Zukünftige Dinge
Wir leben in einer Zeit, in der alles seiner Auflösung entgegengeht. Niemand weiß mehr, was der nächste Monat oder das nächste Jahr bringen wird. Alles bewegt sich wie auf einem Vulkan. Die Gesetzlosigkeit schleicht sich wie eine Seuche in die Nationen. Will jemand groß und ein angesehener Mann werden, muss er dem Strom folgen und die Sache derer vertreten, die die Mehrheit haben. Volksmengen wollen regieren; und je brutaler man mit dem Alten brechen kann, desto mehr Aroma. Der Sozialismus hat den Weg bereitet, und Syndikalisten und Bolschewisten gehen weiter ins Blaue hinaus. Das Tier im Menschen fordert sein Recht, und wer kann dieses gierige Ungeheuer zufriedenstellen? Es ist ja gerade dieser Leib der Sünde, der sterben soll, und nun spricht man von dessen Recht. Kann es einen da wundern, dass Blutbad, Hunger, Müßiggang und alle Arten von Raub frei herrschen dürfen? Der antichristliche Geist beginnt schon, die Macht zu übernehmen. Deshalb wollen sie auch das Christentum weg haben; es steht ihnen im Weg.
In 2. Thess. 2 heißt es: „Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsere Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst – weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen –, als sei der Tag des Herrn schon da.
Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.“
Hier steht deutlich, dass zuerst der Abfall kommen muss und der Mensch der Bosheit (der Antichrist) offenbart wird, bevor wir mit Christus vereinigt werden. Wir haben wohl alle gehört, wie Prediger verkündigt haben, dass Christus jeden beliebigen Augenblick kommen kann, um seine Braut zu holen. Paulus sagt nicht so, sondern er bittet uns, auf den Abfall achtzugeben. Dieser Abfall geht nun mit Riesenschritten vor sich. Die letzten Generationen sind weit tiefer in den Abfall hineingegangen als ihre Väter. Dies zeigt, dass die Zeiten der Heiden bald erfüllt sind. Als die Juden ihren Messias verwarfen, kam die Strafe sehr hart über sie, obwohl sie Gottes auserwähltes Volk waren und Kinder Abrahams nach dem Fleisch. Um wieviel schlimmere Strafe wird den Heiden widerfahren, wenn sie ihren Heiland verwerfen? Sie werden dahingegeben werden in verkehrten Sinn, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. 2. Thess. 2, 10. In diesem verkehrten Sinn wird Satans Macht die Leitung übernehmen und die Völker durch seinen Propheten, den Antichristen, in das reinste Elend leiten.
Man ist nun dabei, ein Friedensreich zu schaffen, das Liga der Nationen heißen soll. Die angesehensten Männer der Welt zerbrechen sich den Kopf, um einen ewigen Frieden tatsächlich zustande zu bringen; doch rechnen diese Herren in all ihrem Wissen nicht damit, dass Satan los ist. Christus wird nach diesen Friedensexperimenten zu seiner Zeit ein wirkliches Friedensreich auf Erden aufrichten. Dieses Reich wird in der Schrift als das tausendjährige Reich bezeichnet; aber er ist so verständig und so stark, dass er zuerst Satan binden lassen wird. Offb. 20, 2. Satan gibt den Völkern Kraft zu Aufwiegelungen, ebenso sicher wie Gott seinem Volk Kraft gibt, um Satan zu widerstehen. Mit Frieden zu rechnen, solange Satan los ist, ist der reine Wahnsinn. Dies sollten die großen Herren und Staatsmänner wissen.
Unser Signal für das Kommen Christi ist der Anmarsch der Gesetzlosigkeit und das Offenbarwerden des Antichristen. Der Antichrist ist ein Prophet, durch den Satan zu den Völkern redet. Letzterer wird in der Bibel als „das Tier“ bezeichnet. Der Antichrist wird vor dem Tier Zeichen tun, um die Völker dazu zu verführen, dass sie an ihn glauben. Offb. 19, 20. Er ist eine Person, die zu ihrer Zeit kommen wird. Ebenso wie der Geist Christi in den alten Propheten im Voraus von Christi Leiden und Tod und der darauffolgenden Herrlichkeit zeugte, wird auch der Geist des Antichristen im Voraus vom Antichrist zeugen. Johannes redet von diesem Geist, der schon zu seiner Zeit zu wirken begann. 1. Joh. 4, 3. In so vielen Jahrhunderten hat der antichristliche Geist an den Menschen gearbeitet, um den Boden dafür zu bereiten, dass der Antichrist ins Fleisch kommt. Wäre der Antichrist in den Tagen gekommen, als die Apostel noch lebten, dann hätte er nichts ausrichten können, weil damals fast die ganze Welt in Heidentum und Unwissenheit darniederlag. Aber nun, da die Welt die Wahrheit gehört und sie verworfen hat, kann er offenbart werden. Nun kann er spöttisch über Christus und dessen Evangelium reden, weil die Völker ihn bestens verstehen. Sie sind dahingegeben in verkehrten Sinn und werden sich freuen, wenn sie einen so großen und mächtigen Propheten reden hören. Und wenn er dazu noch große Zeichen tut, dass er sogar Feuer vom Himmel fallen lässt, dann wird das Jubelstürme auslösen. Über all diesen Huldigungen seitens des Volkes wird der Antichrist so aufgeblasen, dass er von sich selbst glaubt, er sei Gott. Wenn er sich dann aber in all seiner Herrlichkeit sonnt, wird sein würdiger Gegner, Christus, geoffenbart werden und ihn umbringen mit dem Hauch seines Mundes. 2. Thess. 2, 8.
