Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Otto Baltzersen (N.N.) - 1928.06.09

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

(Kein Original.)

Horten, den 9. Juni 1928
Lieber Bruder Otto Baltzersen,
Friede.

Danke für deinen lieben Brief vom 7. Juni, den ich heute erhielt. Ich höre, dass du Kampf an deinem Arbeitsplatz hast. Und soweit ich verstehe, ist es die Steuererklärung, die Unruhe verursacht. Davon habe ich etwas gehört. Deine Steuererklärung soll demnach Einkünfte aufgedeckt haben, die die anderen nicht angegeben haben. Ist es nicht so???

Ich gehe davon aus, dass du in dieser Sache weise vorgegangen bist und dich nur um deine eigenen Angelegenheiten gekümmert hast und die anderen soweit machbar herausgehalten hast. Wenn du das getan hast, kannst du ein gutes Gewissen haben und ihre Angriffe auf dich werden am Schild des Glaubens abprallen. Im Übrigen muss ein Diener in der Gemeinde auf Leiden aller Art gefasst sein. Die Schwierigkeiten müssen durchlebt werden, damit sie für einen selbst Nutzen bringen und man anderen helfen kann. Ihr seid das Salz der Erde. Das Salz wirkt in der Umgebung, in der man sich befindet.

Du hast auch die Erfahrung gemacht, dass das Fleisch von fleischlichen Verwandten nicht höher im Kurs steht als alles andere Fleisch. Man kann nie Hilfe aus Ägypten erwarten.

Im Übrigen ist zu sagen, dass alles Fleisch seinen Weg verderbt hat. Die einzig wahre Hilfe ist in den Wirkungen und der Wegleitung des Geistes und durch Gottes Wort zu finden. Alles andere funktioniert gar nicht, verfehlt das Ziel und ist Menschenwerk. Darum gilt es, in allen Dingen auf Gott zu vertrauen. Das ist richtig und nützlich, da Er in jeder Angelegenheit immer eine wahre und unangreifbare Entscheidung trifft. Und dies bringt wahre Ruhe und wahren Frieden sowie ein gutes Gewissen. Und wer ist hierzu tüchtig???

Jeder soll geprüft werden, und zwar mit Feuer. Selig ist jeder, der standhält. Hier wird uns die völlige Übergabe in Gottes Hand befreien und uns erlösen, wenn wir mitten in den Prüfungen Ihn leiten lassen. Wenn du auch zwischen Himmel und Erde festgenagelt bist, sei dennoch mit Jesus still am Kreuz. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Ja, ich habe meine Seele gesetzt und gestillt; so ist meine Seele in mir wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter. Diese Stille auf einem aufgewühlten Meer musst du dir als ein Diener Christi angewöhnen. Wenn nicht, wirst du von den Wellen hin und her geworfen und an den Strand gespült und dort vollkommenen Schiffbruch erleiden. Daher gilt es, festzustehen und auf den Herrn zu harren, nichts auf menschliche Weise zu unternehmen. Auf diese Weise entwickelt sich das Reich Gottes nach innen und nach außen. Grüße die Geschwister.

Liebe Grüße von Bruder

J. O. Smith