Das Buch Ruth
Israels Richter
Vers 1
„Zu der Zeit, als die Richter richteten, entstand eine Hungersnot im Lande. Und ein Mann von Bethlehem in Juda zog aus ins Land der Moabiter, um dort als Fremdling zu wohnen, mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen.“
Auf den inneren Wegen werden wir feststellen, dass die Richter immer in Juda richten. Das Licht ist das Gericht, und diejenigen, die Licht haben, sind die Richter. Es wird nie Hunger in Juda geben, wenn die Richter leiten können. Will man aber seine eigenen Wege gehen, wird sich der Hunger bald melden.
Dieser Mann nahm seine Frau und seine zwei Söhne und zog weg von Bethlehem (dem Brothaus), um als Fremdling im Land Moab zu leben. Nun würde er das Gericht der Richter los werden, sie würden ihn nicht mehr richten.
So ergeht es jeder Seele, die sich dem Licht entzieht, sie leidet Mangel an allem, sogar im Brothaus. Sie will weit weg ziehen, denn das Fleisch sträubt sich dagegen zu gehorchen. Sie kommt ins Land Moab (die Moabiter stammen von Moab ab, dem Sohn Lots und seiner ältesten Tochter).
Doch es rächt sich, von den Richtern weg und ins Land Moab zu ziehen; denn der Mann Elimelech starb in diesem fremden Land, und bald darauf sterben auch seine zwei Söhne Mahlon und Chiljon.
Das Trachten des Fleisches ist Tod, doch das Trachten des Geistes ist Leben und Frieden.
Sie machte sich auf
Vers 6
„Da machte sie sich auf mit ihren beiden Schwiegertöchtern und zog aus dem Land der Moabiter wieder zurück; denn sie hatte erfahren im Moabiterland, dass der Herr sich seines Volkes angenommen und ihnen Brot gegeben hatte.“
Wenn die Trübsal da draußen in Moab, wo man als Fremdling lebt, hart wird, wenn die Zucht des Herrn über die Seele wie eine Sturmflut hereinbricht, dann meldet sich die Sehnsucht nach dem Heimatland, wie bei dem verlorenen Sohn.
Die Not zwang Naemi zurück. Die Trübsale zwangen sie, und das Gerücht vom Brot lockte.
Wie unendlich groß doch die Liebe Gottes zu uns Menschen ist! Obwohl man sich den Richtern entzieht und beleidigt in ein fremdes Land flüchtet, sucht er uns dort draußen unter den Moabitern auf. Er sucht uns heim mit allerlei Trübsalen, damit wir uns aufmachen sollen, um nach Juda zurückzukehren. Er will nicht, dass wir als Fremdlinge dort draußen in Moab bleiben, denn wir sind sein Eigentumsvolk.
Jesus ist das Brot des Lebens
Die Trübsale wecken und öffnen das Ohr für Gerüchte von Erweckung. Man sehnt sich zurück nach dem himmlischen Brothaus. Jesus ist das Brot des Lebens, das vom Himmel herabkam, um der Welt Leben zu geben. Das Gerücht von ihm breitet sich in ganz Judäa aus. Es gelangt zu einer armen Naemi, die sich abarbeiten muss und es schwer hat. Bei Jesus kann die arme Seele essen und satt werden, denn seine Vorratskammern werden nie leer. Es gibt nie Hunger im gesegneten Land.
Naemi sehnt sich nach Hause. Die Richter erscheinen ihr nun ganz anders gerecht als damals als sie auszog. Alles sieht anders aus.
Naemi als Seelengewinner
Nachdem nun Naemi im Fleisch gelitten hatte und fertig geworden war mit der Sünde, konnte Gott sie als sein Werkzeug gebrauchen, um Menschenseelen aus dem Land Moab (der Welt) herauszuführen.
Sie überredet ihre Schwiegertöchter, die das Land des Herrn nicht kannten, mit ihr zu kommen. Sie malt es ihnen aus als ein herrliches Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließt. Ein Land, dessen Einwohner strenge, aber gute Gesetze haben, dessen Richter für Gerechtigkeit sorgen. Ein Land, in dem Frieden und Ordnung herrschen und in dessen Mitte sich das große Brothaus Bethlehem befindet. Herrliches Land, Land der Verheißung.
Sie bricht auf
Vers 7
„So verließ sie den Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr, und sie machten sich auf den Weg, um wieder in das Land Juda zurückzukehren.“
Die Welt sagt wie Pharao: Es ist nicht notwendig sich abzusondern, man kann gut in Ägypten opfern, denn da benötigt man gerade solche Leute.
Naemi war eines anderen Geistes, sie machte sich auf und verließ den Ort, wo sie gewesen war.
