Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Aksel Smith, 1918-11-04

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
Mandal, 4. November 1918
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Soeben sind wir von Mandal bei ziemlich hohem Seegang in Richtung Westen ausgelaufen. Ich muss nach Bergen und fahre voraussichtlich am Mittwoch über die Berge zurück nach Horten. Wegen Minengefahr blieben wir heute Nacht in Kristiansand S. Während der Einfahrt nach Kristiansand explodierte in den Schären hinter uns eine Mine. Gestern (Sonntag) ging ich in Kristiansand S. um 20.15 Uhr an Land. Das Schiff sollte nicht vor sechs Uhr morgens am nächsten Tag auslaufen. Ich ging am Abend zu Tønnes Andersen, wo ich T. A. und seine Frau sowie Br. L. Pedersen und seine Frau Mary antraf. Sie freuten sich über diesen ganz unerwarteten Besuch. Wir sprachen miteinander bis ein Uhr nachts. Danach begleitete Tønnes mich hinunter und wir gingen bis zwei Uhr nachts durch die Straßen und sprachen über den Dienst in Christus. Es war mir eine wahre Freude, das gute Verständnis und den Eifer dieses Bruders zu sehen und zu erleben. Ich hatte den Eindruck, dass er den anderen dort ein ganzes Stück voraus ist. Er grub nach und fragte nach allem Möglichen und ließ wirklich eine Eignung für die Arbeit im Reich Gottes erkennen. Er hatte bisher die Arbeitsweise der verschiedenen Brüder beobachtet, sagte er, und indem er dies sah und daraus lernte, verstand er, dass er seinen eigenen Weg finden musste. Ich erklärte ihm dann, dass er „den Propheten“ in sich mehr zum Vorschein kommen lassen müsse. Dies verstand er. Ebenso erwähnte ich das Verhältnis untereinander und den Platz der Glieder im Leib. Er hatte alles Mögliche gehört, verstand ich, und er wusste gut über die Verhältnisse in Ostnorwegen Bescheid.

Br. Ellefsen ist an Bord der „Tordenskjold“, Bergen. Wir werden fast einen Tag lang in Bergen sein, daher hoffe ich, ihn zu treffen. Von 48 Mann sind 2 in Kristiania geblieben. Es ist etwas Gesegnetes an diesen Reisen. Ich habe schon lange den Wunsch gehabt, mit Br. Tønnes A. sprechen zu können.

Ich hoffe, so Gott will, am Mittwochabend in Drammen zu sein. Falls ich Bruder Th. H. treffen könnte, dann würde ich gern über Kristiania fahren. Wir werden sehen. Ich könnte Th. H. ein Telegramm schreiben.

Liebe Grüße von deinem Bruder

Johan

Grüße die Geschwister.