(Maschinengeschrieben, original fehlt)
Friede.
Danke für die Karte und die Grüße. Ich kam gestern aus Bergen, wo wir 122 einberufene Rekruten hinbrachten, die nach Hause fuhren, um der Spanischen Grippe zu entgehen, die hier an Bord schlimm gewütet hat. Seit dem 1. Oktober sind von ca. 500 Mann 34 gestorben.
In Bergen traf ich erstaunlicherweise Br. Madsen und Br. Ditlefsen aus Mehavn. Ich hatte noch nie mit Ditlefsen gesprochen, es war daher eine Freude, ihn zu treffen. Sie erwarteten Hilda Broks von Kristiania, daher waren sie zum Bahnhof gekommen, doch sie kam nicht.
Im Zug traf ich einen ehemaligen Konstabler des Marinekorps. Wir waren gemeinsam als Mannschaftsdienstgrade auf Fahrt gewesen, doch war er fünf Jahre jünger. Er erzählte von allen seinen Erlebnissen seit damals, wie er sich zu Geld und Stellung hochgearbeitet hatte, sodass er jetzt ein großer Mann war. Er sprach zwei Stunden hierüber. Nachdem schließlich sein Vorrat erschöpft war, erzählte ich ihm davon, wie ich gearbeitet hatte, um geistliche Schätze zu sammeln. Das Erstaunliche war, dass er in einem solchen Maß davon ergriffen wurde, dass er ein ums andere Mal bald nach dem einen, bald nach dem anderen fragte. Genau so habe ich mir das Christentum vorgestellt, sagte er. Er bat mich wiederholte Male, ihn in seiner Heimatstadt zu besuchen. Er war wie einer, der gechickt ist für das Reich Gottes. Ein anderer Mann war Zuhörer, und als der Erstere ausstieg, begann der andere ein lebhaftes Gespräch. Du kannst dir vorstellen, dass die Zeit schnell verging.
Anbei ein Brief von Sivert Bolsønes aus Molde. Es wird dich freuen, dass sie in Westnorwegen Fortschritte machen. Grüße alle Geschwister bei dir.
Liebe Grüße, dein Bruder
J. O. Smith