Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Didrik Kvalheim - 1924.04.23

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931
Horten, den 23. April 1924
Lieber Bruder D. Kvalheim,
Friede.

Danke für deinen lieben Brief. Wir hatten dieses Mal aufgrund der Arbeitslosigkeit nicht viele zur Konferenz erwartet. Viele blieben zuhause – selbst von den nächstgelegenen Städten – aber ich glaube, dass dennoch etwa 130 Personen versammelt waren. Es waren viele ganz neue Gesichter dabei. Br. Aslaksen kam zu uns. Er machte die erste Nacht bis 4 Uhr morgens weiter, die zweite Nacht bis 1.30 Uhr und die dritte Nacht war er auf und man unterhielt sich die ganze Nacht, bis um 6 Uhr morgens sein Zug ging. Man kann nicht sagen, dass es an Interesse fehlt. Ich persönlich kann diese Art von Nachtwachen nicht durchhalten. Ich würde umkippen; aber ich bin ja auch 17 Jahre älter. Aber Gott sei gedankt für allen Eifer und für die Brüder, die alles einsetzen, um das Reich Gottes zu verbreiten. Br. Nilsen aus Brevik sowie Ellefsen und K. Pedersen aus Horten waren anwesend. Es kamen viele tiefe und herrliche Wahrheiten hervor. In der letzten Versammlung gab es viele Zeugnisse. Wir sind alle erstaunt darüber, dass Kinder und Jugendliche sich so eifrig beteiligen. Es muss zutreffen, was Elise Pettersen aus Drøbak sagte: „Das Christentum, das normalerweise verkündigt wird, passt zum Sterbebett; aber diese Verkündigung passt zum Leben. Die Jugendlichen bekommen Ziele, die sie anstreben können, und das ist es, wonach sich der jugendliche Sinn sehnt.“

Wahrscheinlich wird die Pfingstkonferenz in Hønefoss stattfinden. Br. Aslaksen wollte sich kundig machen, ob dort oben ein Versammlungsgebäude zu bekommen ist. Wenn er kein Haus mieten kann, dann wird die Konferenz in Horten stattfinden.

Als Br. Bolsønes letztes Jahr in Horten war, fragte ich ihn nach dem Verhältnis zwischen dir und ihm bezüglich des Geldes, das du einmal von ihm geliehen hast. Darauf sagte er, dass der Stand noch derselbe sei und dass nichts davon zurückgezahlt worden wäre. Lieber Bruder, du weißt, dass jeder, der Gerechtigkeit tut, von Gott geboren ist. Wenn du nicht mehr als 10.00 Kr. pro Monat schaffst, so bezahle diese. Treffe eine Vereinbarung mit ihm. Sag ihm, wie es ist. Man kann eine Sache ja nicht totschweigen. Unsere Verkündigung hat immer darauf hingewirkt, Gerechtigkeit zu tun – Gehorsam des Glaubens – und dies stimmt mit der Schrift überein.

Ich sage dies nicht, um es dir die Last noch schwerer zu machen, sondern um dir zu helfen, die Last loszuwerden. Ein Diener in der Gemeinde muss unsträflich sein. Denke gut über die Sache nach und kümmere dich um eine Regelung.

Lass mich hören, wie es geht.

Grüße deine Familie und die Geschwister.

Herzliche Grüße von deinem Bruder

J. O. Smith

Dieser Brief ging am 25. April 1924 bei mir ein.

Didr. Kvalheim.

Gesendet an Br. S. Bolsønæs, Molde, heute, den 26. April 1924.

D. K.