Gesegneter Tag, an dem man einen solchen Entschluss fasst. Ein solcher Tag kam für Abraham, als er sein Land und sein Volk verließ und sich in ein Land begab, das ihm der Herr zeigte. Er kam für Mose, als er sich weigerte, ein Sohn der Tochter des Pharao zu heißen, und er ist für uns gekommen.
Diejenigen, die in der Welt sind, wandeln nach dem Lauf dieser Welt, nach dem Herrscher über die bösen Geister unter dem Himmel, nach dem Gott dieser Welt, und ihre Arbeit ist, den Willen des Fleisches und der Gedanken zu tun, deren Ende das Verderben ist. Sie wohnen in dem Land, das sie von ihren Vätern geerbt haben. 1. Petr. 1, 18. Ihre Wohnung ist ein verdorbener Sinn, der von Schuld bedrückt wird. Von diesem Ort muss jeder ausgehen, der zum himmlischen Kanaan will. Man kann dem Herrn wohlgefällige Opfer nicht in Ägypten opfern, 2. Mos. 8, 25 und doch versuchen es viele. Doch daraus werden Sitten und Gebräuche, indem man nach eigenen Gelüsten Priester einsetzt, Priester, die die Welt in ihre Gemeinden aufteilen, so dass der Nichtwiedergeborene auf gleicher Ebene mit Gottes wahren Kindern steht.
Hinaus aus der Welt und ihrer Priesterschaft mit deinem ganzen Sinn! Begib dich auf den Weg zum Land Juda, denn der Gott dieser Welt und Jehova können nicht am selben Ort verehrt werden.
Sie gingen auf dem Weg zum Land Juda
„Zurück zu Gott“ ist der innerste Ruf in der Seele, dies ist die Stimme des Geistes in jeder Menschenseele. Aber andere Stimmen bekommen ja meistens die Oberhand. Naemi nimmt nun zwei Seelen aus der Welt mit, und sie gehen alle drei auf dem Weg zum Land Juda.
Prüfungen auf dem Weg
Man geht nicht viele Schritte auf diesem Weg, ehe die Prüfungen kommen. Naemi hatte persönlich ganz und gar mit dem Land Moab abgeschlossen, sie wollte zurück nach Juda, wie auch immer es gehen würde. Anders war es mit ihren zwei Schwiegertöchtern. Sie waren beide ungeprüft in der Schule des Geistes. Doch Naemi, die wusste, worum es ging, und die wusste, dass die beiden es bereuen könnten, wenn sie etwas weiter auf dem Weg gekommen waren, wollte, dass die beiden eine eigene Entscheidung trafen für das, was sie jetzt im Begriff waren zu tun. Daher sagt sie:
„Geht hin, kehrt um, jede zum Haus ihrer Mutter!“
Vers 8
Hier beginnt die erste Prüfung ihrer Gesinnung. Waren sie wirklich ganz willig mitzukommen, weg von der Welt? Sie wurden aufmerksam gemacht auf das, was sie verlassen hatten, dass sie nie mehr ins Haus ihrer Mutter zurückkehren könnten, dass aber nun Gelegenheit dazu war.
Nun soll sich zeigen, wo der Schatz ist, ob das Herz an der Welt hängt, oder ob sie gründlich mit dieser fertig sind und ein neues Vaterland suchen. Naemi stellt sie auf eine harte Probe, indem sie ihre Gedanken zurückleitet auf das Liebste, was sie hatten: das Haus ihrer Mutter. Könnt ihr das wirklich verlassen? Überschlagt die Kosten! Nun wird es sich zeigen, ob die Liebe zu Juda größer ist als die Liebe zu Moab. Sie werden auf dieselbe Probe gestellt wie damals Lots Weib. Nun gilt es: Stehen oder fallen!
Viele Seelen fangen auf dem Weg an, aber nach kurzer Zeit, wenn sie dazu kommen, richtig auszurechnen, was es kostet, kehren sie wieder um zur Welt. Naemi wusste das, daher lässt sie die beiden wählen, je früher desto besser. In Erweckungen werden viele wachgerüttelt und begeben sich auf den Weg zum Land Juda, aber die meisten von ihnen nehmen in ihrem Herzen die Welt mit. Wenn sie dann soweit auf dem Weg kommen, dass die Annehmlichkeiten und Freuden der Welt zu entschwinden scheinen, werden sie wütend und murren wie Israel in der Wüste und sagen: „Wer gibt uns Fleisch zu essen? Denn es ging uns gut in Ägypten!“ 4. Mos. 11, 18. Sie wollen gern errettet werden, aber sie haben nichts, was sie für diese Erlösung opfern wollen.
