danke für deine zwei Briefe. Im Hinblick auf die Sache mit Br. Bang möchte ich meine Meinung mitteilen. Man soll immer gut zu den Armen sein, besonders zu denen, die unter uns sind, siehe 2. Kor. 9, 6-15, aber den Geschwistern mehr aufzuerlegen, als sie tragen können, soll oder darf man nicht tun. Alles muss freiwillig geschehen – nicht aus Zwang.
Wir zahlen alle an die Kommune. Diese wiederum ist ein Haushalter Gottes und teilt im Einzelfall aus, wo es benötigt wird. Sie ist eine Obrigkeit, die von Gott eingesetzt ist. Diese Obrigkeit sorgt mit ihren Mitteln auch für die Bedürftigen. Ein solcher ist Br. Bang; er sollte deshalb die Hilfe annehmen, die er von dieser Seite bekommen kann. Die Geschwister sind alle arm; sie bezahlen ihre Steuern; aber wenn sich nun jemand in der Gemeinde ein Gewissen daraus macht, von der Kommune Geld anzunehmen, dann werden ja die Geschwister noch mehr mit Steuern belastet als andere Bürger der Gesellschaft. Es kann schnell einmal 8-10 bettlägerige Personen geben. Wenn dann alle diese ihren Lebensunterhalt von der Gemeinde bekommen sollten, dann fürchte ich, dass das Ganze zerbricht. Man kann sich ein Gewissen machen. Die Raben kamen mit Essen zu Elia. Ob nicht diejenigen, die in der Kommune Mittel austeilen, besser sind als viele Raben?
Wenn jemand über so etwas im Zweifel ist, dann sollte man Rat suchen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Im Übrigen ist dies so einfach, dass es mich wundert, dass man mit so etwas ein Problem haben kann. Ich habe meinen Lebensunterhalt fast ein ganzes Menschenleben lang vom Staat erhalten, andere von der Kommune. Wenn ich alt bin, werde ich Pension bekommen. Sollte ich mich dann weigern, diese anzunehmen und mir ein Gewissen machen?? Sollte ich dann anfangen, die Armen in der Gemeinde anzupumpen? Das ist alles zusammen nur Unsinn. Weder als Diener noch als Gemeindemitglied hat Br. Bang irgendwelche Ansprüche an die Gemeinde. Etwas anderes ist es, dass sich jeder Einzelne nach Möglichkeit der Armen annimmt.
Grüße Br. Bang und sage ihm, dass er ruhigen Gewissens von der Kommune das annehmen kann, was diese bewilligt – viel ruhigeren Gewissens, als einer armen Geschwisterschar eine Steuer aufzuerlegen.
Liebe Grüße von deinem Br.
J. O. Smith