Die Regierung des Antichristen wird eine schreckliche Herrschaft sein, denn der Antichrist wird auftreten nach der kräftigen Wirksamkeit Satans mit aller Macht der Lüge und mit Zeichen und Wundern und aller Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren gehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, sodass sie hätten errettet werden können.
Wir sehen, dass der Antichrist auftreten wird für diejenigen, die verloren gehen. Wir, die wir an die Offenbarung Christi glauben, werden sehen, wie der Antichrist offenbart wird. Wenn dies geschieht, können wir darauf warten, dass Christus kommt, um seine Braut zu holen. Während wir weg sind und unseren Lohn bekommen, wird der Antichrist auf der Erde regieren. Wenn Christus aber dann mit allen seinen Heiligen zurückkommt, um selbst die Weltreiche tausend Jahre lang zu regieren, dann wird er den Antichristen mit dem Hauch seines Mundes umbringen.
Wenn diese Zeit kommt, dann haben die Völker endlich gelernt, dass sie sich nicht selbst regieren können. Dann werden die Worte Jesu wahr: Ohne mich könnt ihr nichts tun.
So zerstreut, wie die Völker derzeit dastehen, wird ein Mann keine so gewaltige Macht bekommen können, wie sie der Antichrist bekommen wird. Es ist deshalb notwendig, dass die Völker sich zu einem gemeinsamen großen Reich verbünden. An der Spitze dieses Weltreiches wird der Antichrist letztendlich seine Scharen dominieren können; besonders dann, wenn dieser Weltverbund zuvor hinreichend vom Geist des Syndikalismus bearbeitet worden ist. Der Antichrist wird dann alle um sich sammeln können; und die größten Zweifler müssen sich beugen, wenn er zu Zeichen und Wundern greift.
Gut für uns zu wissen, dass wir dann daheim sein werden bei unserem geliebten Herrn Jesus Christus, bei ihm, den wir geliebt haben unter Verfolgung und Spott. Und es ist gut zu wissen, dass wir zusammen mit Christus unseren Erzfeind, den Teufel, besiegen werden, ob er als Prophet oder im Geist offenbart wird.
Der Vater sagt zum Sohn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße. Es ist jetzt die Arbeit des Vaters, die Feinde Christi zu einem einzigen Block zu sammeln, um diesen zu richten. Und niemals wird dies besser gelingen, als wenn diese sich zu einem Schemel seiner Füße verbünden.
Das nächste, das wir in naher Zukunft erwarten können, ist die Rückkehr der Juden in ihr eigenes Land. „Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob.“ Röm. 11, 25-27.
Es geht nun auf die Zeit zu, dass die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist. Es wird viel gepredigt in der heutigen Zeit, aber nur wenige werden errettet. Unter denen, die sich gläubig nennen, verleugnen die meisten das Kreuz Christi und seine Kraft. Die Zustände sind so elend, wie sie wohl nur sein können. Die Prediger machen Geschäfte mit dem Christentum, sodass jeder seine Versammlungssäle und jeder seine Versammlungen hat. Dass etwas verdient ist, zählt mehr als wahre Gottesfurcht. In den letzten Tagen werden sich die Leute selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken. Man fragt nicht nach Wahrheit und Recht, sondern nach dem, der am angenehmsten und begabtesten darin ist, Unterhaltung zu bieten. Die Zeit ist gekommen, dass man aus den Synagogen ausgeschlossen und um des Namens Jesu willen von allen Menschen gehasst wird. Ob nicht während all diesem die Fülle der Heiden bald zum Heil gelangt ist? Lasst uns unsere Augen aufmachen und durch das Licht des Geistes in die zukünftigen Dinge hineinschauen; denn es sind die Heiligen, die innerhalb des Leibes und über die Dinge, die durch den Leib geschehen werden, Offenbarungen bekommen. Gewiss hört man ab und zu weitläufige Vorträge über die Endzeit; aber ich habe überhaupt keinen Glauben dafür, dass Leute, die nicht einmal die elementarsten Wahrheiten der Gottesfurcht verstehen, eine Menge Offenbarungen über die Endzeit bekommen können. Indem wir uns dem Ende nähern, sehen wir, wie sich eine Weissagung nach der anderen erfüllt, genauso wie ein Seemann sich zurechtfindet, wenn er einen fremden Hafen anläuft. Er findet die Leuchtfeuer, die auf der Karte eingezeichnet sind; er findet Seezeichen und Landfall verschiedener Art. Genauso hat Gott uns verschiedene Dinge über die Zukunft wissen lassen, damit wir, wenn dies geschieht, freimütig sein und all unser Vertrauen auf ihn setzen können, der uns dies alles viele Jahrhunderte im Voraus hat sagen können. Aber Gott gibt uns nicht Licht, um unsere Neugier und unsere Wissbegierde zu befriedigen. In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller.
Mögen deshalb wir, die wir die Liebe zur Wahrheit angenommen haben, im Gebet, in der Unterweisung und in den zukünftigen Dingen als wachend erfunden werden.
