Das Leben ist das Licht der Menschen
Warum hat Gott uns erschaffen, warum wurden wir geboren? War es, um zu essen, zu trinken und zu spielen, oder war es, um irdische Schätze zu sammeln? Warum sandte er seinen Sohn? War es, damit wir gefällige religiöse Menschen werden sollten? Gab es davon nicht schon genug in der Welt?
Gott hat uns als freie lebendige Wesen erschaffen und hat uns Prüfungen ausgesetzt, damit wir durch freie persönliche Willensentscheidungen Gelegenheit bekommen sollten zu wählen, wem wir dienen wollen – entweder Gott oder unserem eigenen Fleisch. Das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden. Er gibt uns seinen Willen zu erkennen, aber gleichzeitig kommt auch das Fleisch mit seinem Willen und seinen Forderungen. Es liegt bei uns und wir können selbst wählen, wem wir dienen wollen. Gott hat alles so weisheitsvoll gemacht und hat die Entscheidung in unsere eigenen Hände gelegt. Wir sehen, was die Massen wählen. Sie wählen Befriedigungen für das Fleisch in alle Richtungen. Damit beginnt man als kleines Kind und setzt damit fort bis zum Tod. Nur der eine oder andere wählt, dem Treiben und Trachten des Geistes zu folgen – im direkten Gegensatz zum Fleisch. Eine solche Seele wird von der Welt verkannt und gehasst, und für die religiöse Welt wird sie ein Ekel. Doch sie ist von Gott geliebt und geehrt, und diejenigen, die Christus auf seinem Weg des Kreuzes folgen, werden sie verstehen und lieben. Draußen in der Welt denkt man gewöhnlich so, dass das Evangelium Christi nur etwas ist, das zum Sterbebett passt. Deshalb schiebt man es auch auf in der Hoffnung, ganz zum Schluss noch einen „lichten Augenblick“ zu bekommen. Man tut so, als ob Gott der Gott der Toten wäre und sich besonders für solche elenden, in allerlei Sünden ausgelaugten Kadaver interessieren würde. Die Jugend und die Kräfte passen dagegen ausgezeichnet für die Sünde und Satan. Sinnloser geht es nicht!! Bekehrt man sich dann nach sieben langen Bedenkzeiten zu Gott, hat Gott große Mühe damit, uns dazu zu bewegen, dass wir von den Sündengewohnheiten, die so fest an uns kleben, eine und wieder eine aufgeben. In der Regel bringt man es in seiner Gottesfurcht nicht zu mehr, als dass man hin und wieder in die eine oder andere Kirche oder in das eine oder andere Versammlungshaus geht, um sich eine Predigt anzuhören. Ansonsten schleppt man noch all seine sündlichen Gewohnheiten mit sich herum und bewegt sich, als würde man bis zu den Knien im Schlamm waten, als ob das Christenleben etwas von Satan selbst wäre. Die Jugendlichen bekommen eine solche Angst vor dieser Art von Christentum, dass sie weit weg davon fliehen.
Was sagt nun der Apostel über sein Christentum? Er sagt: Folge mir nach, wie ich Christus nachfolge! In Christus gibt es Ziele, die man sich stecken kann und Ziele, die man erreichen kann. Das passt ausgezeichnet für die Jugend. Es ist nicht nötig, sich ein Menschenalter lang abzumühen, um mit dem Tabak fertig zu werden. Schneide ihn mit einem schnellen Schnitt ab, denn es gibt noch Hunderte andere Dinge, die darauf warten, weggeschnitten zu werden. Dies ist der Weg der Heiligung, der von allen Feinden des Kreuzes gehasst wird. Hier bekommt man Kraft, hier fühlen sich die Jugendlichen wohl; denn hier kann man sich hohe Ziele für dieses und für das zukünftige Leben stecken.
Bist du jemand, der durch seine Lebensführung Schande über das Leben in Christus bringt, dann tu gewisse Tritte und bekehre dich. Man geht nicht in den Himmel mit einer Tabakspfeife in dem einen Mundwinkel und einem Kautabak im anderen. Das Christenleben wird für dich zum Trauermarsch, der Schande über den Namen Christi bringt.
Das Kreuz Christi ist sanft und seine Last ist leicht. Das Christenleben ist ein solides, aufrichtiges und reelles Leben. Wenn du solide Menschen finden willst, dann suche sie auf dem Weg des Kreuzes. Über das Kreuz zu reden, ist nicht das Kreuz, sondern Geschwätz. Das Kreuz findet man durch ein Leben in Selbstverleugnung. Das Leben muss unsere Lehre sein und die Lehre unser Leben. Es gibt große begabte Künstler mit unmoralischem Wandel. Man kann auch begabte Prediger finden, die nicht wissen, was das Kreuz Christi in Geist und Wahrheit ist. Die Gnadengaben sind nicht das Leben, sondern nur Gaben, die vom Leben gebraucht werden können, sei es nun im Fleisch oder im Geist. Wenn du Zukunft und Hoffnung haben willst, dann folge Christus; doch setz dich nicht in den einen oder anderen Versammlungssaal, um zu schlafen. Glaube nicht, dass christliche Nettigkeit Christentum ist. Nur der Gehorsam des Glaubens hat einen wahren und bleibenden Wert. Etwas anderes zählt nicht.
