kraft und allen Fortschritts. Nicht selbst leben, Kreuz über alles Fleisch, sodass das Leben Christi in dem Einzelnen und in der Versammlung leben und gedeihen kann. Doch nicht alle haben diese Erkenntnis, sodass wir ziemlich oft zu hören bekommen, wie es in der großen Versammlung danebengeht, in der manche zuviel und andere zu wenig reden. Doch wenn man Mal für Mal korrigiert wird, dann wird es besser. Die Hauptsache ist, dass sich jeder von denen, die Gott an die Spitze gestellt hat, genau auf seinem Platz hält und genau auf das hört, was „der Geist der Gemeinde sagt.“
Jesus sagt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker […] und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Mt. 28, 18-20.
Das ist mehr als die Verkündigung von Sünde und Gnade. Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe! Kraft dazu bekommen wir vom Geist Gottes. Unser Land ist voll von der betrüblichen Verkündigung, dass es Knechtschaft sei, alles zu halten, was Jesus befohlen hat. Gegen diese grundfalsche Verkündigung haben wir viele Jahre lang gekämpft und wollen damit fortsetzen bis ans Ende der Tage – in der Gnade und Kraft, die Gott gibt. Und Gott steht uns bei und hat bis zum heutigen Tag Sieg und Fortschritt gegeben. Es wird für jeden schwer werden, der gegen den Stachel ausschlagen will. Apg. 26, 14.
Das Wort sie sollen lassen stehn und kein‘ Dank dazu haben.
Wenn der Geist vom Himmel uns fügt zusammen,
und das Kreuz fürs Fleisch wird Ja und Amen,
Dann wir ohne Worte Gemeinschaft haben
Am selben Tisch mit guten Gaben.
