Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1923-03 - Ein Wort an leichtsinnige Geldleiher

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Ein Wort an leichtsinnige Geldleiher

Die Gesetze des lebendigmachenden Geistes in der Gemeinde treffen auf Schwierigkeiten bis ins Unendliche. Die heiligen Gesetze sind sehr umfassend, sie berühren all unser Tun und Lassen. Die Aufmerksamkeit ist bei weitem nicht Herr über den Schlaf geworden. Besonders Geldsachen verursachen Schwierigkeiten. Ohne darüber nachzudenken leiht man sich Geld, gedankenlos verprasst man es und oft verleiht man an andere von dem, was man selbst geliehen hat. Man verhält sich, als ob der Tag der Abrechnung weit weg wäre. Wer jedoch das innere Leben leben will, das verborgene Leben mit Christus in Gott, dem wird offenbar werden, dass der Tag der Abrechnung sehr nahe ist; denn Gottes Gericht ruht allezeit über seinem Haus.

Wie kann man ein Haushalter Gottes über Seine Geheimnisse sein, wenn man nicht einmal ein paar hundert Kronen verwalten kann – eine Aufgabe, die sogar viele Ungläubige bewältigen können? Sirach ermahnt uns, nicht über unser Vermögen Bürgschaft für unseren Nächsten zu übernehmen. Ist jemand hungrig und durstig, dann gib ihm zu essen und zu trinken, aber niemand ist verpflichtet zu verleihen und wegzugeben, was einem selbst nicht gehört. Leiht man also Geld von jemandem, um es weiter zu verleihen, so bringt man – sollte es schiefgehen – diesen in die Klemme.

Gibt es jemanden in der Gemeinde, von dem man vermutet, dass er etwas Geld hat, dann gibt es viele, die gerne etwas von ihm borgen wollen. Anstatt Gott um Hilfe zu bitten, geht man zu dem Betreffenden. Vielleicht ist dieser ein Anfänger auf den inneren Wegen, sodass man allen Grund dazu haben könnte, eine solche Seele mit Vorsicht zu behandeln. Man ist jedoch so sehr mit sich selbst und seinen eigenen Geldgeschichten beschäftigt, dass man darauf keine Rücksicht nimmt. Hier braucht man Weisheit. Es kommt ein Tag, an dem man bezahlen muss, und hast du etwas versprochen, dann sei schnell, damit die Gesetze in Gottes Reich genau gehalten werden können. Die Gottesfurcht ist kein Mittel zur Bereicherung. Die Brüder haben nicht die geringste Verpflichtung, alle deine finanziellen Forderungen zufriedenzustellen; denn sie wandeln in Freiheit und handeln in Freiheit mit allem, was Gott ihnen anvertraut hat. Hat jemand irdischen Reichtum bekommen, dann ist dies eine Gabe von Gott, die er selbst verwalten soll; sie soll nicht von anderen verwaltet werden. Verwaltet er dieses Pfund richtig, dann erhält er Lohn; aber gibt er es habsüchtigen Menschen, die nicht gelernt haben, das ihnen Anvertraute in Treue zu verwalten, wird er nur Kummer und Leid damit haben.

Anders ist es, wenn jemand Güter dieser Welt hat und seinen Bruder Mangel leiden sieht und dann sein Herz vor ihm verschließt. In der Regel warten die Betreffenden nicht so lange damit, von jemandem Geld zu leihen, dass Gelegenheit entstünde, jemanden Mangel leiden zu sehen. Das ist der Fehler. Man fordert und sagt so: Wenn du ein Christ bist, dann musst du mir helfen. Das ist nicht Christi Gebot sondern Menschengebot. Christi Gebote kommen immer von innen; sie kommen von der Wurzel und nicht von der Spitze des Baumes. Es ist gesegnet zu helfen, und es ist seliger zu geben als zu nehmen; es ist aber auch zu sagen: Geben erfordert Weisheit. Schmeichler in Hülle und Fülle folgen den Reichen und Freigiebigen auf den Fersen, während der Gerechte sich schämt und sich lieber zurückhält und Mangel leidet. Willst du darum etwas Gutes tun, dann achte darauf, wem du Gutes tust, damit du auch Freude daran haben kannst. Eine Sache, die man vom Geldgeben unterscheiden muss, sind Almosen. Letztere sollte man immer großzügig austeilen, weil es zur Gerechtigkeit gehört, sich nicht von dem abzuwenden, der um das Allernötigste zum Lebensunterhalt bittet.