Satan in Gottes Gemeinde
Satan bedeutet Ankläger oder Widersacher. In der Welt hat er Macht, aber in der Gemeinde Gottes versucht er, Macht zu erlangen. Er tritt immer als Ankläger und Widersacher auf. Gibt man Satan Raum, so gibt es Hunderte von Gelegenheiten, etwas zu finden, um seine Brüder anzuklagen. Nicht die Brüder sollen gerichtet, verdammt und zermalmt werden in der Gemeinde, sondern Satan. Er ist der Fürst der Finsternis und treibt sein Spiel oft jahrelang in ein und derselben Gemeinde. Man kämpft gegeneinander und richtet einander, weil Satan im Herzen Raum bekommen hat. Sind in einer Gemeinde nicht mehr als drei oder vier Brüder versammelt, kann man sicher sein, dass Satan früher oder später diese kleine Schar besucht. Dort, wo Gemeinden mit ein paar hundert sind, arbeitet Satan sehr daran, zu spalten und Parteiungen zu bilden. Man steht gruppenweise gegeneinander. Die Spannung kann zäh und hart werden, weil man auf beiden Seiten glaubt, Recht zu haben. Wenn aber der Kampf den Höhepunkt erreicht hat und man im Begriff ist, auseinanderzugehen, wenn das Fass am Überlaufen ist, dann wird man, sofern man am Kreuz bleibt, bemerken, dass Satan der Anführer im Krieg war. Er wird nicht dadurch besiegt, dass der eine dem anderen widersteht, sondern dadurch, dass man in Treue gegenüber dem Geist am Kreuz bleibt; denn am Kreuz siegte Christus über Mächte und Gewalten und hat einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst. Man kann davon ausgehen, dass jeder, der anklagt, dem Teufel Raum gegeben hat. Die anderen wollen lieber Unrecht leiden, weil das Gnade bei Gott ist. Judas Ischariot begegnete Jesus im Garten Gethsemane, doch obwohl Satan in Judas gefahren war, spricht Jesus ihn an mit: Freund. Die Frau, die in Hurerei ergriffen war und eine Menge Ankläger um sich hatte, wurde vom Heiland begnadigt, indem er sprach: „So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.“ Er war nicht gekommen, um die Menschenseelen zu verderben, sondern um sie zu retten. Satans Aufgabe dagegen ist es zu zerstreuen, zu töten und zu verderben. Wer in allen Verhältnissen Frieden sucht, wird Satan bald überwinden. Deshalb heißt es: „Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze.“ Röm. 16, 20.
Bei wem wird Satan unter die Füße getreten werden? Bei denen, die nicht anklagen, bei denen, die lieber Unrecht leiden, bei denen, die in Treue gegenüber dem Geist ihr Fleisch gekreuzigt halten. Solche werden Satan in der Gemeinde entdecken und einen bewussten Kampf gegen ihn aufnehmen. Allein dies, dass man geöffnete Augen dafür bekommt, dass es Satan ist, der in der Gemeinde anklagt, bewirkt, dass er seine Macht verliert; denn er erträgt kein Licht. Auf diese Weise wird Satan unter unsere Füße zertreten.
Fangt an, dies in den Gemeinden zu praktizieren! Schluss damit, einander anzuklagen! Schluss damit, dem Teufel Raum zu geben und Schluss damit, auf seine Vorträge zu hören, dann wird Satan verschwinden. Widersteht ihm fest im Glauben, so wird er von euch fliehen! Satan kam auch zu Jesus, aber er hatte kein Teil an ihm. Satan bekommt Recht und Teil an uns, wenn wir der Sünde nachgeben. Doch nun haben wir von Gott Kraft dazu bekommen, über die Sünde und die Macht Satans zu siegen.
Meistens macht man aus einem gottesfürchtigen Bruder einen Feind, weil man dies oder jenes über ihn gehört hat. Ohne die Sache zu untersuchen, ist man sein Widersacher und Ankläger geworden. Wer anders ist das als Satan? Was offenbart ist, ist für die Menschen, aber was verborgen ist, ist Gottes. 5. Mos. 29, 28. Aber nun richtet und verdammt man immer wieder nach Gerüchten und bösen Gedanken und hat Verdächtigungen, die das Verborgene betreffen – das doch allein für Gott ist. Wir haben nur Recht, das Offenbare zu richten, und das soll in der Gemeinde von dem gerichtet werden, der weise und verständig ist. Darum heißt es: „Offenbar sind aber die Werke des Fleisches.“ Gal. 5, 19. Ist denn gar kein Weiser und Verständiger unter euch, der richten könnte usw.? Aber nun ist die Sache die, dass diejenigen, die richten, verdammen und anklagen, die Fleischlichsten in der Versammlung sind. Die Weisen und Verständigen schweigen. Dies beweist wieder, dass Satan seine Werkzeuge unter denen auswählt, die ihm am nächsten stehen. „Es brüllen deine Widersacher inmitten deiner Versammlungsstätte; sie haben ihre Zeichen als Zeichen gesetzt.“ Ps. 74, 4 (ELB).
Asaph hörte das Brüllen der Widersacher, von solchen, die Satan Raum gegeben hatten. Sie setzten ihre eigenen Zeichen als Zeichen, um zu beweisen, wie echt sie wären, mit welch göttlichen Dingen sie sich befassten, damit man ihnen glauben sollte.
Ist es nicht heute genauso? Falsche Prophetinnen, heiratslüsterne Menschen, weissagen den Männern Schmeicheleien und verursachen Spaltung zwischen Eheleuten. Man rühmt sich seiner mannigfachen Gaben und setzt diese als Zeichen. Genauso machen es die falschen Propheten. Sie brüllen mitten in Gottes Gemeinde und immer haben sie es auf die Seele abgesehen, deren Aufgabe es in Wahrheit ist, die Lämmer und die Schafe zu hüten. Diese Seele soll zertreten werden. Doch mit dem Gebrüll der Widersacher nimmt es ein Ende, wenn ihre eigenen Zeichen zu Zeichen gegen sie selbst werden und ihre Werke offenbar werden. Dann ist es gut, einen Weisen und Verständigen in seiner Mitte zu haben, der unter den übriggebliebenen Schafen richten kann – einen, der die Lücken zumauert.
