Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Elias Aslaksen, 1919-02-07

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

(Original fehlt)

Horten, den 7. Februar 1919
Lieber Bruder Elias Aslaksen,
Gottes guter Friede.

Danke für deinen sehr lieben Brief, woraus ich ersehe, dass du bald wieder nach Hønefoss umziehst und dass ihr dort ein Haus gekauft habt. Es ist offenbar der Wille Gottes, dass du dort mitten im Land sein sollst. Es freut mich zu hören, dass ihr nun die Arbeit in Hønefoss und Umgebung anpacken wollt. Ich habe einen Brief von Bruder Olstad bekommen. Er ist sehr eifrig.

Neulich war ich in einer Versammlung. Nachdem der Leiter über 2. Petr. 1 gesprochen hatte, griff ich die Verse 3 und 4 wieder auf und erklärte diese genauer. Ich war hocherstaunt, dass das Wort angenommen wurde. Die Prediger hatten am Sonntag zuvor darüber gesprochen, auf „Jesus allein“ zu hören. Sie wollten allein von ihm lernen. Doch dann haben sie sich bestimmt versprochen, denn etwas später erzählten sie, dass sie eine Bibelschule in Kristiania besuchten, um so viel wie möglich von ihrem lieben Heiland zu lernen. Dies sprach ich gestern an und sie machten große Augen. Ich sagte ihnen, dass ich glaube, dass es auf dieser Bibelschule sicher noch andere außer „Jesus allein“ gibt, die unterrichten. Und man kann wohl auch nicht sagen, dass dies falsch ist, da Gott in der Gemeinde Apostel und Lehrer usw. eingesetzt hat und diese alle sich in „Jesus allein“ befinden. Dieses Schlagwort verschwand und ich glaube, dass sie in „Jesus allein“ auch die Diener der Gemeinde zu sehen bekamen, denn während des Gebets am Schluss kam viel Erkenntnis der Wahrheit hervor.

Es ist so sonderbar, dass Aksel weg ist. Ich kann es beinahe nicht fassen. Die Beerdigung war fast wie eine Konferenz und nicht wie Trauer und Begräbnis. Doch Aksel hat durch seinen Heimgang vieles bewegt. In zwei Gemeinschaften hier in Horten haben sie „Skjulte Skatte“ Nr. 1 gelesen und geweint.

Ich glaube, dass es nun durch Gottes Gnade und Hilfe ringsumher gutgehen wird. Aller Streit kommt ganz einfach von den Lüsten im Fleisch. Will man gottesfürchtig sein und einander mit Ehrerbietung zuvorkommen, wird es so etwas nicht geben. Der Größte unter euch sei aller Diener. Wir müssen durch die Unterweisung gleich von Anfang an einprägen, dass Größe nicht darin besteht, einander zu übertrumpfen, sondern darin, dass man unter den anderen geht und einander dient. Wir sehen ja, wie diejenigen sich zugrunderichten, die meinen, dadurch zu hoher Würde zu gelangen, dass sie die anderen, die scheinbar im Weg stehen, niedertreten. Das ist nie gelungen und wird auch weiterhin nie gelingen; die Gesetze im Geist verbieten das. Diese Gesetze binden die Herzen der Väter an die Kinder und die Herzen der Kinder an die Väter, worüber wir ja mündlich miteinander gesprochen haben.

Denke an Drøbak, wenn du einmal Gelegenheit bekommst. Wir haben die Pflicht, die Arbeit unseres geliebten Bruders Aksel weiterzuführen. Wir müssen größten Fleiß anwenden, um gute Arbeit und viel Arbeit zu leisten. Das Beste von allem bei unserer zielbewussten Arbeit ist, dass Gott mit uns ist.

Gesegnete Weisheit von Gott. Ich preise meinen Gott und Vater hoch durch unseren geliebten Herrn Jesus Christus, dass er uns in seiner unendlichen Gnade den Wohlgeruch seiner Erkenntnis offenbart hat und uns Anteil und Erbe mit den Heiligen im Licht gegeben hat.

Aksels Heimgang hat unser Wachstum gefördert; denn ich und wohl auch du und andere Brüder haben uns etwas von dem, was in ihm war, aneignen müssen, damit sein Anteil an der Arbeit von uns aufrechterhalten werden kann. Welch ein verwunderlicher Ratschluss, welche Weisheit Gottes. Nun steht er als unerschütterlicher Pfeiler dort, wo er ist. Wir werden uns in der Unvergänglichkeit mit verherrlichten Leibern wiedersehen. O, welch ein Trost! Lass uns unsere Tage zählen, damit wir Weisheit ins Herz bekommen können. Aksel wiederholte immer wieder Skiakers Worte: Die Zeit ist unser Leben. Lass uns daran denken, lieber Bruder.

Grüße die Deinen und die Geschwister bei dir! Sei herzlich gegrüßt in der kostbaren Gemeinschaft des Geistes.

Dein Bruder

J. O. Smith