Friede.
Danke für deinen lieben Brief von heute, ebenso für Helgas Brief und für die Manuskripte, die nun dem „Gjengangeren“ zugesandt wurden mit der Bitte, zwei Nummern baldmöglichst zu drucken. Ich nahm einen Teil von dem einen Artikel von Br. Berg hinein und gab ihm den Rest zurück. Er sagte nichts dazu. Ich nehme an, dass wir genügend Material haben. Es wird dieses Mal furchtbar viel zum Übersetzen sein.
Aksel ist 14 Tage lang an der Spanischen Grippe erkrankt gewesen; heute ging er in die Schule. Ansonsten sind alle gesund. Robert Andersen ist äußerst vorsichtig und hat Angst davor, sich ganz auf Gottes Seite zu stellen. Ich glaube kaum, dass er ganze Sache macht; er ist ziemlich erschüttert über all diese Krankheit und alle diese Todesfälle. Es ist mehr Fahrt in der Sache nötig; die Geschäfte haben zu viel Platz im Herzen.
Die Mitglieder von Ystrøms Versammlung sitzen nun als Sänger im „Bethel“. Ich war gestern dort. Martinsen aus Moss war dort und sprach. Dann sprachen mehrere Brüder, und das Traurige war, dass jeder Einzelne eine lange Gottesdienstpredigt hielt. Ystrøms Jugendliche werden durch all diese Predigten erstickt; ich konnte ihnen ansehen, dass sie in ihrem Geist litten. Sie sollen nach jeder Rede singen und spielen. Ich glaube kaum, dass sie das auf die Dauer aushalten können. Sie werden schweigsam und danach lau und kalt. Ystrøm ist zum großen Teil selbst schuld daran. Er war viel zu unstet als Leiter. Man muss selbst den Weg wissen, um andere leiten zu können.
Bergs und Pauline Borgersen waren gestern Abend bei mir zuhause. Da sprachen wir darüber, in näherer Zukunft den Saal der Molkerei zu mieten, wenn wir nur Ruhe bekommen könnten und nicht wieder hinausbeordert werden. Wir haben ja in diesen vier bis fünf Jahren keinen festen Platz bekommen. Keine Versammlung in ganz Horten hat bessere Kräfte als wir, um Evangelisationsversammlungen abzuhalten. Berg ist musikalisch – ebenso Signe, die Tochter von Marie Hansen. Karl Pedersen hat die Spanische Grippe gehabt; ist aber auf dem Weg der Besserung. Br. Elias Aslaksen war kürzlich bei mir. Er ist jetzt ganz frei von der Marine, er lässt grüßen. Was die Kämpfe mit K. P. angeht, ist es nun still. Ich glaube, dass sie alle mehr und mehr das Gefühl bekommen, dass der Weg, auf dem sie vorzudringen versuchten, ganz und gar versperrt ist. Sie müssen ihren Kurs ändern – wenn sie vorwärtskommen wollen. Dieser letzte Kampf reißt starke Befestigungen ein, die mir viele Jahre lang eine wahre Hölle gewesen sind. Aber nun stehen sie da, sie kommen nicht vom Fleck. Sobald sie sich bewegen, scheitern sie völlig. Es ist schwer, gegen die Kraft Gottes zu kämpfen. Die Westfront kann stark scheinen; wenn sie aber fällt, dann fällt sie gründlich. Gott hat mir in diesen Kämpfen beigestanden und er wird es bis zum Ende tun. Ist das Recht auf deren Seite, dann sei es fern von mir, gegen sie zu kämpfen, und es würde auch nichts nützen. Aber nun greifen sie aufgrund von Verdächtigungen an und fangen auf dieser Grundlage Krieg an. Aus diesem Grund können sie nicht siegen. Die Missionskasse und die Missionsversammlungen und alles, was Versammlung heißt, ist hier in Horten zersprengt. Ich hoffe, dass aus diesem Sud etwas Reineres und Edleres hervorkommen wird. Aufgeblasenheit wird keine Zukunft haben.
Liebe Grüße von deinem Br.
Johan