Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Johan O. Smith

Brief an Edvin Bekkevold, 1923-01-20

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
Horten, 20. 1. 1923
Lieber Bruder E. Bekkevold,

danke für deinen lieben Brief, den ich heute erhalten habe. Du und Olstad habt in gutem Glauben dieses Geld, von dem ihr berichtet, ausgeliehen, deshalb will ich euch keine Vorwürfe machen, die Sache selbst ist Strafe genug. Aber ich möchte sagen, dass man überhaupt kein Recht dazu hat, anderen etwas von dem auszuleihen, was man selbst nicht besitzt – sondern leihen muss. Außerdem ist das Leihen von Geld und das Ausstellen von Schuldscheinen und Wechseln etwas, was man vermeiden sollte, weil daraus immer irgendwelche Schwierigkeiten entstehen. Du sitzt nun da mit Schulden – in der Höhe von 1.500,- Kr., die du schwerlich begleichen kannst und bittest um Rat. Die Schrift sagt, dass man niemandem etwas schuldig sein soll, außer einander zu lieben. Du schreibst davon, zuhause Backwaren herzustellen. Ja, warum nicht? Hast du die Möglichkeit dazu und glaubst, dass es funktioniert, dann bist du verpflichtet, alles zu tun, was du kannst, um deine Schulden zu bezahlen.

Ich nehme an, dass du meinen letzten Brief über Br. Bang, dessen finanziellen Verhältnisse und die Gemeinde erhalten hast. Sei auf der Hut in Geldangelegenheiten und lass dich innerhalb der Gemeinde nie auf so etwas ein, ohne Rat zu suchen. Dieser Rat wird nahezu immer ablehnend sein. Almosen und Geschenke an eine notleidende Person kann man geben und soll man geben – nach den eigenen Vermögensverhältnissen. Wenn aber jemand kommt und will Tausende haben, dann sage ohne zu zögern „Nein!“ Du hättest dir diese Geschichte erspart – wenn du Rat gesucht hättest. Es wimmelt von solchen Schwindlern – halte sie auf Abstand, warum sollten sie dir Tisch, Stuhl und Bett nehmen? Ich weiß, dass du dich ein anderes Mal in Acht nehmen wirst; aber man muss es immer wieder hören.

Wenn du dir in deinem Herzen vornimmst, deine Ausgaben zu begleichen und diese 1.500 Kr. zu bezahlen, dann wird Gott deine Arbeit segnen, aber du musst darum beten und du wirst erleben, dass die Schwierigkeit nicht größer sein wird, als dass du diese bewältigen kannst. Möge Gott dich dabei segnen.

Grüße deine Frau.

Herzliche Grüße

J. O. Smith