Friede.
Danke für deinen lieben Brief vom 18. des Monats. Ich sehe daraus, dass du gerne nach Ostnorwegen kommen würdest. Ich weiß nicht, wie es bei dir mit Urlaub aussieht. Ich glaube, du solltest diesen Winter an Land sein. Gehe nach einer so schlimmen Krankheit kein Risiko ein. Übernimm dich nicht und halte dich den ganzen Winter hindurch gut warm. Das Leben ist mehr wert als der Broterwerb. Wenn du Urlaub bekommen und zu Hause in Grimstad sein könntest, dann wäre das wohl das Beste. Falls nicht, dann schreibe an das Korps und bitte darum, aus gesundheitlichen Gründen während des Winters Dienst an Land tun zu dürfen. Hier in Horten gibt es keine Wohnungen zu mieten. Norum, der Mann von Susanne, war hier und lobte in der Zeitung 50 Kr. aus, wenn er eine Wohnung bekäme, konnte aber nichts bekommen. Jetzt wohnen sie in Drøbak. Susanne ist sehr von der Manasse-Lehre geprägt, sagt Aksel. Ich habe nicht mit ihr gesprochen. Oberkanonier W. Berg ist nun an Land. Er ist Hilfslehrer in Norwegisch und Rechnen. Die Spanische Grippe wütet schlimm hier in Ostnorwegen. Von 500 neuen Rekruten auf der „K. Sverre“ bekamen 150 Mann die Spanische Grippe – 35 starben. Jetzt mussten wir die Leute heimschicken, um noch mehr Todesfälle zu vermeiden. Du siehst, lieber Bruder, es ist schwierig, nach Ostnorwegen zu kommen – besonders im Hinblick auf eine Wohnung. Es wäre ja richtig schön für mich persönlich und für die Geschwister, wenn du kämst; aber wie gesagt – es ist schwierig.
Über den Zustand hier in Horten will ich nicht schreiben, wir sprachen ja in der Finnmark sehr viel darüber. Möge Gott geben, dass es sich bald zum Segen und zum Nutzen für uns alle einrenken wird. Ich möchte einem Frieden auf einer gerechten Grundlage nicht im Weg stehen; aber ich will nicht, dass jemand Unruhe macht und die Arbeit verhindert. Manchmal wird man gegen seinen Willen dazu gezwungen, den Kampf aufzunehmen, damit nicht das Ganze zerstört wird. Ja, lieber Bruder, das ist dir wohlbekannt.
Grüße deine Schwester Karine sowie Ester und Margit. Grüße auch deinen alten Vater. In Sandefjord scheint es gut zu gehen. Br. Berg ist sehr eifrig, dort zu arbeiten. Berg war neulich mit dem Panzerschiff in Moldøen bei Kvalheim. Sie haben sich „gut“ verstanden. In Sarpsborg halten sie jetzt Evangelisationsversammlungen ab. Nils Risnes, Ramdahl und die Schwestern Dragsund und Andersen arbeiten zusammen. Diese beiden predigenden Frauen haben Skj. Sk. gelesen und die Wahrheit erkannt. In Drøbak bei Aksel geht es gut. Er hält auch Evangelisationsversammlungen. Die Loge hier ist voll mit Diphtherie-Patienten, deshalb können wir keine öffentlichen Versammlungen abhalten. Pauline bekam am 1. Oktober einen großen, gesunden Jungen, der Helge Anker Smith heißen soll. Alle sind wohlauf.
Es wäre sehr schön, wenn du schreiben würdest, wie es dir weiterhin geht. Es wäre ja sehr gut, wenn du nach Kristiansand S. kommen könntest.
Liebe Grüße von deinem Br.
Johan