Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Aksel Smith, 1918-09-24

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
Horten, 24. 9. 1918
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Danke für deinen lieben Brief. Hier gibt es noch keine Veränderung. Die kleine Lydia hatte kürzlich nachts eine ganze Stunde lang Krämpfe. Für eine kurze Zeit stand der Atem still und sie fing an, blau zu werden. Das sah schlimm aus. Jetzt geht es ihr wieder gut. Ich glaube, dass ihre neuen Zähne die Ursache waren.

Br. Berg ist jetzt zuhause und fährt heute Abend ab. Er ist mit dem Panzerschiff in Moldøen gewesen. Er kam sicherlich zur rechten Zeit dorthin; denn Kvalheim wurde sehr gestärkt, schreibt er. Nun haben sie sich von Oldeide und denen, die ihm folgen wollen, getrennt, sodass sie es jetzt außergewöhnlich gut haben. Berg gab mir ein paar lange Manuskripte. Du musst schauen, ob du etwas davon verwenden kannst. Wenn du nichts davon verwenden kannst, will er sie zurück haben, sagt er. Es sind viele gute Gedanken enthalten; aber die Zusammensetzung ist schlecht. Es muss einiges umgeschrieben werden; manches sollte gekürzt werden. Ich glaube schon, dass wir etwas davon verwenden sollten, jedoch nur W. B. darunterschreiben. Berg war dreimal bei Kvalheim. In Bergen traf er drei Schwestern aus Aalesund. Nun wird er heute Abend nach Bergen und vermutlich weiter nach Haugesund fahren. Heute bekam ich einen Brief von Br. Strømme. Es war gut, von ihm zu hören. Ich schicke dir diesen Brief mit, den du vielleicht später zurückschicken kannst. Ich werde Korrektur lesen. Klara Wold war am Sonntag hier.

Ich habe es für richtig befunden, mich bis auf weiteres von den Versammlungen bei Karl P. fernzuhalten. Ich habe ihm meine Meinung zu dieser Sache gesagt – dass es Aufgeblasenheit ist. Ich habe Christus nicht so kennengelernt. Man muss Zeit lassen und nachsichtig mit den Menschen sein, mit denen man arbeitet. Es schmerzt, so bis zum Äußersten gehen zu müssen; aber andernfalls geht es nicht gut. Er hat alle seine Verwandten nach dem Fleisch auf seiner Seite, die anderen halten sich fern. Außer Frau Berg, die nicht weiß, worum es geht. Vielleicht bekommt er jetzt Zeit, in sich zu gehen.

Es bleiben einem nicht so viele, über die man herrschen kann, und nicht so viele, die man kritisieren kann, wenn einem nur noch die eigene Arbeit bleibt. „O dass ihr doch wirklich zur Herrschaft gelangt wärt, damit auch wir mit euch herrschen könnten!“ passt hier ausgezeichnet. Aber ihr seid ohne uns zur Herrschaft gelangt.

Dann müssen wir jetzt sehen, wie es weitergehen wird. Ich wollte mit Paulus gerne als untüchtig gelten, wenn nur Br. K. P. tüchtig wäre. Doch leider habe ich etwas anderes vorgefunden.

Grüße die Geschwister.

Liebe Grüße von deinem Bruder

Johan

Es freut mich, dass es mit Schw. Susanne Norum gut geht. Grüße sie und richte ihr Dank aus für den Brief. Ich glaube, dass alles in Ordnung kommt.

Schw. Norum schreibt dass Jesus keine Gemälde und Fotografien hatte. Sage ihr, dass Jesus für seine Reisen auch nicht Dampfschiffe oder Eisenbahn hatte. Auch elektrisches Licht, Wandspiegel u. v. m. hatte er nicht. Wenn wir solchen äußerlichen Dingen nachgehen sollen, dann wird es schlimm. Ist das etwas von der guten Lehre, die Schw. Norum durch Manasse bekommen hat, dann auf den Mist damit, je früher desto besser. Man kann nichts Gutes von Menschen bekommen, die weniger Licht haben als man selbst. Das einzige, was man bekommen kann, ist dieses Alte: Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren. Aber ist das etwas, mit dem man sich beschäftigen sollte? Frage das Schw. Norum.