Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Skjulte Skatter 1918-11 - Zuerst Feuer, dann Salz

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Zuerst Feuer, dann Salz

„Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden, und jedes Schlachtopfer wird mit Salz gesalzen werden.“ Mk. 9, 49 (ELB).

Jesus sagt, dass jeder mit Feuer gesalzen werden muss. Dies gilt sowohl für die Gläubigen als auch für die Gottlosen. Wer glaubt, lässt das Feuer an sich wirken, damit das Opfer ausgewählt werden kann; während der Gottlose sein böses Auge, seinen bösen Fuß und seine böse Hand behält. Eben deshalb wird ihr Wurm nicht sterben und das Feuer nicht verlöschen.

Wir können fragen: Was ist Feuer, und was ist Salz? Das Feuer wird entfacht, wenn der Wille Gottes mit dem Eigenwillen um die Herausgabe des Opfers ringt. Dieses Feuer wirkt weiter, bis man dem Willen Gottes recht gibt und Gott bekommen lässt, was er fordert.

Das Salz ist dann meine Zustimmung dazu, dass Gott bekommt, was er verlangte.

Das Feuer kommt von oben, aber das Salz hat man bei sich selbst.

„Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!“

Das Salz ist etwas Gutes; d. h. es ist gut, dass man sich dafür entscheiden kann, Gott zu gehorchen. Es ist gut, Gott zu geben, was Gottes ist. Es ist gut, durch den Geist und das Feuer das geistliche Opfer auszusondern und es mit meiner Einwilligung zu salzen. Wenn der Mensch die Fähigkeit verliert, sich zu entscheiden, dann hat er alle seine Kraft verloren und wird von den Leuten zertreten. Gutes und Böses, Recht und Unrecht liegen vor uns; unsere Fähigkeit, das Gute zu erwählen und das Böse zu verwerfen, ist das Salz, das nicht seine Kraft verlieren darf.

„Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!“ Mk. 9, 50.

Ein Schaf wird nicht gesalzen, während es auf der Weide grast. Es muss zunächst als Opfer abgesondert und geschlachtet werden und danach kann man das Schaf in Stücke zerlegen und salzen.

Wenn das Feuer so lange gewirkt hat, dass das Opfer von der Sünde im Fleisch abgesondert ist, sodass „ich“ nach dem Fleisch dieses Opfer loslasse, erst dann kann es geschlachtet und gesalzen werden. Denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde.

Warum heißt es: Haltet Frieden untereinander? Eben deshalb, weil man unbarmherzig in das Leben eines anderen eindringen kann und von ihm Opfer verlangen, die er nicht zu bringen vermag, weil das Feuer ihn noch nicht genügend bearbeiten konnte. Ich kann deutlich das Opfer sehen, das er bringen sollte, aber ich muss das Salz bei mir selbst haben; denn wenn ich ihm das Opfer mit Gewalt entreißen will, dann entstehen Streit und Unfrieden, weil er noch nicht die Kraft hat, es auszuliefern.

Nun kann jemand sagen: Ja, aber der Betreffende sollte sich darauf einstellen, dass er die Wahrheit hört, und er sollte bitteschön augenblicklich Gehorsam leisten, wenn er auf etwas aufmerksam gemacht wird. Ja, so sollte es sein. Aber bist du selbst sofort bereit, augenblicklich alles fahren zu lassen, wenn du auf etwas aufmerksam gemacht wirst? Nein, du brauchst vielleicht ein ganzes Jahr lang ein kräftiges Feuer, um deine Eigenheiten aufzugeben. Aber deine Ungeduld verlangt den anderen augenblicklich deren Opfer ab. Habt Salz in euch und haltet Frieden mit anderen! Wir sollen die Geduld unseres Herrn für unsere Rettung erachten. Ob nicht auch wir, dadurch dass wir in Besitz dieser Geduld Gottes kommen, noch viel mehr Seelen erretten könnten? Deshalb besteht unsere Arbeit darin, das Feuer der Überzeugung anzuzünden und dann geduldig auf das Opfer zu warten.