Friede.
Gestern Mittag kam ich von der Westnorwegenfahrt zurück. Danke für die Briefe und die Manuskripte, die ich hier vorfand. Ich weiß nicht, ob du die Artikel von Berg und mir bereits zum Drucken an den „Gjengangeren“ geschickt hast. Ich habe jetzt beim „Gjengangeren“ angerufen, der die Monatsblätter immer noch nicht geschickt hat, obwohl sie schon vor meiner Abreise Korrektur gelesen waren. Hier waren jetzt Wahlen, vielleicht hat das aufgehalten. Ich habe uns ein wenig in Erinnerung gebracht.
Ich hoffe, dass du meinen Brief nun erhalten hast, den ich nach der Abfahrt von Kristiansand auf See geschrieben habe. In Bergen war ich an Bord der „Tordenskjold“ bei Br. Ellefsen, der jetzt wieder gut aussieht. Ich telegrafierte Br. Joh. Lohne, und am Abend waren wir alle drei zusammen im Hotel Hospitset. Es war eine wahre Freude, sie beide zu treffen. Lohne hatte eine Menge von der Pfingstkonferenz in Moldøen zu erzählen; er freute sich immer noch darüber. Die Geschwister von Aalesund waren so eifrig gewesen, Zeugnis zu geben, sagte er, und die Geschwister von Moldøen scheuten keine Mühe, es für uns gut zu machen. Sie hatten große Tische gedeckt mit allem Möglichen, was man sonst nicht einmal für Geld bekommen kann, sagte er. Br. Oldeide hatte sein ganzes Möbellager als Schlafplatz zur Verfügung gestellt. Dafür rühmte er ihn. Als sie die Kollekte aufnahmen, war diese so reichlich, dass sie die Ausgaben gut decken konnten. Die Geschwister in Westnorwegen haben ein herzlich gutes Verhältnis untereinander. Lohne lobte Br. Bolsønes und Br. Hoff sehr.
Ich vergesse nicht, wie eifrig Br. Tønnes Andersen in Kristiansand war. Dennoch spürte er selbst, und mir scheint es auch so, dass er einen Schubs nach vorne braucht, um selbstständig zu denken. Ich verstand es ungefähr so, dass er nun schon so lange unter Vormündern und Haushaltern gewesen war, dass er nun gerne selbst eine Haushaltung anfangen würde. Ich versuchte dann auch, ihn in diese Richtung zu bearbeiten; denn auch hier gibt es einen Übergang. Doch weil jeder Übergang seine Gefahren birgt, versuchte ich auch, ihn an diese zu erinnern. Er hatte sich schon lange gewünscht, über diese Dinge zu sprechen. Er war vorsichtig, um nicht zu weit zu gehen; aber gleichzeitig litt er um einzelner Personen willen. Ich konnte nicht viel dazu sagen, weil ich deren Wandel nicht gut genug kannte.
Was die Schwestern Dragsund und Andersen betrifft, sind diese so daran gewöhnt, zu lenken und zu leiten, dass sie sich wohl schwerlich Br. Risnes unterordnen könnten. Bevor diese anfingen, schrieb ich an Br. Risnes, dass er Entscheidungen treffen und das Ganze leiten müsse – nur sollte die Leitung auf eine solche Weise geschehen, dass niemand es wahrnahm – außer wenn sie ihre Grenzen übertreten würden. Ich habe auch einen Brief von Br. Ramdahl bekommen, dem ich heute schrieb, dass sie wie in Drøbak mit Jugendstunden anfangen sollten – und damit alleine arbeiten sollten. Ich setzte mich mit Skj. Sk. 1912 hin und wollte an den Artikeln arbeiten; aber ehrlich gesagt, widerstrebte es mir. Dies war mir nicht klar, bis ich drangehen wollte. Es war, wie altes Manna einzusammeln. Gott wird uns zu jeder Zeit das geben, was wir schreiben und reden sollen. Vielleicht bekommt jemand anders – wenn es denn sein soll – diese Aufgabe, Auszüge davon zu machen und diese zu drucken. Nun musst du sehen, wie es dir dabei geht, wenn du damit anfangen willst. Wenn es der Wille Gottes ist, dann machst du es, ebenso Helga und Frau Kjærnet.
Grüße deine Frau und die Geschwister.
Liebe Grüße von deinem Bruder
Johan