Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1923-09 - Von der Pfingstkonferenz in Hønefoss 1923

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Von der Pfingstkonferenz in Hønefoss 1923

J. O. S.

1. Petr. 2, 1-10. „So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede. […] Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein.“

Zu wem ist das gesagt? Wer soll ablegen? Ist es die Welt? Nein, es ist zu denen gesagt, die zu dem lebendigen Stein gekommen sind.

Wir verstehen, dass es unter uns schlecht bestellt ist. Nachdem man so viele Jahre lang die Wahrheit gehört hat, gibt es wenig Früchte. Es gibt Eitelkeit, es gibt üble Nachrede, es gibt Klage und Unzufriedenheit. Wenn wir einander nach einiger Zeit wiedersehen, geschieht das mit Schmerzen, weil man in der dazwischenliegenden Zeit dem Geist gegenüber nicht treu gewesen ist, treu im Verborgenen, wo uns niemand sieht und niemand von uns weiß. Warum ist das so? Eben deshalb, weil du nicht genug zu dem lebendigen Stein gekommen bist. Du hast nicht die richtige Einstellung. Gott führt dich zu deinen Feinden, aber anstatt gegen sie zu kämpfen, bewunderst du sie. Du bewunderst weltliche Größe, hoffärtiges Leben. Wenn du siehst, dass jemand in die Versammlung kommt, fein gekleidet, gebildet, überlegen in seinem Wesen, dann bewunderst du das. Du schaffst nicht, die Verbindung zu kappen. Du schneidest dich selbst von der Gemeinschaft mit den Aposteln und den heiligen und gottesfürchtigen Männern und Frauen ab, die in früheren Zeiten gelebt haben und die jetzt leben.

Madame Guyon schreibt, dass sie leider die meisten ihrer geistlichen Kinder verlassen musste. Nicht weil sie keine Liebe und Geduld hatte, weiter mit ihnen zu arbeiten, sondern weil sie verstand, dass sie nicht die Gesinnung hatten, um Jesu willen alles aufzugeben. Nur einige wenige hatten die Gesinnung, tiefer in Christus hinein mitzukommen.

Der Geist gibt uns Kenntnis über den Zustand des Einzelnen. Der Geist gibt uns Kenntnis über den, der gottesfürchtig lebt. Wir wissen von dem, der eitel ist. Wir wissen von dem, der verleumdet. Die Seele, die Gott gegenüber treu gelebt hat, ist von einem Aroma umgeben, von einem lieblichen und feinen Duft. Das ist Adel. Es gibt nichts, was ich so bewundere wie solche Seelen. Unsere Verbindung ist von oben her, sie geht über Jesus Christus. Die Verbindung, die von Mensch zu Mensch und nicht im Geist besteht, ist nichts wert.

Auf die Gesinnung kommt es an. Lasst uns dafür sorgen, eine gute Gesinnung zu haben. Lasst uns Gott darum bitten.

J. O. S.

2. Kor. 4, 6; 1. Kön. 8, 11-12; Hi. 33, 15-30; 1. Mos. 1, 2-3.

Gott gebot, dass Licht aus der Finsternis hervorleuchte. Es steht auch an einer Stelle, dass den Aufrichtigen in der Finsternis ein Licht aufgeht. Wer kommt in Finsternis? Sind es die Gottlosen? Nein, es sind die Aufrichtigen. Diejenigen, die versuchen, den Willen Gottes zu tun. Sie kommen dahin, dass sie sagen: Nun weiß ich keinen Ausweg, nun ist es für mich ganz finster. In dieser Finsternis lässt Gott ein winziges Licht aufgehen, und der Mensch sieht das wahre Licht. Gott tut das deshalb, damit der Mensch das wahre Licht sehen soll. Die meisten Menschen kommen nie in Finsternis. (Sie sind in Finsternis, aber sagen, sie seien im Licht). Es steht in 1. Kön. 8, 11-12: „Sodass die Priester wegen der Wolke nicht hinzutreten konnten, um ihren Dienst zu verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn. Damals sprach Salomo: Der Herr hat gesagt, er wolle im Dunkeln wohnen.“

Die meisten Priester treten hinzu (mitten in ihrer Finsternis) und verrichten ihren Dienst. Der gottesfürchtige Tauler war einmal ein solcher Priester, ein Pharisäer. Er versammelte große Scharen um seine Kanzel. Zu ihm kam ein alter Bauer und sagte, dass er ein Pharisäer sei. Tauler, der aufrichtig war, ließ ihn nicht gehen, sondern bat ihn, dies zu beweisen. Und drei Tage lang blieb er bei ihm und überzeugte ihn davon, dass er ein Pharisäer war. Und Tauler kam in solche Finsternis, dass er von der Kanzel herab offen bekannte, dass er nicht im Amt bleiben und den Dienst versehen könne. In dieser Finsternis ließ Gott ihm Licht aufgehen, und als er wieder anfing zu predigen, geschah dies mit einer solchen Wirkung, dass die Zuhörer niederfielen und zu Gott riefen, um so errettet zu werden, wie der Priester errettet worden war.

Das macht Gott mit dem Menschen, damit er ihn von seinem Vorhaben abwende und von ihm die Hoffart tilge. Hi. 33, 17.

„Siehe, das alles tut Gott zwei- oder dreimal mit einem jeden.“ V. 29.