Durch Gottes Gnade haben wir der Jugend das Kreuz verkündigt – das, wovor ältere Christen fliehen. Jetzt zur Osterkonferenz waren sehr viele Jugendliche gekommen, und es ist ihre Lust, sich zu diesen Konferenzen zu versammeln. Wenn sie aus dem einem oder anderen Grund verhindert sind zusammenzukommen, sind sie traurig. Die Jugendlichen scheren sich nicht um Schmeichelei wie die Älteren. Man kann ihnen ohne Umschweife seine Meinung sagen, und so soll es auch sein. Glücklich ist jeder, der von Jugend an auf diesen seligen Weg des Kreuzes kommt.
Ich kann die Geschwister damit erfreuen, dass sich diese Wahrheiten vom Weg des Kreuzes trotz Widerstand von allen Seiten mit einer unglaublichen Geschwindigkeit verbreiten. Man unterhält sich darüber bis weit in die Nacht hinein, und es sieht so aus, dass der Eifer größer und größer wird. Auch in Amerika hat man durch Br. Johan Lohne diese Wahrheiten zu hören bekommen, und es ging dort wie hierzulande: Es gibt einen Aufschrei über eine gefährliche Lehre, aber niemand weiß, worin die Gefahr besteht. Vermutlich sind sie zornig darüber, dass sie aus dem Schlaf geweckt wurden. Es lässt sich so leicht schlafen in dem Evangelium, dass Jesus alles getan habe und dass es Knechtschaft sei, ihm nachzufolgen. Dieses Evangelium hat hierzulande Tod und Verdammnis über viele Seelen gebracht, und noch immer ist man dabei, Seelen für diese falsche Freiheit zu rekrutieren. Diese hat in pelzgekleideten Reisepredigern ihre wortgewaltigen Sprecher, die im Land umherreisen, essen und trinken und predigen, und die ihre Zeitschriften mit ihrem leeren Geschwätz und ihren Reiseerlebnissen füllen.
Ich will jeden, der selbst den Weg des Kreuzes wandelt, dazu ermahnen, zur Zeit und zur Unzeit zu predigen, damit die Menschen geöffnete Augen für all dieses gottlose leere Geschwätz über göttliche Dinge bekommen können. Leuchte in der Zeit, in der du lebst, und tue das, indem du die Torheit bloßstellst, wo sie in der Gestalt eines Engels des Lichts offenbar wird. Jesus kämpfte sein ganzes Leben lang mit den Menschen, die durch ihren ganzen Wandel ein Zerrbild von Gottes Wahrheiten abgaben.
Benütze die Zeit, überzeuge einen nach dem anderen. Ich habe Leute gehört und gesehen, die sich nicht des Einzelnen annehmen wollten, weil das zu gering war. Sie wollten große Versammlungen haben, die dennoch abgefallen sind, sodass sie nicht einmal einen anleiten konnten. Und ich habe Leute gesehen, die sich über eine einzige Seele wie über eine kostbare Perle gefreut haben, die Wegleiter für große Scharen geworden sind.
Im Übrigen ist nicht das das Wertvolle, dass man etwas wird; sondern eher das, dass man andere dazu bekommt, dass sie etwas werden, d. h. für Gott und die Gemeinde. Dafür sollen wir kämpfen; denn die Erlösung anderer ist unser Lohn und Ruhmeskranz an jenem Tag. Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig. Nicht alles wird sofort durchsäuert, sondern es geschieht nach und nach. Es ist, wie wenn der Schneeball in Pappschnee rollt. Man bekommt mit der ersten Umdrehung noch keine große Kugel, aber durch ständiges Umherrollen wird sie groß werden. Sei darum geduldig; denn die Geduld führt zu einem vollkommenen Werk. Ein ungeduldiger Mann hinterlässt nur eine ganze Menge halbfertiger Werke. Aber für Gott taugt so etwas nicht. Er will, dass wir vollkommen und ganz sein sollen.
Das Leben ist das Licht der Menschen. Niemand hat mehr Licht als das, was er ausgelebt hat – auch wenn die Theorien mannigfach sind. Auf einer Bibelschule kann man den Schülern kein Licht geben, dagegen kann man ihnen eine Portion von der Erkenntnis geben, die aufbläst. Jesus unterrichtete seine Jünger in der Schule des Lebens, bei Nacht wie bei Tag, an Land und auf See. Dies war die rechte Bibelschule. Was man als natürlicher Mensch ansonsten von der Schrift erfassen kann, wird nur in den Sinnen aufgenommen, ebenso wie Geschichte, Geografie, Mathematik und Sprachen.
Gottes Gemeinde braucht Männer und Frauen, die vom „Licht des Lebens“ durchdrungen sind.
